Migrantische Initiative gegen Antisemitismus schreibt: Antisemitizmle Her Yerde Mücadele!
Gedenkkundgebung für die Opfer der Anschläge von Istanbul
Antisemitische Anschläge sind weltweit zur mörderischen Realität geworden, ob in Tel Aviv, Paris oder Düsseldorf, zuletzt in Istanbul. Wir, mehrheitlich Menschen mit türkischem und kurdischem Hintergrund, sehen uns in der Verantwortung, unsere Abscheu gegen den antisemitischen Terror öffentlich kundzutun. Es geht nicht nur um den Terror islamistischer Gruppierungen, sondern auch darum, dass in der türkischen Gesellschaft der Antisemitismus stets verbreitet war. Mehr denn je sind türkische Jüdinnen und Juden Bedrohungen ausgesetzt und fühlen sich in ihrem Heimatland nicht sicher.
In Deutschland, dem Land des Holocaust, artikuliert sich der Antisemitismus wieder offen. Walser und Hohmann, Karsli und Möllemann sind nur der Ausdruck einer Stimmung, die sich in allen gesellschaftlichen Schichten und quer durch alle politische Spektren findet. Der Antisemitismus wächst auch in Teilen der nichtdeutschen Communities. Es ist ein Skandal, dass Menschen, die sich als Juden zu erkennen geben, in Kreuzberg oder Neukölln Angst haben müssen. Wir, migrantische Berlinerinnen und Berliner, finden diesen Zustand unerträglich. [Weiter...]
Gegen den weltweiten antisemitischen Terror!
Gegen Antisemitismus, wo in welcher Gestalt auch immer!
Solidarität mit Jüdinnen und Juden, in Berlin, Jerusalem, Istanbul und überall!
Kundgebung: Freitag, 21.11.2003, 18 Uhr Heinrichplatz, Berlin-Kreuzberg
ALLE, DIE UNSERE ANLIEGEN TEILEN, SIND AUFGERUFEN, SICH AN DER KUNDGEBUNG ZU BETEILIGEN.
< Metakritik des Kulturrelativismus | Die zwei Stiefel: Antisemitismus/Vernichtungswunsch und Holocaust allerorten >
in der disko über die mg-staatstheorie wird das theoretische wie polit-praktische dilemma vieler linker ansätze nur zu deutlich: irgendwie antinational wollen die meisten linken ja sein,aber wenn die umsetzung der antinationalen idee ansteht,wird halt gerne "realpolitik" vollzogen. das der staat + der kapitalismus insgesamt eine für die menschen ungünstige angelegenheit darstellt,ist meistens noch konsensual vereinbar,in der frage über israel wird es dann gelinde gesagt schon im ansatz "hybrid" : wer als linker den staat israel nicht gegen den antisemtischen mob verteidigen möchte,ist nach antideutscher lesart selber ein antisemit. <BR>die einrichtung staat abzulehnen,soll bei israel ausnahmsweise nicht gelten,wegen der these, das die nazivergnagenheit deutscher volkspolitik solche kritik verbieten würde. <BR> die antideutschen heldenflüge gegen durchgeknallte nationalbolschewisten in allen ehren gehalten, halte ich deren theorie nicht für beständig ausbaufähig ( obwohl das richtige mit einem falschen ansatz getan wurde). was ich bei dem mg-ansatz allerdings nicht verstehe,ist der nutzen der staatstheorie in einer welt,die nur in staatskonstruktionen organisiert ist - der kleinste gemeinsame nenner der weltorganisation wäre damit zwar gefunden,aber was folgt daraus genau ?
tatsächlich ist auch israel ein kapitalistischer staat, was aber lediglich heißt, dass sich das personal den sachzwängen der israelischen nationalökonomie zu beugen hat; und dies auch tut, ohne darüber zu reflektieren. andererseits ist sich das israelische staatspersonal aber der funktion israels als "bewaffnetes ghetto" durchaus bewußt, d.h. es richtet seine politik in dem bewußtsein ein, letzten endes alleine zu stehen und weltweit keine unterstützung zu bekommen, wenn es angegriffen wird. natürlich sind auch israelis mittel des kapitals zu seiner verwertung, die regierung sieht sich aber gleichzeitig selbst als mittel zum schutz der israelis vor antisemitischer verfolgung. darin besteht der kern des zionismus nach auschwitz.
zudem, und das müsste auch der mg einleuchten, handelt es sich beim staat israel nicht um einen souverän, der seine macht durchgesetzt hat, sondern - im unterschied zu nahezu allen anderen nationalstaaten - um einen souverän in statu nascendi, der ständig von aussen in frage gestellt wird und eben faktisch über kein gewaltmonopol verfügt.
ich wiederhole mich, aber dies zu reflektieren ist voraussetzung dafür, den charakter der israelischen staatlichkeit zu begreifen.
der kleine antideutsche
Dann wäre es mir neu, dass Rassismus eine Sache ist, die in bürgerlichen Gesellschaften nur von "einigen Spinnern" betrieben wird. Er muss sicherlich nicht gleich in dem Todeswunsch der "Untermenschen" auftreten, das stimmt. Zu behaupten, dass bürgerlicher Rassismus sich darauf beschränkt, würde ich bestreiten. Schon das Ausländergesetz eines bürgerlichen Staates für eine vernünftige Sache zu erachten, reicht dafür.
Wenn die israelische Staatsgewalt nicht existieren würde, wären die Menschen dort wohl kaum dorthin gegangen...das würde ich behaupten und damit auch den Antisemitismus nicht unterschätzen.
Den Vorwurf hinsichtlich der "Gewalt an den Hals wünschen" meine ich ernst. Es ist kein Glück in einer Klassengesellschaft zu leben, auch nicht in Israel. Wenn ich das behaupte, bestreite ich doch NICHT die zwischen Unterschiede den nationalstaatlichen Vergesellschaftungen (auch die in spe wie jenseits vom Zaun) im allgemeinen. Es ist mir bloß zu albern, innerhalb der Unterschiede quasi tabellarisch zwischen guten und schlechten Vergesellschaftungen zu selektieren. Wozu?
I don't give a fuck about your war... or your president! Kurt Russel in "Escape from New York"
"Gebt euch nicht mit Leuten ab, die Bonnie und Clyde für Gewaltverbrecher halten" Diane DiPrima
Und als wenn in Israel kein antiarabischer Rassismus, der den Tod von Arabern fordert, unterwegs ist. Oder ist das schon wieder "verständlich"?Das es rassistische Israelis gibt, die Arabern den Tod wünschen, hat er nicht abgestritten. Er hat lediglich gesagt, das dies eine marginalisierte Position sei im Gegensatz zum Antisemitismus unter Palästinensern, der dort von einer breiten Masse getragen werde. Kann ich selbst jetzt allerdings weder bestätigen noch abstreiten, ich weiß es nicht.Last but not least ist es echt erbärmlich, wenn man den israelischen Untertanen die Gewalt noch positiv an den Hals wünscht.
Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass man Israel als Zufluchtsort verteidigen kann, ohne damit in eine Affirmation der bürgerlichen Herrschaft zu verfallen. Hält man einen Zufluchtsort für die Verfolgten des Antisemitismus für richtig und legitim, ist es zweitrangig, ob es sich dabei nun um einen bürgerlichen Staat oder eine riesige libertär-sozialistische Kibbuzgemeinde handelt, das berührt diesen Punkt überhaupt nicht. Deshalb würde ich auch erst garnicht damit anfangen, die bürgerliche Herrschaft in Israel irgendwie schön zu reden- die ist dort so beschissen wie auch sonstwo- oder das überhaupt großartig zur Debatte zu stellen (was das angeht, interessiert mich doch immer noch vor allem die bürgerliche Herrschaft hier vor Ort), denn das geht an dem, worauf es beim "Thema Israel" ankommt, komplett vorbei.
Warum sich also nicht gegen Antisemiten für den Zufluchtsort Israel aussprechen können? Weil es sich dabei eben auch um einen bürgerlichen Staat handelt? Demnach dürfte man sich auch nicht mit Opfern rassistischer und antisemitischer Gewalt seitens Deutscher solidarisch zeigen, wenn einem deren weltanschauliche Positionen nicht passen und das ist ganz offenkundig Blödsinn.
"Gebt euch nicht mit Leuten ab, die Bonnie und Clyde für Gewaltverbrecher halten" Diane DiPrima
Na gut, dass der kleine Antideutsche die Definitionsmacht über kommunistische Kritik hat (aber nicht klärt, warum seine Kritik eine solche sein soll). Die größte intellektuelle Katastrophe ist dann der Vorwurf der "Äquidistanz" wie Antideutsche ihren tranformierten - falschen - Antifaschismus der uralt Antifa rechtfertigen als letzten Rettungsanker: "Immerhin [1] besser als [2]" 1=bürgerlich rationales irgendwas (z.B. Staat) 2=die antisemitische Barbarei [inkl. allem, was da runtersubsumiert wird]. So was albernes habe ich meinen Lebtag noch nicht gehört. Das ist keine kommunistische Kritik, das ist pures Vergleichen zum Selbstzweck.
Und als wenn in Israel kein antiarabischer Rassismus, der den Tod von Arabern fordert, unterwegs ist. Oder ist das schon wieder "verständlich"?
Last but not least ist es echt erbärmlich, wenn man den israelischen Untertanen die Gewalt noch positiv an den Hals wünscht.
I don't give a fuck about your war... or your president! Kurt Russel in "Escape from New York"
Bürgerliche Gesellschaft ist praktizierter Idealismus, das Subjekt ihr souveräner Ursprung. (Joachim Bruhn)
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"Gebt euch nicht mit Leuten ab, die Bonnie und Clyde für Gewaltverbrecher halten" Diane DiPrima
Aber in der Regel mit nationalistischen Schlüssen, die wohl nicht weniger falsch sind. "Unser Raum/Land" ist schon ziemlich albern. Ein komischer Schluss, wenn man doch als von der israelischen oder palästinensischen Staatsgewalt Betroffener doch "eigentlich nur" die Repression anklagt.
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es ist natürlich einfach, sich mit einem "aggressive nationalismen, die aufeinander einprügeln" die welt zu erklären. es gibt aber sehr explizite unterschiede zwischen einem bürgerlichen staatsbürgernationalismus und einem volksgemeinschaftlichen, wie er von panarabischen und islamistischen bewegungen und staaten betrieben wird. dazu gehört unter anderem, dass in israel - von einigen spinnern abgesehen - niemand auf die idee kommt, "tod den arabern" zu fordern, während "tod den juden, treibt sie ins mehr" offizielles programm einer bewegung ist, die von gut der hälfte der palästinensischen bevölkerung offen unterstützt wird.
das tatsächliche totschlagargument ist also dein nationalismus-argument, weil es einem jede weitere analyse erspart, wenn man einmal festgestellt hat, dass nationalstaaten aus - oh wunder - nationalistischen beweggründen handeln.
wer dann noch, wie die mg, die solcherlei argumente erfunden hat, beim nahostkonflikt von "staatsterror" vs. "staatsgründungsterror" spricht, macht sich sich der rationalisierung antisemitischen wahns schuldig und dichtet sich gegen jede kritik des antisemitismus ab. das ist zwar kein "verbrechen", aber das ende jeglicher kritik in kommunistischer absicht (wenn mir diese phrase erlaubt ist).
diesmal wirklich: der kleine antideutsche
"Gebt euch nicht mit Leuten ab, die Bonnie und Clyde für Gewaltverbrecher halten" Diane DiPrima
Aber wie auch immer: Der Al-Quds-Tag ist nicht als sinnvoller Beitrag zu Versöhnung und Einigung gedacht, sondern als antiisraelische/antisemitische Hetzveranstaltung und nichts weiter.
"Gebt euch nicht mit Leuten ab, die Bonnie und Clyde für Gewaltverbrecher halten" Diane DiPrima
Das ist zunächst eine sehr rationale Aussage über den von Dir konstatierten "deutschen Wahn". Machst Du Dich damit nicht gar mitschuldig, dass Du Dich diesem Wahn rational näherst? Das finde ich, gehört sich nicht! Du unverschämter Laubub! Autoritärer Charakter! ... Quatsch? Eben!
Zudem: Selbst wenn die Nazis so einem Wahn unterlegen haben, also ihr nationales Interesse aus lauter Fehlschlüssen speisten...also wie Postone schrieb, statt Nachschub an die Front zu bringen, die Vernichtungslager betrieben, was soll das genau bringen? Das ist deutsche, amerikanische, französische, arabische, japanische, kanadische Alltäglichkeit. Mit dem glücklichen Unterschied, dass Juden nicht ins Gas geschickt werden. Aber wenn ein bürgerlicher Politiker sagt, dass Arbeitgeber dazu da sind, Arbeitsplätze zu schaffen, das wäre ihr soziale Rolle usw. dann ist irrational wie nichts. Und nun? Was sagt das über die gesellschaftlichen "Zwecke, die da unterwegs sind". Nichts. Was wird gesagt, wenn man diese Reden von George Bush, die ständig vom Bekämpfen des Bösen handeln, als wohl ganz offenkundig irrational betitelt? Irrationalität hörst Du beim Bäcker, in der Uni, bei Aldi und im bundesdeutschen Parlament. Und?
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„In Istanbul wurden am 15.11.2003 zwei Bombenanschläge gegen zwei Synagogen verübt“ sagen die Nachrichten. Bei dem Anschlag auf der Hauptsynagoge am Galata starben 25 Menschen. Über 300 wurden verletzt, zum Teil schwer. „Es könnte schlimmer sein“ sagen die Nachrichten. Grund: Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 300-400 Besucher in der Synagoge! Gestern neue Anschläge: Diesmal 27 Menschen (Tendenz steigend), über 450 Verletzte. Ja, es kann schlimmer sein. „Keine Deutschen unter den Opfer“ sagen in Deutschland die Nachrichten. Aufatmen. Nur Juden. Und Muslime. Höchstens die obligatorische Verständnisfrage taucht ab und zu auf: „warum Muslime?“.
Der Populärsoziologe Ulrich Beck feiert die Anschläge als „Globalisierung der Emotionen“ und versäumt es nicht die Heimatfront zur Bereitschaft aufzurufen: „Auch in Deutschland wird der immer labile historische Kompromiss des friedlichen, um Versöhnung ringenden Zusammenlebens von Juden und Nicht-Juden nun durch die Globalisierung der Emotionen unterspült, die durch die transnationale Verinnerlichung des israelisch-palästinensischen Konflikts ausgelöst wird.“
Wir können nicht mehr davor warnen, Verständnis bei der Ermordung von Juden aufzubringen. Denn es ist längst da. Etablierter Gestank in den Massenmedien, in den Kommentaren, literarisch verarbeitet und theoretisch untermauert durch die intellektuellen, die linken, die liberalen Avantgarden. Formierte (klerikalfaschistische) und unformierte (europäische Mordkollektive, Zivilgesellschaften genannt) haben bereits Stellung bezogen.
Die Anschläge haben auf die Ermordung von Juden gezielt und auf die Bestrafung derjenigen, die nicht nur keine Juden angreifen, sondern gemeinsam mit ihrer Regierung eine nicht-antisemitische Haltung einnehmen (sogar mit Israel kooperieren!). Die Ermordung von muslimische Menschen in Istanbul war kein "Kollateralschaden" der Täter sondern ein kalkuliertes Ziel.
In Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt fanden an diesen Tagen und finden seit einiger Zeit Massendemonstra-tionen statt. Nicht wegen der Anschläge. Versteht sich. Trotz der Anschläge. Es waren ja bloß die üblichen Anschläge gegen Juden und ihre Freunde. Nicht mal gewöhnungsbedürftig und auch als Wunsch längst nicht mehr nach Ausdruck suchend. Die Meute ist aufgebracht, marschiert auf den Strassen Deutschlands, Europas wg. Studiengebühren, wg. Globalisierung, wg. Sparmaßnahmen, wg. dem Castor. Es ist eine bewusste und ausdrückliche Entscheidung.
Die Terminwahl, beispielsweise, für eine „Kommunismuskonferenz“, bei der großen Wert auf ihren „internationalen“ Charakter gelegt wurde, auf den 9. November mag als Zufall erscheinen. Es ist es nicht. Es sollte nicht vergessen werden, was der hervorgekehrte „Internationalismus“ stets in der Lage war zu tun, und wozu er auch in Zukunft bereit sein wird, wenn die Faktizität des mörderischen Antisemitismus sich nicht behaglich mit der „sozialen Frage“ verbinden lassen sollte.
Die Anschläge haben höchstens motivierende Wirkung, sie vermitteln das Gefühl, in der großen Bewegung von Antiglobalisierung und Judenmord, von kommunistischem Eifer und antisemitischen Ekstasen, von Studenten- und Mauerbauproteste dabei zu sein, „mitzuwirken“. In der großen Familie der neue Protestbewegung angekommen und aufgenommen zu sein. Arbeitsteilig.
Am 21.11.2003, um 18.00 (Heinrichplatz, Kreuzberg) demonstrieren wir unsere Wut und Abscheu gegen die neuen antisemitischen Mordanschläge in Istanbul und gedenken an die Menschen, die ihre Leben verlieren mussten, weil sie Juden waren, weil sie mit Juden zusammengelebt haben, weil sie in ihrer Nähe sich befanden, weil sie kein Problem damit hatten.
Wir demonstrieren gleichzeitig gegen das antisemitische Mordkollektiv, das sich lange schon an die Arbeit gemacht hat, heute in Gestalt von klerikal-faschistischen Gruppen und ihren europäischen Klakeure , morgen als irgendein anderer Verein mit irgendeinem Schwerpunkt.
Unsere Aufgabe ist und bleibt es, dort wo wir leben und wirken, dafür zu sorgen, dass Jüdinnen und Juden nicht nur keiner Bedrohung ausgesetzt werden, sondern auch sich am sichersten fühlen können. Wir stellen uns entschieden gegen die Allianz von deutschen und nichtdeutschen Antisemiten, gegen den Wahn von Mordkollektiven in all seine Bewegungs- und Protestformen.
„Es lebe das christliche Europa, das freudenstrahlend dabeisteht, wenn Islamisten Juden in Europa in die Luft jagen, denn dann kann man endlich diese lästigen Kopftuchträger aus dem Land jagen und die Juden am besten nach Israel. Dann wird Europa endlich frei sein, wie man sich das ja schon so oft und früher erträumt hat. Die Juden sind euer Unglück, und die Muslime gleich dazu.“ (Aus „Kein Strassenfest mehr“ von Natan Sznaider, Professor für Soziologie am Academic College in Tel Aviv.)
Morgenland, Inc., 21.11.2003
Bürgerliche Gesellschaft ist praktizierter Idealismus, das Subjekt ihr souveräner Ursprung. (Joachim Bruhn)
"Gebt euch nicht mit Leuten ab, die Bonnie und Clyde für Gewaltverbrecher halten" Diane DiPrima
Du sagst dann "sie haben ja auch keinen anderen Staat, besser einen wo sie Mittel sind als einen wo man sie gleich um die Ecke bringen will!". Und genau an dieser Stelle wird die Sache krumm. Weil sowohl du als auch ich keine Staatenlenker mit Armeen sind, MÜSSENTEN WIR UNS EIGENTLICH AUCH NICHT ALS SOLCHE IMAGINIEREN, also Überlegungen darüber anstellen, welche Rolle in der Staatenwelt Israel zugedacht werden könnte. Nicht einmal die MG könnte Israel seine Existenz betreiten, sowenig wie du sie Israel geben kannst. Das ist mal das eine. Du denkst wie ein wirklicher Politiker, machst dir eine Betrachutungsweise zu eigen, die nur in der Phantasie besteht - so ähnlich wie ein Kommentator in der Zeitung, der sich auch immer in die Rolle des Außenministers denkt und von da aus kluge Ratschläge verbreitet.In einer beschissen zugerichteten Welt, in der man überall als Mittel für Staat und Kapital herzuhalten hat, in der aber eben vorrangig jüdische Menschen (gleich dahinter rangieren die „Judenfreunde“) Ziel antisemitischen Terrors sind: Da gibt es wohl nicht nur nichts moralisches Haltbares, sondern auch nichts Vernünftiges gegen die Entscheidung um ihrer Existenz bangender jüdischer Menschen einzuwenden, sich jenes bürgerliche Nationalghetto unter den vielen als Wohnort auszusuchen, in dem sie davor sicher sind, vom „Volk“ zum allgemeinen Abschuß freigegeben zu werden. Der „Preis“ für diese Sicherheit- Mittel für den israelischen Nationalstaat zu sein- ist nicht höher als der für den legalen Aufenthalt in anderen bürgerlichen Staaten, wo diese Sicherheit aber nicht existiert. Israel hat in diesem Sinne sehr wohl die Funktion eines Zufluchtsortes, auch wenn das nicht Hauptzweck des bürgerlichen Staates Israel sein mag (wobei es ihn ohne den Wunsch nach einem Zufluchtsort für verfolgte Juden und Jüdinnen, praktisch: der zionistischen Bewegung, überhaupt nicht geben würde).
"Gebt euch nicht mit Leuten ab, die Bonnie und Clyde für Gewaltverbrecher halten" Diane DiPrima
Wenn du sagst, Israel ist ein Staat, dann ist NOTWENDIGERWEISE das Volk MITTEL des Staates.
Wenn Israel eine kapitalistische Ökonomie ist, dann ist NOTWENDIG der Großteil des Volkes auf den Dienst am Kapital angewiesen, also zur Armut verdammt.
Deinem Widerwillen, die abstrakten Prinzipien von Staat und Kapital an Israel festzuhalten wäre nur zuzustimmen, wenn du beweisen könntest, wie ein kap. Staat ohne Militär und Klassengesellschaft denkbar wäre. Weil abstrakte Prinzipien - einmal methodisch gesprochen - in der konkreten Wirklichkeit ihre Gültigkeit entfalten, sonst wären es ja keine Prinzipien, liegt das alles bei Israel vor, was ich gesagt habe.
Dass ich mich nicht um die besondere Form des aktuellen isralelischen Staatsprogrammes geschert habe liegt nicht daran, dass es sie nicht gibt, sondern daran, dass hier in diesem Forum und auch in anderen Foren ständig gerade die PRINZIPIEN bestritten werden. Da wird gesagt, der Staat steht so zu seinen Bürgern, dass er sie schützt. Er schützt sie in der Tat, aber in der Form, dass er sie sich als Mittel erhalten will für sein Staatsprogramm, was mit einschliesst, dass er ihre Gesundheit dem Wachstum der Wirtschaft und dem Krieg (in unserem Fall gegen die Palästinener, Libanon, etc.) opfert. Von daher bekommt AUCH DEN JUDEN ihr Staat nicht gut.
Du sagst dann "sie haben ja auch keinen anderen Staat, besser einen wo sie Mittel sind als einen wo man sie gleich um die Ecke bringen will!". Und genau an dieser Stelle wird die Sache krumm. Weil sowohl du als auch ich keine Staatenlenker mit Armeen sind, MÜSSENTEN WIR UNS EIGENTLICH AUCH NICHT ALS SOLCHE IMAGINIEREN, also Überlegungen darüber anstellen, welche Rolle in der Staatenwelt Israel zugedacht werden könnte. Dem Theoretiker bleibt nichts anderes übrig, als zu schauen, was dort in Israel vorliegt und sich ein Urteil darüber zu bilden. Nicht einmal die MG könnte Israel seine Existenz betreiten, sowenig wie du sie Israel geben kannst. Das ist mal das eine. Du denkst wie ein wirklicher Politiker, machst dir eine Betrachutungsweise zu eigen, die nur in der Phantasie besteht - so ähnlich wie ein Kommentator in der Zeitung, der sich auch immer in die Rolle des Außenministers denkt und von da aus kluge Ratschläge verbreitet.
Nimm halt mal zu Kenntnis, dass - abgesehen von der Revolution - die Parteinahme für eine höhere Gewalt immer die Parteinahme eines ohnmächtigen Möchtgerns ist und immer eine Parteinahme für den Tod von Menschen ist. DIESEN UNSINN ERSPART MAN SICH BESSER, für mehr plädier ich in gar nicht!
Du sagst, Israel ist kein fertiger Staat sondern einer in Gründung, er führt noch seinen Staatsgründungskrieg. Das ist zutreffend. Aber jetzt müsste man doch mal schauen, was das für Israel heisst. Nation heisst ja Volk + Land. Wen definiert der Staat Israel als sein Volk? Und welches Land definiert Israel als sein Land? Und was hat er mit Volk und Land vor, wenn dort die Rechtsordnung des Staates gilt? Und - last but not least - bekommt das den Leuten gut und schlecht?
Das wären alles so Fragen, die man sich stellen könnte.
Du guckst indes durch deine deutsche Antifa-Brille. Das ist an sich ja nichts Verwerfliches, aber eine Brille trübt nun einmal die Erkenntnis. "Israel als Heimstatt der Juden", das findest du gut. Aber die Brutalitäten daran, was das heisst -z.B. für die Leute, die dort auch hocken, aber ausdrücklich nicht für die Heimstatt vorgesehen sind, die siehst du nicht. Und du siehst auch nicht, dass Heimstatt der vornehme Ausdruck dafür ist, dass sich das ein Staat die Juden zum Volk gemacht hat und Volk zu sein ist - verdammt noch mal! - kein Glück sondern eine anstrengende und lebensgefährliche Sache. Und diese Volksbildung betreibt der Staat übrigens positiv und keineswegs aus Notwehr heraus. Er begreift sich ja gerade nicht als Staat der Nazi-Opfer sondern als Staat der Juden - von daher ist DIESE Verknüpung von NS-Verfolgung und Israel reine Ideologie.
Alles weitere, dass ein Marxist irgendeinem Juden den Tod wünscht oder sowas, was ich (nicht von dir, da bist du eine löbliche Ausnahme)schon oft genug gehört habe, das ist einfach nur widerlich. Da will man auf Basis der falschen Gleichung Israel = Antifa wen anderes als Schwein denunzieren, WEIL er sich diese FALSCHE Sichtweise nicht zu eigen gemacht hat und nicht, weil er im Ernst das vorhätte was man ihm an Antisemitismus usw. unterstellt.