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Montag, 17. Juni 2019


Sanaz Allah-Yari

Sanaz Allah-Yari und ihr Ehemann Amir-Hossein Mohammadi-Far, Mitglieder der Redaktion der elektronischen Zeitschrift Gam, wurden am 19. Bahman 1397 (Ende Januar 2019) verhaftet und nach 4 Monaten Haft im Trakt 209 des Ewin-Gefängnisses in eine andere Abteilung des selben Gefängnisses verlegt. Da die Vernehmungen von Sanaz und Amir-Hossein nach 25 Tagen abgeschlossen waren, ist ihr weiteres Festhalten in Untersuchungshaft nach iranischem Gesetz illegal. Der Vater von Sanaz war den staatlichen Rechtsbrechern auf den Fersen und versuchte, dieser Sache auf den Grund zu gehen. Dazu nahm er lange Anfahrtswege in Kauf (er wohnt 300 km von Teheran entfernt). Das wurde ihm am 16. Juni zum Verhängnis. Ein weißer Lieferwagen gab Vollgas und fuhr im Rückwärtsgang mit voller Geschwindigkeit auf ihn los, so dass er zu Boden gestoßen und ein Stück mitgeschleift wurde. Augenzeugen kamen ihm zu Hilfe und riefen die Polizei und die Ambulanz. Der weiße Lieferwagen gehörte dem Ewin-Gefängnis und verschwand auf dem Gefängnisgelände. Im Gegensatz zum sonst Üblichen wurde der Lieferwagen nicht beschlagnahmt. Der Fahrer des Lieferwagens wurde auch nicht festgenommen, wie es sonst üblich ist, sondern musste nur seinen Ausweis abgeben.
Nur dem Eingreifen der Umstehenden war es zu verdanken, dass das Gefängnispersonal keinen Erfolg damit hatte, den Täter entkommen zu lassen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=184847
vom 27. Chordad 1398 (17. Juni 2019)
tasadome mashkuke yek mashine zendane ewin ba pedare sanaz allah-yari

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Auf folgendem Video erkennt man eine kurze Szene an einem iranischen Grenzposten. Zwei Uniformierte verprügeln und treten einen Grenzgänger, der Waren auf dem Rücken in den Iran bringt. Da Schmuggel im Iran ein Privileg der Revolutionswächter (Pasdaran) ist, wird der kleine Grenzhandel der Habenichtse mit aller Strenge verfolgt. Die Grenzwächter dürfen schlagen und treten und verbrennen die beschlagnahmte Ware, wie das Feuer zeigt.

https://www.peykeiran.com/movie/ZarboShatmeKoolbar.mp4

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=184773
vom 26. Chordad 1398 (16. Juni 2019)
film/zarb o shetame yek kulbar dar marzbani wa atash zadane jense u

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Nazanin Zaghari-Ratcliffe

Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist eine britisch-iranische Journalistin mit doppelter Staatsangehörigkeit. Vor drei Jahren war sie bei einem Besuch im Iran verhaftet und wegen „Spionage“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Am 15. Juni, dem Geburtstag ihrer Tochter, ist sie erneut in den Hungerstreik getreten, um gegen ihre ungerechte Inhaftierung zu protestieren.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79874/
vom 15.06.2019
nazanin zagheri e°tesabe ghaza karde ast

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Die Mutter des ermordeten Internetaktivisten

Ali-Resa Schir-Mohammad-Ali war 2018 wegen seiner Internetaktivitäten unter dem Vorwurf der „Beleidigung von Heiligem“ (Blasphemie), „Beleidigung des Begründers der Islamischen Republik“ (gemeint ist Ajatollah Chomeini), „Beleidigung des Religiösen Führers“ (gemeint ist Ajatollah Chamene‘i) und „Propaganda gegen das System“ zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wurde im Gefängnis von Groß-Teheran in Haft gehalten.
Am 10. Juni 2019 wurde er von zwei Mitgefangenen ermordet, die wegen Drogendelikten in Haft sind. Sie versetzten ihm tödliche Messerstiche in die Schlagader und in den Bauch. Die Behörden hatten es sehr eilig, ihn unter die Erde zu bringen, und so wurde er am 12. Juni 2019 unter einem kleineren Kreis von 50 Freunden und Angehörigen auf dem Beheschte-Sahra-Friedhof in Teheran beerdigt. Am Freitag, den 14. Juni, organisierten die Freunde und Verwandten dann eine Gedenkveranstaltung an den verstorbenen Aktivisten auf dem Friedhof, diesmal unter massiver staatlicher Überwachung. Sicherheitskräfte und Männer in Zivil filmten die Teilnehmer, notierten die Kennzeichen der eintreffenden Fahrzeuge, beschlagnahmten ein Mikrophon und entfernten die Stühle für die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung.
Die genannten Details legen die Vermutung nahe, dass die Messerstecher auf staatliche Veranlassung gehandelt haben. Ein Todesurteil hätte international mehr Aufsehen erregt, während eine Straftat im Gefängnis ja überall vorkommen kann…

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=93768
vom 24. Chordad 1398 (14. Juni 2019)
bozorgdashte Alireza Shir Mohammad Ali dar fazaye amniyati

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Ahmad Tavakkoli, Mitglied der Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems (Majma°e Tashxise Maslehate Nezam), hat am vergangenen Samstag (15. Juni) in einem Interview mit der Webseite Xaneye mellat (Haus des Volks) erklärt, dass in den ersten 9 Monaten des Vorjahres 744.000 Arbeiter ihre Arbeit verloren haben. Regional beträgt die Arbeitslosenquote laut Gewerkschaftsaktivisten bis zu 50%, laut amtlichen Angaben liegt sie bei 12%. Die Inflation betrug im vergangenen Jahr (1397) rund 47%. Der Hohe Rat für Arbeit hat den diesjährigen Mindestlohn auf rund 1,5 Millionen Tuman festgelegt, was weniger als die Hälfte des Einkaufskorbs beträgt, das heißt der Ausgaben, die man zum Überleben benötigt.
Ahmad Tavakkoli machte die Währungspolitik der Regierung dafür verwantwortlich, dass im Iran viele Firmen dicht machen mussten oder nur zum Bruchteil ihrer Kapazität arbeiten, weil sie die Kosten für importierte Rohstoffe aufgrund des raschen Währungsverfalls nicht mehr bezahlen können.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=93780
vom 25. Chordad 1398 (15. Juni 2019)
744.000 kargar teye 9 mah exraj shodand

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Mittwoch, 12. Juni 2019

KRIEG UND FRIEDEN HEUTE

Über die Zwistigkeiten, Handelskriege usw. zwischen den USA und dem Rest der Welt, die Budgetstreitereien der EU und das Säbelrasseln bzw. die Kriegshandlungen rund um den Globus.

Ich stelle fest, daß es offenbar einen Bedarf nach so einer Pinnwand gibt, also hier ist sie.

Der Lesekreis Dresden trifft sich bis auf weiteres jeden letzten Montag im Monat, jeweils ab 19:00 Uhr in der SLUB, Zellescher Weg 18, in Dresden. Im Dezember 2019 treffen wir uns allerdings bereits am Montag, den 16. 12. Der Raum in der SLUB wird kurzfristig reserviert. Wer dazu (oder auch sonst) mehr wissen möchte, der/die kann sich gerne an die eMail-Adresse: „wak37@web.de“ wenden. Zwischendurch verabreden wir uns immer wieder `mal zu einem Stammtisch, wo wir über aktuelle Themen reden. Wir lesen derzeit von Karl Marx die „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“, MEW 42; „Das Kapitel vom Geld“, S. 49 – 164, wollen wir beim Mai-Treffen (also am 27. 5.) abschließen und „Das Kapitel vom Kapital“ (S. 165 – 669) angehen. Jederzeit freuen wir uns über interessierte Neuzugänge.

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Dienstag, 11. Juni 2019

Der IT-Spezialist mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft, Nizar Zakah, der vier Jahre lang im Iran inhaftiert gewesen war, wurde nun freigelassen. Er konnte gestern über den Libanon ausreisen. Er hatte dort ein Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun, der in seiner Freilassung vermittelt hat.


Nizar Zakah nach seiner Freilassung am 10.6.2019

Nizar Zakah war vor vier Jahren festgenommen worden. Damals reiste er auf Einladung der Vizepräsidenten für Frauenangelegenheiten des Internationalen Forums für die Entwicklung der Frauenrolle nach Teheran. Als er drei Tage später den Iran verlassen wollte, verschwand er. 45 Tage später wurde bestätigt, dass er wegen Spionage festgenommen worden war. Er wurde dann zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Zoka hat gesagt:
„Das Evin-Gefängnis ist eines der gefährlichsten Gefängnisse der Welt, das man nicht beschreiben kann. Ich blieb drei Jahre, acht Monate und 25 Tage in diesem Gefängnis“, beschrieb Zoka das Evin-Gefängnis in Teheran fast vier Jahre lang. … Die Iraner haben im ersten Jahr meiner Haft alle Arten von Folter gegen mich angewandt, aber seitdem war Folter auf Folter beschränkt … Ich durfte mich nur einmal pro Jahr mit dem libanesischen Botschafter in Teheran treffen. Der Iran hat keine der internationalen Regeln und Vorschriften für Gefangene beachtet. „1

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Alireza Shirmohammadali, ein iranischer Internetaktivist, der seit einem Jahr im Gefängnis war, wurde von zwei kriminellen Mitgefangenen getötet.


Alireza Shirmohammadali

Alireza Shirmohammadali wurde festgenommen, weil er im Internet die iranische Regierung kritisiert hatte. Nach acht Monaten Haft im Fashapujeh-Gefängnis hat er er aus Protest gegen seine Verhaftung einen Hungerstreik begonnen. Danach wurde er in ein anderes Gefängnis für Kriminelle verlegt.

In diesem Gefängnis wurde er nun von zwei kriminellen Mitgefangenen ermordet. Es heisst, sie hätten sich durch den Mord Haftverkürzungen erkauft.

Kommentar

Im Iran gibt es drei Fälle, bei denen politische Gefangene die Schikane auferlegt bekommen, in ein Gefängnis für Kriminelle verlegt zu werden. Es gibt einmal den Fall, dass Menschen gefoltert werden, aber unter der Folter keine Aussage machen. Im zweiten Fall kommt es vor, dass politische Gefangene auch aus dem Gefängnis heraus weiterhin kritisch gegenüber der Regierung sprechen und das über Anwälte oder Angehörige an die Öffentlichkeit gelangt. Im dritten Fall trifft es die Gefolterten, die sich einem öffentlichen Geständnis im Fernsehen verweigern. Sie alle können in Gefängnisse speziell für Kriminelle verlegt werden, wo sie von anderen Häftlingen massiv unterdückt werden.

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"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

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