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Samstag, 18. April 2015

Prolog Bei Veranstaltungen zur Kritik an den sog. Antideutschen gibt es oftmals einen interessanten Effekt. Da steht irgendjemand vorne und kritisiert zum Teil tatsächlich kritikable Aspekte am antideutschen Mainstream. Bei den Zuhhörer*innen führt das allerdings dazu, dass sich innerhalb kürzester Zeit ekeligste Ressentiments Bahn brechen. Da meinen plötzlich alle, nun endlich die Legitimation respektive die Absolution [...]

Freitag, 17. April 2015

In der westlichen Forschung zum Genozid an den Armeniern wird fast durchgehend von jedem historischen Kontext abstrahiert, so vor allem von der Tatsache, dass sich jener nicht nur im Rahmen eines Weltkriegs, sondern auch eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs ereignete. Die ‘Sozialdemokratische Huntschak-Partei’ (SDHP) und die drei Jahre nach ihr gegründete “Armenische Revolutionäre Föderation” (ARF) strebten seit den späten 1880er Jahren ein Großarmenien in Russland und den sechs nordöstlichen Provinzen Anatoliens an, obwohl die Armenier in letzteren gerade einmal ein Viertel der tatsächlichen Bevölkerung stellten. Ihr nationales Projekt war daher von Anfang nur durch den Gebrauch extremer Mittel zu erreichen. Der armenische Patriarch Aschikyan, der in einer Predigt davor gewarnt hatte, dass die Provokationen der Nationalisten auf endloses Blutvergießen und das Verderben der Armenier hinauslaufen würden, wurde kurzerhand erschossen.

Die Strategie war einfach: Mit Anschlägen auf osmanische Beamte und Massakern an kurdischen Dorfbewohnern sollten Vergeltungsmaßnahmen gegen die armenische Bevölkerung provoziert werden, um so die imperialistischen Staaten, die sich in ihrer Propaganda als Schutzmächte der osmanischen Christen aufspielten, zum Eingreifen auf der Seite der Armenier zu zwingen. Evangelikale Missionare hatten sich dabei schon in den 1890er Jahren als wirksamer Transmissionsriemen erwiesen, um den Armeniern eine Dauerpräsenz in westlichen Medien zu garantieren. Gleichzeitig wurden tausende Gewehre aus Russland eingeschmuggelt, um sich für den kommenden Krieg zu rüsten. Als die Russen schließlich in Anatolien einrückten, rebellierten die Armenier in Van und ermordeten Tausende von muslimischen Männern, Frauen und Kindern, um die Stadt schlüsselfertig den Russen zu übergeben. In internen Memoranden konnten russische Offiziere ihr Entsetzen über die begangenen Gräueltaten kaum verbergen.

Der Aufstand von Van führte in der jungtürkischen Regierung zu der radikalen Entscheidung, die armenische Bevölkerung zu ‘verschicken’, das heißt gewaltsam aus den Konfliktregionen im Osten Anatoliens zu verschleppen, wo sich armenische Nationalisten einen auf Sabotage gerichteten Partisanenkrieg mit der osmanischen Armee lieferten. Wie Hilmar Kaiser in einer Detailstudie feststellte, unterlag dem Entschluss zur Umsiedlung nicht von Anfang an der Plan, die Armenier zu vernichten. Dieser reifte erst, als die verheerenden Auswirkungen der Deportationen sichtbar wurden und Teile der jungtürkischen Regierung, namentlich Talât Pascha, darin die Gelegenheit erkannten, mit ihren illoyalen Bürgern fertig zu werden und einen ethnisch homogenen Nationalstaat zu errichten. (Auch Hans-Lukas Kieser spricht in diesem Zusammenhang von einer “kumulativen Radikalisierung” zum Völkermord.)

Der Hintergrund des Bürgerkriegs wird von westlichen Genozidforschern in der Regel aber ausgeblendet oder bewusst verleugnet, indem man ihn mit einem Bild aus der deutschen Geschichte als “Dolchstoßlegende” abtut. Damit wird die Motivation zum Genozid völlig rätselhaft und muss durch die Annahme einer gegen Christen gerichteten rassistischen Ideologie substituiert werden, für die es nur leider keine Belege gibt. Hier zeigt sich das Interesse, den Völkermord an den Armeniern auf Biegen und Brechen in eine logische Reihe mit dem Holocaust zu stellen, um diesen seiner historischen Singularität zu berauben. Entsprechend deutet Kieser den Aufstand in Van, bei dem tausende unschuldiger Muslime, einschließlich Kindern und Greisen, von armenischen Nationalisten niedergemetzelt wurden, in einen Akt heroischer Gegenwehr um. Die blutige Rebellion wird zu einer Art “Warschauer Ghettoaufstand”, um die Analogie mit dem Judenmord zu komplettieren. Der evidente Unterschied, wie u.a. Bernard Lewis, aber auch Taner Akçam herausgestellt haben, ist jedoch der, dass Juden und “Arier” sich in keinem Realkonflikt, geschweige denn in einem Bürgerkrieg miteinander befanden. Sie konkurrierten nicht, wie die Armenier und die Türken, als Nationalbewegungen um das gleiche Territorium. Juden waren vielmehr eine äußere Projektionsfläche für rassistische Phantasien. Das alles trifft auf den Völkermord an den Armeniern einfach überhaupt nicht zu.

Der Effekt dieser kontrafaktischen Sichtweise ist nicht nur, dass Zehntausende muslimischer Opfer aus dem Gedenken ausgegrenzt werden und dass von den Millionen durch die nationalen Aufstände in Griechenland und auf dem Balkan ermordeter und vertriebener Osmanen nicht mehr die Rede ist. Vielmehr wird jeder kritische Blick auf den Nationalismus überhaupt verstellt. Der Völkermord erscheint als Fehltritt und “nationale Schande”. Von der Erkenntnis, dass die aus Europa über das Osmanische Reich schwappende Welle ethnischer Nationalismen ein multikulturelles Empire in ein Schlachthaus verwandelte, nur damit jedes Volk seine eigene Zelle erhält, ist jedoch keine Spur mehr. Stattdessen wird für Kieser der Völkermord zum Anlass, die Schweizer Tradition internationaler Solidaritäts- und Menschenrechtsarbeit hochleben zu lassen, für die im 19. und frühen 20. Jahrhundert ausgerechnet die dubiose Tätigkeit christlicher Missionswerke stehen soll.

Last but not least entlässt dieses “Paradigma” die armenischen Nationalisten so auch aus jeder historischen Verantwortung für das Verderben, das sie im Zusammenspiel mit dem türkischen Nationalismus über Hunderttausende unschuldige Armenier gebracht haben. Und hier beunruhigt dann doch, dass die seit 125 Jahren bestehende “Armenische Revolutionäre Föderation” (kurz Daschnakzutjun), nach wie vor die größte und einflußreichste Organisation in der armenischen Diaspora, bis heute ungebrochen von einem “Großarmenien” träumt und sich wohl auch deshalb politisch in der Umgebung der revanchistischen deutschen Vertriebenenverbände bewegt. Das zeigt im Grunde die ganze Schizophrenie: Einerseits sieht man sich als Opfer eines “Holocausts vor dem Holocaust”, andererseits sucht man die Nähe zum antisemitischen und revanchistischen Lager in Deutschland. Jede Betrachtung des Genozids an den Armeniern sollte daher eigentlich eine Kritik an der Rolle der armenischen Nationalisten einschließen, die wie alle Nationalisten ihr Volk im Namen der Emanzipation zum Material für die Feindschaft gegen den “Anderen” machten und dabei auch das Unglück und den Tod Abertausender ihrer eigenen Leute in Kauf nahmen.

Donnerstag, 16. April 2015

Die Proteste von Lehrerinnen und Lehrern erstrecken sich inzwischen über das ganze Land.Huete, am Donnerstag, den 16.4. 2015, kam es zu Kundgebungen in Teheran, Lorestan, Hormosgan, Kurdistan, Chusistan, Qaswin und anderen Städten und Regionen.


Kundgebung in Teheran

Kundgebung in Teheran

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Dienstag, 14. April 2015

Wie wir jeden Tag Verhältnisse herstellen, die uns unfrei machen. Ein Vortrag aus Anlass des 1. Mai
Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann
Samstag, 25. April 2015, 17.00 Uhr, Erlangen

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http://emafrie.de/nieder-mit-der-arbeit/

 

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Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 6. Mai 2015, 19.00 Uhr, Nürnberg

Mehr unter

http://emafrie.de/der-unverstandene-nationalsozialismus-4/

 

flattr this!

Montag, 13. April 2015

Man sollte meinen, für einen religiösen Führer der Muslime gibt es eine Farbe – Grün, die Farbe des Propheten.
Ajatollah Chamene‘i, der Religiöse Führer der Islamischen Republik Iran, gibt einer anderen Farbe den Vorzug: Grau.
Nicht Schwarz, nicht Weiß!
Während der aktuellen Atomverhandlungen in Lausanne beriefen sich die iranischen Verantwortlichen – Präsident Hassan Rouhani, Außenminister Sarif, der Leiter der iranischen Atombehörde Salehi – stets darauf, dass alle Verhandlungspositionen mit Ajatollah Chamene‘i eng abgestimmt wurden. Das wussten auch die Fundamentalisten um Chamene‘i, und mussten es zähneknirschend akzeptieren.
Jetzt, nach der Erklärung von Lausanne, wonach der Iran im wesentlichen in die atomare Abrüstung eingewilligt hat und einen Rückzieher in der Frage der atomaren Aufrüstung gemacht hat, war natürlich auch eine klare Stellungnahme des Religiösen Führers gefragt. Was der zu sagen wusste, ist bemerkenswert:

Ich bin nicht dafür, und ich bin nicht dagegen!
Ja, genau das hat Chamene‘i zum Verhandlungsergebnis gesagt. Er betonte einerseits, dass er die Verhandlungen billigt und auch die Weiterführung der Verhandlungen gutheißt, aber zugleich meinte er zur Erklärung von Lausanne, dass es sich dabei um eine Erklärung handle und um kein Abkommen. Und somit sei er weder für die Erklärung, noch dagegen. So versucht er anscheinend, seinen Anhängern Sand in die Augen zu streuen. Es ist klar, dass er seine Niederlage nicht an die große Glocke hängen will. Das tun schon andere. Denn Rafsandschani, sein konservativer Gegner, hat vorgestern einen Giftpfeil gegen Chamene‘i und seine Unterstützer abgeschossen.

Freiheit von Ausbeutung, Freiheit von Tyrannei
Ajatollah Ali Akbar Haschemi Rafsandschani, der Vorsitzende des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems, hat auf einer Sitzung wichtiger Entscheidungsträger am gestrigen Sonntag (12.04.2015) folgende Worte geäußert:
„Freiheit von Ausbeutung, Freiheit von Tyrannei und die Gegenwart des Volks (ergänze: in der Bestimmung ihres Schicksals) sind drei wichtige Faktoren. Wenn sie gegeben sind, geht die Gesellschaft nie unter. (…) Aber es gibt Menschen, die sich an heilige Mumien klammern, es gibt Ignorante und Unwissende. Für diese Leute besteht die Katastrophe darin, dass ein paar nicht ausreichend verhüllte Frauen auf die Straße gehen. Genau, das ist eine Katastrophe, und diese Frauen sollten doch zumindest die islamische Verschleierung achten. Aber die Frage ist doch die, was mit den übrigen Problemen ist, zum Beispiel den Gefängnissen, dem Unrecht, der Unterdrückung, den Rechten des Volks, die mit Füßen getreten werden?“
Er sagte weiter: „Wenn man sieht, wie ein Teil der Anhänger der „heiligen Mumien“ und die „Besorgten“ heute wieder lästig werden – es sind dieselben, die auch schon den Imam (Ajatollah Chomeini) geplagt haben.“

Die Herrschaft der Mumien
Rafsandschani verwendet dabei knappe Wortprägungen wie choshk-moqaddas („trocken heilig“), die im Text nur in Umschreibung wie „Heilige Mumien“ wiedergegeben werden konnten, aber bei denen iranischen ZuhörerInnen klar ist, wer gemeint ist. Fundamentalisten wie Ajatollah Mesbah Jasdi, der Vorsitzende des Wächterrats Dschannati, der Keyhan-Chefredakteur Schariatmadari oder der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i. Mit „Ignoranten“ (dschahel) und „Unwissenden“ (na-dan) meint er vor allem die Fundamentalisten im Parlament, in der Bassidschi-Miliz und bei den Pasdaran. Das sind diejenigen, die nicht an die Zukunft und den Erhalt der Islamischen Republik denken, sondern nur an ihre kurzsichtigen Eigeninteressen.
Mit dem Begriff der „Besorgten“ (delwapassan) greift Rafsandschani einen noch jungen Begriff auf, mit dem sich die Fundamentalisten gerne schmücken, wenn sie die iranischen Atomverhandlungen torpedieren wollen. Sie reden dann gern davon, wie besorgt sie seien, dass dabei die iranischen Interessen aus den Augen verloren werden und so weiter. Das ist kein kleiner Personenkreis: Er umfasst die Fundamentalisten wie auch ihren bewaffneten Arm, die Pasdar-Generäle und ihr Fußvolk.

Wer hat das Geld in den Sand gesetzt?
Schon davor hat Rafsandschani den Finger in die Wunde gelegt, als er darauf hinwies, dass die ganzen Verluste und wirtschaftlichen Folgen des iranischen Atomprogramms, bei dem 200-300 Milliarden Dollar rausgeworfen wurden, der radikalen Außenpolitik des vorigen Präsidenten Ahmadineschad zu verdanken sei. Man habe ja die Verantwortlichen darauf hingewiesen, dass der Mann ungeeignet sei, aber das sei leider nicht beachtet worden. Dieser Vorwurf geht direkt an die Adresse des Religiösen Führers. Denn er hat sich sogar dafür eingesetzt, dass Ahmadineschad durch eine Wahlfälschung in den Genuss einer zweiten Amtszeit kam.

Gegenfeuer
Dass man sich in ihren Kreisen nicht beliebt macht, wenn man die fundamentalistischen Scharfmacher angreift, war Rafsandschani sicher klar, und die Antwort ließ nicht auf sich warten. Der Oberbefehlshaber der Pasdaran General Asis Dscha‘fari reagierte noch heute: „Wenn wir diejenigen, deren Herzenssache die Revolution ist, diejenigen, die am meisten Tote für die Sache gegeben haben und an deren Körper und Seele die Wunden des Kriegsschauplatzes noch abzulesen sind, wenn wir sie als „heilige Mumien“ bezeichnen, als diejenigen, die den Imam geplagt haben, was bedeutet das dann? Da kommt ein gefährlicher Groll gegen die Wertvorstellungen der Islamischen Revolution und die hehren Ziele des Erlauchten Imams Chomeini zum Vorschein (…)“
Der heutige Justizsprecher Mohsen Eshe‘i bezeichnete die jüngsten Äußerungen Rafsandschanis als „gegen das Gesetz“ und warnte, wenn sie nicht durch Dokumente belegt seien, würden sie strafrechtlich verfolgt. Darf Rafsandschani also demnächst einen Haftbefehl erwarten? Die iranischen Zeitungen vom morgigen Dienstag haben es jedenfalls vorgezogen, sich hinsichtlich der Kritik Rafsandschanis und seinen Gegnern nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Frei nach dem Vorbild des Führers: „Ich bin nicht dafür, und ich bin nicht dagegen!“

Der König ist tot, es lebe der König!
Vor dem Hintergrund des ideologischen Machtverlusts steht Ajatollah Chamene‘i und seine Umgebung vor einem Problem. Sie können zwar die Einzelheiten der Atomverhandlungen unter den Tisch spielen, aber die Bevölkerung weiß davon. Damit ihre Unterstützung unter den eigenen Anhängern nicht zusammenbricht, müssen sie die ideologische Lücke füllen: Wenn man mit dem „Großen Teufel“ (=USA) am Verhandlungstisch sitzt, braucht man einen anderen Bösewicht, und den hat der Ajatollah gefunden: Saudi-Arabien.

Saudi-Arabien: der Teufel bekommt Ablösung
Der Religiöse Führer des Irans kritisierte die saudische Regierung scharf dafür, dass sie in Jemen militärisch gegen die schiitischen Huthi-Milizen vorgeht. Von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und dergleichen ist die Rede. Zusätzlich werden in den iranischen Medien noch weitere Meldungen aufgebauscht und erfunden, die die Saudis als Bösewichte darstellen. So seien zwei junge Iraner, die kürzlich nach Saudi-Arabien flogen, um nach Mekka zu pilgern, bei einem Verhör im Flughafen von der saudischen Polizei vergewaltigt worden. Empörung. Die Familie der beiden Männer dementierte später: Die Behandlung sei nicht in Ordnung gewesen, aber von Vergewaltigung könne nicht die Rede sein.
Interessanterweise wird der Ersatz des Großen Teufels durch „Saudi-Arabien“ auch von Rafsandschani als konservativem Gegenspieler des Religiösen Führers und von Hassan Rouhani, der den Reformisten zugerechnet wird, mitgetragen. Das verwundert, denn man sollte meinen, die sollten doch froh sein, wenn dem Religiösen Führer die Basis davonläuft. Aber die denken offenkundig weiter. Wenn die bewaffnete Basis davonläuft, ist es mit dem Islamischen Staat iranischer Machart zu Ende. Die Bevölkerung will ihn sowieso nicht. Und da sowohl die „gemäßigten Konservativen“ wie die „Reformisten“ nicht das Volk an der Macht sehen wollen, sondern sich selber, kommt hier ein übergeordnetes Interesse zum Ausdruck: Der Erhalt des islamistischen Staates. Und dafür arbeiten alle Interessierten eng zusammen!

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Begräbnisumzug von Sakine Siya‘i

Am vergangenen Freitag (10.04.2015) starb Sakine Siya‘i, die Mutter des früheren Präsidenten Seyyed Mohammad Chatami, der als Reformer bezeichnet wurde. Die iranische Justiz verbot den iranischen Medien schon vor zwei Monaten, Photos vom Ex-Präsidenten zu veröffentlichen oder ihn zu interviewen. Selbst sein Name darf nicht erwähnt werden Dieses Verbot galt auch während der Trauerprozession. Die Teilnehmer der Trauerfeier riefen diverse politische Parolen und erinnerten an den anhaltenden Arrest der Führer der Reformbewegung von 2009. Dafür wurden einige gegen Ende der Veranstaltung festgenommen und erst gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.
Das Vorgehen der Justiz und der Polizei zeigt deutlich, dass sie nach und vor fest in der Hand der Fundamentalisten und nicht in der Hand der „Regierung“ von Hassan Rouhani sind.

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In der Zeit vom 3.-8. April 2015 führten die sogenannten Sicherheitskräfte in Kuye Alawi und Qal‘e-Ken‘an (2 Stadtteile von Ahwas) sowie in Hamidiye nächtliche Razzien gegen arabische Jugendliche durch und nahmen sie mit. Ihr Haftort ist zum Teil nicht bekannt. Ein Dichter namens Ahmad Sobhan Hazbawi wurde verhaftet, als er ein Gedicht vorlas, in dem er das saudi-arabische Eingreifen gegen die Huthi-Milizen in Jemen rechtfertigte.
Die Razzien finden vor dem Hintergrund des 10. Jahrestags der Intifada in der Region um Ahwas statt, die damals von den iranischen Behörden niedergeschlagen wurde.
Es zeigt sich deutlich, dass die Islamische Regierung nicht nur unfähig ist, ihre „Islamische Revolution“ zu exportieren, sie ist nicht einmal in der Lage, die sunnitischen Muslime im eigenen Land von den Vorzügen ihrer Herrschaft zu überzeugen. Dies zeigt deutlich, dass die Islamische Revolution im Iran im wesentlichen dazu dient, Muslime gegen Muslime aufzuhetzen und Krieg zwischen Sunniten und Schiiten zu entfachen.

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In Buschehr

In Buschehr und in Andimeschk (Region Chusestan) haben die Lehrer Kundgebungen vor den Kultusbehörden veranstaltet. Sie fordern gleichen Lohn wie die anderen staatlichen Angestellten. Ein Vertreter der Lehrer meinte: Der Präsident soll nur mal unseren Lohnzettel neben den der anderen staatlichen Angestellten legen, dann sieht er den Unterschied.


In Andimeschk

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Samstag, 11. April 2015

Seit einigen Jahren ist das Schimpfwort "Spacko" offiziell in den Duden aufgenommen worden. Es wird dort erklärt als zusammengesetzt aus Spasst und Lackel. Ein Spasst ist so etwas wie ein Blödmann und ein Lackel ein überheblicher Schnösel und Angeber, ein Spacko mithin also ein eingebildeter, schnöseliger Blödmann. Zu dieser Definition sind einige Bemerkungen angebracht. Aus meiner Kindheit, die sich in den 60er und 70er Jahren abspielte, kannte ich die Beschimpfung...

Und dazu ein zentrales Dokument des Antifaschismus: Der Schwur von Buchenwald. http://ajb.blogsport.de/stuff/historisches/der-schwur-von-buchenwald/

 


"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

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