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Dienstag, 16. Oktober 2018

Im Gefängnis von Urumiye, Nordwestiran, wurden 97 politische Gefangene der Abteilung 12 von Spezialeinheitskräften zusammengeschlagen. Aus Protest dagegen haben sie einen Hungerstreik begonnen.

Der Vorfall hat damit begonnen, dass ein Wärter des Gefängnisses mit einem politischen Gefangenen normal gesprochen hat und ihn dann aber plötzlich geschlagen hat. Alle übrigen Gefangenen, die das mitbekamen, haben sofort lauthals protestiert, jedoch ohne handgreiflich zu werden. Trotzdem stürmten kurz darauf 50 Spezialeinheitskräfte die Zelle und verprügelten die Gefangenen. Ein Teil der Gefangenen wurde danach in Einzelzellen verlegt.

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Im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet Mirjaveh, Ostiran, kam es es heute früh zwischen vier und fünf Uhr Ortszeit zu einem Überfall auf eine Grenzpolizeistation. 14 Sicherheitskräfte, darunter 7 Bassiji, 5 Grenzpolizisten und 2 Pasdaran wurden dabei festgenommen und nach Pakistan verschleppt.

Die bewaffnete Gruppe Dscheischoladl, die in der Region bekannt ist, hat sich zu dem Angriff bekannt.

Auch die Pasdaran haben den Zwischenfall bestätigt. Nach ihrer Darstellung muss es in der Polizeistation Verräter gegeben haben, die den Überfall erst durch Informationsweitergabe oder dergleichen ermöglicht haben. Auch über eine Vergiftung der Lebensmittel wird gemunkelt. Es ist ein Video bei Youtube aufgetaucht, dass angeblich den Angriff zeigt.

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Montag, 15. Oktober 2018


Am Montag haben sich Studenten verschiedener iranischer Hochschulen mit den Forderungen der streikenden Lehrer für solidarisch erklärt, so an der Alame-Tabatabai-Hochschule und an der Fakultäten für Sozialwissenschaften der Uni von Teheran

https://rahekargar1358.wordpress.com/2018/10/15/tahasson-7/
vom 15. Oktober 2018
daneshjuyan dar defa° az motalebate mo°alleman wared °arse shodand / °aks

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Am gestrigen Sonntag haben Lehrerinnen und Lehrer In den Städten Teheran, Maschhad, Tabris, Isfahan, Schiras, Kermanschah, Ilam, Yassudsch, Sanandadsch, Samirom, Hamedan, Amol, Sarin-Schahr, Gon-Abad, Eslam-Abad, Torbate Heydariye, Mariwan, Sarw-Abad, Chorram-Abad und Garme einen Sitzstreik eröffnet. Der Streik richtet sich gegen die mit der hohen Inflation verbundene Abnahme der Kaufkraft eines Lehrergehalts, gegen die Abnahme der Qualität des Unterrichts und gegen die Verhaftung von Lehrkräften, die sich gewerkschaftlich für die Rechte der Lehrenden eingesetzt haben. Andere Aktivisten wurden zur Strafe in weit abgelegene Gebiete versetzt. Die Streikenden fordern in zweisprachigen Gebieten Unterricht in der Zweitsprache, gemäß Artikel 15 der iranischen Verfassung.

Am zweiten Tag des Lehrerstreiks wird von der Ausbreitung auf eine Reihe weiterer Städte im ganzen Land berichtet, auch Ahwas gehört dazu. Aus verschiedenen Städten wird berichtet, dass sich auch Schüler dem Streik angeschlossen haben, um die Forderungen der Lehrer zu unterstützen.
Die Lehrer protestieren, dass sie im Vergleich zu anderen staatlichen Angestellten deutlich schlechter besoldet werden und fordern, dass das gesetzliche Recht auf kostenlosen Unterricht auch in der Praxis eingehalten wird. Der Streik ist auf zwei Tage begrenzt. Wenn die Forderungen der Streikenden nicht erfüllt werden, wollen die Lehrer im nächsten Monat (Aban, nach dem persischen Kalender) erneut in den Streik treten.

Im Mai dieses Jahres hatten die Lehrer mit ähnlichen Forderungen gestreikt. Darauf wurden eine Reihe von Aktivisten verhaftet und zu Gefängnisstrafen von bis zu 7 Jahren sowie zur Auspeitschung verurteilt.

https://www.radiofarda.com/a/iran-teachers-sit-in-protest/29542690.html
vom 22. Mehr 1397 (14.10.2018)
aghaze tahassone mo°alleman dar chandin shahre iran

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=167365
vom 22. Mehr 1397 (14.10.2018)

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89389
vom 23. Mehr 1397 (15.10.2018)
dowomin ruze e°tesabe sarasariye mo°alleman

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Ort des Gefechts in Bidmiri bei Pawe

Im Erholungsort Bidmiri bei Pawe (Region Kermanschah, im Westen des Irans) kam es vergangenen Freitag zu einem heftigen Schusswechsel zwischen Pasdaran und kurdischen Guerrilla-Kämpfern (Peschmarge) der Demokratischen Partei Kurdistans – Iran (DPKI). Das Versteck der Kämpfer war offensichtlich von den staatlichen Organen entdeckt und eingezingelt worden. Die Kämpfer leisteten heftigen Widerstand. Auf beiden Seiten gab es Tote. Es wird auch von zahlreichen Verletzten berichtet, wobei man annehmen muss, dass nur die staatlichen Angreifer ins Krankenhaus eingeliefert wurden, denn für die kämpfenden Kurden wäre eine Einlieferung ins Krankenhaus der sicherste Weg zur Verhaftung.
Zuerst berichtete die DPKI von diesen Kämpfen, die sechs Stunden andauerten, dann der staatliche Geheimdienst, der von einer separatistischen Terrorgruppe sprach. Auch in diesem Punkt ist kein Unterschied zur staatlichen Wortwahl in der Türkei zu merken.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89357
vom 21. Mehr 1397 (13. Oktober 2018)
dargiriye niruhaye hezbe demokrate kordestane iran wa sepah dar pawe

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Das freiwillige Tragen des Kopftuchs ist das Recht jeder Iranerin

Die iranische Frauenbewegung wagt einen neuen Schritt. Nachdem Frauen an belebten Straßen und Plätzen ihr Kopftuch abgenommen und wie eine Fahne zum Protest vor sich hingehalten hatten, beginnen sie jetzt, Flugblätter gegen den Kopftuchzwang zu verteilen und an öffentlichen Stellen anzukleben und entsprechende Worte an die Wände zu sprayen.
Einzelheiten sind in folgendem Film zu sehen:
https://youtu.be/AehVTCmU6Ew

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=167173
vom 19. Mehr 1397 (11. Oktober 2018)
film / zanane irani dar e°teraz be hejabe ejbari dar xiyabanha e°lamiye paxsh mikonand

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Die Begründung der Möglichkeit

Von Simon Sutterlütti und Stefan Meretz

Vortrag gehalten am 22. September 2018 in Niederbeisheim im Rahmen des Krisis-Seminars: Die geschlossene Gesellschaft und ihre Freunde. Leider ist der Audiomitschnitt misslungen. Da Simon und Stefan am 14.9. bei der Ferienuni Kritische Psychologie einen vergleichbaren Vortrag gehalten haben, stellen wir euch ersatzweise diesen Mitschnitt zur Verfügung.

Vortragsfolien (von der Ferienuni): PDF



Literatur: Simon Sutterlütti & Stefan Meretz (2018), Kapitalismus aufheben. Eine Einladung, über Utopie und Transformation neu nachzudenken, Hamburg: VSA (16,80€). Kostenloser Download: https://commonism.us/

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Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 22. September 2018 in Niederbeisheim im Rahmen des Krisis-Seminars: Die geschlossene Gesellschaft und ihre Freunde

Zum Inhalt:

Seit vier Jahren explodieren Dumpfbackentum und Gewalt. 2014 skandierten erstmals seit 1945 wieder Massenaufmärsche in Deutschland „Tod den Juden!“ Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweit häufen sich djihadistische Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen, auf Symbole von Religionskritik, Meinungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen.

Doch damit nicht genug. Schon bald nach dem kurzlebigen „Sommermärchen“ von 2015 offenbarte sich im kollektiven Herbeiphantasieren einer angeblichen „Flüchtlingskrise“ eine tief sitzende Menschenfeindlichkeit großer Teile der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Kaschiert wird sie mit der Floskel, „wir“ könnten ja schließlich „nicht alle aufnehmen“. Ein rassistischer und gewalttätiger Mob agiert gegen Geflüchtete und wirkliche oder eingebildete MuslimInnen. Die AfD rückt immer weiter nach rechts und nimmt protofaschistische Züge an. Sie verliert deswegen nicht etwa an Zustimmung, sondern treibt die anderen Parteien vor sich her. Das funktioniert, weil auch deren Basis zu nicht geringen Teilen anfällig für derlei “Gedankengut“ ist. Die konformistisch rebellierenden Marktwirtschaftsinsassen, die ihre Identität aus der „ehrlichen Arbeit“ beziehen, wähnen sich von dunklen Bösewichten bedroht. Nicht nur dort, wo ihre vermeintlichen Heilsbringer bereits regieren, wie in Polen oder Ungarn, wird Rechtsstaatlichkeit immer unverfrorener unterhöhlt. Darauf verweisen u.a. die in Deutschland geplanten Polizeiaufgabengesetze.

Protofaschisten rühmen sich ihres angeblichen Kampfes gegen Islamisten. Doch in Wirklichkeit sind sie deren enge Seelenverwandte. Dies offenbart nicht zuletzt ihr gemeinsamer Antifeminismus und Antisemitismus. Jede Verharmlosung des einen oder des anderen dieser scheinbaren Kontrahenten verbietet sich kategorisch. Antifa, das ist ihr unschätzbares Verdienst, will in Zeiten, in denen leider keine Aussicht besteht, die Verhältnisse grundsätzlich zum Tanzen zu bringen, wenigstens den allerschlimmsten und barbarischsten Kräften in den Weg treten. Wer um ein Minimum an Menschenwürde und um Mindestvoraussetzungen für eine irgendwann vielleicht doch noch gelingende Emanzipation kämpfen will, muss sich der anschwellenden Barbarei in all ihren Facetten entgegenstellen. Vor welchen Herausforderungen theoretischer wie praktischer Art steht Antifaschismus heute? Wie hilfreich und wie problematisch ist die so genannte „Islamdebatte“? Wie tauglich sind Begriffe wie „Islamismus“, „Islamophobie“ oder “Islamkritik“? Was hat djihadistischer Terror mit dem Islam zu tun – und was mit der kapitalistischen Moderne? Warum konnten viele Linke nicht über „Köln“ reden? Wie ist ein emanzipatorischer Anspruch inmitten einer zunehmend verrückter werdenden Umgebung aus moslemhassenden Sarrazindeutschen, tatsachenresistenten Linken, Nazis und Djihadisten zu formulieren? Wie kann er praktisch werden?

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Sonntag, 14. Oktober 2018

Eine Kritik des regressiven Antikapitalismus und seiner Nähe zum Antisemitismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 5. November 2018, 19 Uhr, Tübingen
Epplehaus, Karlstr. 13, 72072 Tübingen

Je länger die weltweite ökonomische Krise dauert, desto beliebter sind einfache Erklärungen. Geht es gegen Banken und „die Finanzmärkte“, sind sich fast alle einig: Parteipolitiker, Gewerkschaften, Linke, Rechte, diverse Verschwörungsphantasten und wer sonst alles in Krisenzeiten das Wort ergreift. Alle miteinander halten sie “die Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen” für die Verursacher der Krise. Auch manch vermeintlich radikaleR KapitalismuskritikerIn findet sich da in trauter Eintracht mit Finanzminister, Fernseher und Frau Meier wieder. Wenn es gegen die „Zirkulationssphäre“ geht, entstehen sonderbar anmutende Schulterschlüsse. Ein ebenso verbreiteter wie unreflektierter Bauch-Antikapitalismus verwechselt Gesellschaftskritik mit Wut auf „die da oben“, „Lügenpack“ und „Lügenpresse“.
Die Nationalsozialisten setzten „die Gierigen“ mit „den Juden“ gleich. Doch auch wer das nicht tut, kann sich in einer gefährlichen Nähe zum Antisemitismus befinden, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Die Aufspaltung des kapitalistischen Prinzips in „produktives Kapital“ auf der einen und „das Finanzkapital“ auf der anderen Seite leistet einer Dämonisierung des Finanzsektors Vorschub, die letztlich auf antisemitische Stereotype zurückgreift. Blind dafür, was der Wahn vom “Kampf der ehrlich Arbeitenden” gegen die “Gierigen, die die Völker aussaugen” schon einmal angerichtet hat, sehnen sich viele nach einfachen Antworten. Das macht sie anfällig für allerlei Demagogisches und Autoritäres – ein auffälliger Kontrast zum allgegenwärtigen deutschen Credo, man habe aus der Geschichte gelernt.
Der Vortrag beleuchtet oberflächlichen und personalisierenden Antikapitalismus und behandelt Grundzüge einer reflektierten Kapitalismuskritik, die der Referent für dringend notwendig hält.

via http://emafrie.de/von-kraken-marionetten-und-heuschrecken/

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Lothar Galow-Bergemann

Paru initialement dans Jungle World, 21/08/2018,  https://jungle.world/artikel/2014/34/von-moskau-bis-mossul

Deutsche Version

Preface du traducteur:
Les mouvements et mobilisations antifascistes accordent en France peu d’intérêt aux phénomènes djihadistes. Au sein des discussion antifascistes, la focalisation sur l’instrumentalisation de la question du djihadisme par les discours et dispositifs racistes, l’attention portée à la nécessaire déconstruction de la figure de l’ennemi intérieur musulman et à la place de celle-ci dans la gouvernementalité anti-terroriste laissent peu de place à la réflexion sur la réalité du djihadisme comme fait social et politique. Par ailleurs, la tendance à vouloir identifier dans les groupes sociaux subalternes des sujets révolutionnaires potentiels, combinée à une compréhension instrumentale du fascisme qui appréhende uniquement les mouvements fascistes du point de vue de leur utilité pour la mise en œuvre des projets hégémoniques des classes dominantes, amène l’antifascisme à ignorer le rapport entre fascisme et les tendances autoritaires du sujet du capitalisme en crise ainsi qu’à sous-estimer la propension au fascisme dans l’ensemble de la population, y compris au sein des classes populaires. Le texte de Lothar Galow-Bergemann propose de revenir sur ces angles morts de l’antifascisme en insistant sur la nécessité d’une compréhension et d’une lutte contre le djihadisme sur la base d’une théorisation adéquate du rapport entre fascisme et capitalisme.


Les djihadistes sont des fascistes. L’antifascisme, s’il ne veut pas perdre sa raison d’être, doit les combattre au même titre que les nazis.

À l’été 1935, durant le 7ème (et dernier) congrès de l’Internationale communiste, les communistes durent faire le point sur une lourde défaite. C’est précisément en Allemagne, là où Lénine espérait voir la continuation de la révolution d’octobre, que les communistes avaient failli de manière catastrophique. Les nationaux-socialistes avaient balayé les derniers restes de la démocratie de Weimar et écrasé le mouvement ouvrier. Mis à part quelques petits groupes courageux mais totalement isolés de la population, le « parti de combat de Thälmann1 », qui jusqu’à une date récente n’avait cessé de fanfaronner, n’existait plus dans le pays. Par ailleurs, les Nazis avaient obtenu ce résultat avec le large assentiment « de la classe ouvrière et du peuple » et le soutien que leur apportaient les deux grands amours des communistes augmentait inexorablement. Mais même face à ce désastre, le Komintern s’avérait incapable de se remettre en cause et de poser la question fondamentale du sujet révolutionnaire. À travers la « formule de Dimitrov », nommée ainsi d’après son nouveau secrétaire général, le Komintern définissait le fascisme comme « la dictature terroriste ouverte des éléments les plus réactionnaires, les plus chauvins, les plus impérialistes du capital financier2 » et sauvait ainsi sa foi dans la classe ouvrière qui n’y était prétendument pour rien.

L’insistance sur la « ligne de classe » allait à l’encontre de l’expérience historique effective dans la mesure où la grande majorité des allemands ne voyait en rien dans la domination nationale-socialiste une « dictature terroriste » mais bien plutôt la réalisation de ses désirs. Cet entêtement s’explique par l’absence d’une analyse sans complaisance des évènements au profit d’un besoin de se terrer dans un dogmatisme heureux fournissant des réponses simples à des questions compliquées.

ll faut néanmoins reconnaître que les hommes/femmes de 1935 ne pouvaient se douter de l’impensable qui allait se produire au cours des dix années suivantes. L’emploi indistinct du terme « fascisme » pour désigner le national-socialisme peut être excusé rétrospectivement si l’on considère que l’État mussolinien en Italie constituait le plus vieil objet d’étude en la matière et que la Shoah n’avait pas encore eu lieu. On ne peut cependant trouver de circonstances atténuantes au fait de s’accrocher encore aujourd’hui à la « formule de Dimitrov ». Or, deux tiers des allemands ne sont toujours pas immunisés contre le rêve d’un « parti fort, qui incarne la volonté de la communauté populaire (Volksgemeinschaft) dans son ensemble3 ».

Certes, le fascisme entretient un rapport avec le capitalisme mais d’une manière différente que ne le pensent les idéologues du complot. La possibilité du fascisme comme mouvement de masse inter-classiste réside dans le fait que le capitalisme n’est pas une construction dichotomique agencée de la manière suivante : « là haut il y a le capital et ici bas c’est nous ». Le capitalisme constitue un rapport social qui traverse aussi le sujet en tant que tel. Par sa soumission à l’impératif de valorisation, le sujet se prive de sa propre liberté et de son bonheur. Il regarde d’un mauvais œil voire est capable d’haïr jusqu’au sang toute personne qu’il suspecterait de ne pas agir de la sorte. Le sujet du capitalisme est misogyne, homophobe et raciste, il méprise l’individu et la société. Il aspire à la communauté et aux chefs. Il ne désire pas plus, mais moins de liberté que celle donnée par la démocratie bourgeoise. Le collectif fantasmé des bons et honorables s’évertue à réclamer l’exclusion de ceux/celles « qui n’y appartiennent pas » et se complaît fiévreusement dans des rêves de violence. Le sujet capitaliste parvient finalement à ses fins dans la révolte conformiste qu’est l’antisémitisme. Son souhait d’extermination de tous les méchants rendus responsables dans son délire de toutes les humiliations et formes d’abaissement qui le frappent se manifeste. Plus le monde ébranlé par les crises semble incompréhensible et menaçant pour le sujet capitaliste et plus cette constitution basale du sujet s’exprime sur la plan de la politique réelle.

Cela fait bien longtemps que les nazis ne sont plus les seuls à remplir ces critères. Un regard sur les bandes terroristes djihadistes et leurs soutiens fait ressortir des similitudes frappantes : mépris de l’individu, sacrifice pour la communauté, culte de l’« honneur », attrait pour la mort, recrutement des membres des rackets parmi les criminels les plus violents. Les membres de l’État islamique attaquent les Yézidis à coup de machette. Même dans les rues allemandes, comme à Herford, ces derniers se voient ouvertement menacés : « Nous vous tuons en Irak, nous vous tuons ici aussi !4 ». On entend « Mort aux juifs !» lors de manifestations de masse de sympathisants du Hamas. Et la police laisse faire quand elle ne met pas à disposition ses mégaphones comme à Francfort5. Un mouvement antifasciste peut-il se taire face à tout cela ? On ne peut affronter ce problème sur un plan strictement théorique. L’antifascisme combat pour la liberté et la protection des minorités et des individus face à la répression exercée par l’État autant que par le « peuple ». La meute reste la meute, que ses grands-mères soient souabes ou anatoliennes. Un mouvement antifasciste qui prend au sérieux sa propre vocation doit aussi se confronter aux djihadistes. Il est frappant de constater qu’il ne viendrait pas à l’esprit des personnes qui précisément utilisent le concept de fascisme de manière inflationnaire pour qualifier tout ce qu’elles n’aiment pas – tantôt la police, tantôt les États-Unis et bien sûr encore et toujours Israël – comme « fasciste », de désigner ainsi les salafistes, l’État islamique ou le Hamas. Et pourtant l’idéologie et la praxis barbare de ces mouvements les range clairement dans cette catégorie. Les droits et les libertés démocratiques, l’auto-détermination sexuelle, l’émancipation des femmes, la lutte contre l’homophobie? Autant de choses en faveur desquelles la gauche devrait pourtant s’engager. Les djihadistes pratiquent exactement le contraire. Et ce, de manière «  terroriste  » pour parler comme Dimitrov.

L’affirmation selon laquelle qualifier ces mouvements de «  fasciste  » revient à déclarer que l’Islam est en soi un fascisme constitue une des pirouettes argumentatives les plus stupides des réactionnaires de gauche. On a pourtant jamais reproché pareille chose à la critique du fascisme clérical6. Et quiconque pense que le fascisme s’explique par les intentions de quelques ultra-riches dominants devraient, d’après sa propre logique, se pencher sur ceux de l’Iran ou de l’État islamique et leurs énormes moyens financiers. La douceur avec laquelle les réactionnaires de gauche traitent les djihadistes trouve son origine dans le recoupement significatif de leur vision du monde : mépris des libertés démocratiques-bourgeoises, pseudo-anticapitalisme tendant à la personnification, ressentiment anti-occidental, haine de l’État juif, fantasmes complotistes en lieu et place d’une analyse critique. L’idée que les antifascistes ne pourraient pas être antisémites relève, au moins depuis la persécution stalinienne des sionistes réels ou avérés7, du domaine des mythes alimentant les mensonges à travers lesquels les réactionnaires de gauche se construisent leur monde simpliste. Et quiconque manifeste aujourd’hui contre les nazis et demain contre Israël se comporte comme un habitant du littoral qui construirait des barrages le dimanche pour les détruire le lundi. Ce qui vaut pour les nazis vaut aussi pour les djihadistes  : moins l’on partagera de points communs avec eux, plus il sera facile de les combattre.

Sur le plan de la pratique antifasciste, une des implications de la formule de Dimitrov serait cependant à préserver sur le principe face à ses propres adeptes : dans une situation où il ne semble pas y avoir de perspective d’un ébranlement fondamental des conditions existantes, les antifascistes doivent au moins faire front face à la terreur des émanations les plus réactionnaires et les plus barbares de la crise. Il s’agit de se battre non seulement pour un minimum de dignité humaine mais aussi pour les conditions minimales afin que l’émancipation puisse triompher malgré tout. Aujourd’hui, la décomposition de l’ordre bourgeois générée par la crise touche aussi de plus en plus ses centres s’accompagnant ici et là d’une érosion de la démocratie et de l’État de droit. Par ailleurs, aucun mouvement politique sérieux visant au dépassement émancipateur du capitalisme ne semble visible à l’horizon. Dans cette conjoncture, la tâche la plus importante d’une intervention politique se battant pour la vie bonne8 consiste alors à mettre un maximum de bâtons dans les roues de la barbarisation galopante.

Le rapport capitaliste pris dans l’approfondissement de la crise de la valorisation ressemble à l’hydre, ce monstre de la mythologie grecque, dont les têtes renaissent continuellement. Seul Hercule arriva à les couper plus rapidement qu’elles ne repoussaient. Après avoir neutralisé toutes les têtes de la bête, il put enfin sectionner la tête centrale du monstre, réputée jusqu’ici immortelle. Moins de têtes les antifascistes prendront en compte, plus ils seront faibles. Plus de têtes ils cibleront dans un même mouvement, plus leur contribution à un monde meilleur sera essentiel.


Bibliographie

Internationale Communiste, « Résolution sur l’offensive du fascisme et les tâches de l’Internationale communiste dans la lutte pour l’unité de la classe ouvrière contre le fascisme. Résolution sur le rapport du camarade Dimitrov, adoptée le 20 août 1935 », Les Matérialistes.com, 2017, http://lesmaterialistes.com/resolution-offensive-fascisme-taches-internationale-communiste

Iskandar Katherina & Riebsamen Hans, «  Anti-Israel-Parolen über Lautsprecher verbreitet », faz.net, 14/07/2014, http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/demonstration-eskaliert-anti-israel-parolen-ueber-polizeilautsprecher-verbreitet-13044034.html

Reinsch Melanie, « Juden als Projektionsfläche », fr.de, 11/12/2017, http://www.fr.de/politik/antisemitismus-juden-als-projektionsflaeche-a-1405798

Salomoni Antonella, «  State sponsored antisemitism in postwar USSR. Studies and research perspectives  », Quest, Issues in Contemporary Jewish History, Issue 1, 2010, http://www.quest-cdecjournal.it/focus.php?id=212

Schulz Benjamin, «  Deutschlands hässliche Fratze  », spiegel.de, 2016, http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/rechtsextremismus-studie-die-enthemmte-mitte-a-1097321.html

1 NDT : Ernst Thälmann (1886-1944) était le secrétaire du Parti communiste d’Allemagne de 1925 à 1933 et député au Reichstag de 1924 à 1933. Il mourut assassiné au camp de concentration de Dachau le 18 août 1944.

2 Internationale Communiste, « Résolution sur l’offensive du fascisme et les tâches de l’Internationale communiste dans la lutte pour l’unité de la classe ouvrière contre le fascisme. Résolution sur le rapport du camarade Dimitrov, adoptée le 20 août 1935 », Les Matérialistes.com, 2017, http://lesmaterialistes.com/resolution-offensive-fascisme-taches-internationale-communiste .

3 NDT : L’auteur source ce pourcentage en se référant entre parenthèses à une étude de l’université de Leipzig de 2013 que nous n’avons pas réussi à retrouver. Une étude de l’université de Leipzig de 2016 laisse apparaître que 25%, ce qui est déjà très important, des allemands aspirent de nos jours à l’incarnation de la Volksgemeinschaft dans un parti fort. Voir Schulz Benjamin, « Deutschlands hässliche Fratze », spiegel.de, 2016, http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/rechtsextremismus-studie-die-enthemmte-mitte-a-1097321.html .

4 NDT : Le 06 juillet 2018 à Herford, une manifestation de Yézidis en solidarité avec les Yézidis irakiens persécutés par Daesh est attaquée par des islamistes, majoritairement d’origine tchétchène.

5 NDT : En juillet 2014, des manifestations contre l’opération militaire israélienne à Gaza ont lieu durant lesquelles de nombreux slogans antisémites sont criées. La manifestation du 13 juillet à Francfort se clôt par des actes de violences commis par les manifestants, en partie sympathisants du Hamas. Une policière en charge d’encadrer l’évènement donne alors un mégaphone à un manifestant dans l’espoir d’apaiser la situation. Celui-ci se met cependant à crier des slogans du type « Israël, tueur d’enfants », épisode ayant particulièrement choqué l’opinion publique juive-allemande. Voir Iskandar Katherina & Riebsamen Hans, « Anti-Israel-Parolen über Lautsprecher verbreitet », faz.net, 14/07/2014, http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/demonstration-eskaliert-anti-israel-parolen-ueber-polizeilautsprecher-verbreitet-13044034.html . On a aussi entendu de nombreux slogans antisémites criés par des sympathisants du Hamas lors des mobilisations contre la reconnaissance par le président Trump de Jérusalem comme capitale d’Israel en décembre 2017. Voir Reinsch Melanie, « Juden als Projektionsfläche », fr.de, 11/12/2017, http://www.fr.de/politik/antisemitismus-juden-als-projektionsflaeche-a-1405798 .

6 NDT :Le fascisme clérical est un terme apparu dans les années 1920, pour désigner les relations entre le fascisme italien et l’Église. Il désigne une idéologie mêlant la doctrine économique et politique du fascisme à la théologie ou aux traditions religieuses. Plusieurs organisations et mouvements ont été qualifiés de « fascistes-cléricaux », notamment des associations religieuses apportant leur soutien au fascisme, mais également des régimes fascistes faisant jouer un rôle important au clergé.

7 NDT: Sur les persécutions antisémites sous couvert de « lutte contre le sionisme » mises en œuvre par l’URSS après la seconde guerre mondiale voir Salomoni Antonella, « State sponsored antisemitism in postwar USSR. Studies and research perspectives », Quest, Issues in Contemporary Jewish History, Issue 1, 2010, http://www.quest-cdecjournal.it/focus.php?id=212 .

8 NDT : la notion de « vie bonne » permet dans la tradition de la Théorie critique de définir négativement le capitalisme comme ce qui mutile ou empêche la vie bonne de se réaliser. Il s’agit d’une définition générale de la vie émancipée, de la vie avec le moins de malheurs possible.

Traduit de l’allemand par Memphis Krickeberg.

Paru initialement dans Jungle World, 21/08/2018,  https://jungle.world/artikel/2014/34/von-moskau-bis-mossul

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Mittwoch, 10. Oktober 2018

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan soll ihn gezeigt haben. Sein Außenminister Mevlüt Cavusoglu ebenso: Der kleine und der Zeigefinger abgespreizt, Ring-, Mittelfinger und Daumen bilden einen Kreis. Nun wollen einige Politiker den sogenannten “Wolfsgruß” verbieten lassen. Was hat es damit auf sich?

Weiterleiten: Diesen Gruß wollen einige Politiker verbieten. Was bedeutet er? (bento.de, 10. Oktober 2018)

 


"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

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