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Montag, 02. März 2015


General Qassem Soleimani, Befehlshaber der Qods-Einheit der iranischen Pasdaran (die Person rechts!)

Nachdem die irakische Armee ihren Widerstand gegen Organisationen wie IS (Islamischer Staat) aufgegeben hat, haben nicht nur die kurdischen Streitkräfte, sondern auch die Schiiten im Irak Unterstützung von der iranischen Seite erhalten. So entstanden unter den irakischen Schiiten etwa ein Dutzend bewaffneter Milizen, die jetzt unter der Dachorganisation Haschd asch-Scha‘bi (Volksmiliz) versammelt sind. Der Befehlshaber dieser Volksmiliz ist Dschamal Dscha‘far Mohammad, unter dem Kampfnamen „Abu Mahdi Mohandes“ bekannt. Er gehörte zu den früheren Befehlshabern der Badr-Garde, die vom Iran aufgebaut wurde. Ausgebildet wurden die Kämpfer der Garde von den iranischen Pasdaran. Diese Garde von 30.000 Kämpfern kämpfte gegen Saddam Hossein und wurde sofort in den Irak verlagert, als Saddam Hossein gestürzt wurde. Sie füllten das militärische Vakuum, dass der Sturz von Saddam Hossein hinterlassen hatte. Es heißt, dass Abu Mahdi Mohandes selbst an einem Anschlag auf Saddam Hossein beteiligt gewesen sei. Auch soll er an einem Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Kuweit im Jahre 1983 mitgewirkt haben. Abu Mahdi Mohandes soll ein enger Vertrauter von General Qassem Soleimani sein, dem Befehlshaber der Qods-Einheit der iranischen Pasdaran. Diese Einheit ist auf Auslandseinsätze spezialisiert.
Sowohl die kurdischen wie die schiitischen Milizen im Irak sind mit der Unterstützung durch die Pasdaran zufrieden. Sie erhalten nicht nur Waffen und Militärberater, sondern auch Kenntnisse, die – wie sie sagen – die amerikanischen Berater zurückgehalten haben. So wissen sie jetzt, wie man kleine, unbemannte Flugzeuge, sogenannte Drohnen, zur Aufklärung einsetzt.

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Petrochemie-Konzern Modschtama‘e Petruschimi

Der Petrochemie-Konzern Modschtama‘e Petruschimi liegt in Bandar Emam Chomeini, das zu Bandar Maschahr gehört, einer Stadt östlich von Chorramschahr ganz im Norden des Persischen Golfs. Es ist ein staatlicher Konzern, der unter der Kontrolle der Pasdaran steht. Wie in der bösen kapitalistischen Welt üblich, nützen auch die Zöglinge der Ajatollahs die Vorteile von Leiharbeitern, und mit der Zahlungsmoral steht es auch nicht viel besser als im Kapitalismus. Hat da der Prophet vergessen, im Koran entsprechende Hinweise zu erteilen?
Jedenfalls fordern die Leiharbeiter, die von verschiedenen Firmen angestellt sind, um in diesem Petrochemie-Konzern zu arbeiten, eine Reihe von Dingen, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit sind:
1. Zahlung der Lohnrückstände
2. Zahlung der vereinbarten Dreckzulage (nicht nur Vögel kriegen vom Erdöl verklebtes Gefieder)
3. Höhenzulage für die nicht so sichere Arbeit auf Kranen und hohen Gerüsten
4. und endlich auch das Neujahrsgeld, die iranische Entsprechung für das Weihnachtsgeld. Am 21. März ist Neujahr, da wird es langsam Zeit, dass gezahlt wird.
Gestern, am Sonntag, den 1. März, haben die Arbeiter der verschiedenen Leihfirmen noch getrennt gestreikt, heute streiken sie gemeinsam.
Seien wir froh, dass die Große Koalition im Iran nichts zu sagen hat. Sonst könnte dort bald auch nur noch eine Gewerkschaft den Streik ausrufen…


kleiner Blick auf die Landkarte

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Kundgebung in Ahwas

Die Proteste von Lehrerinnen und Lehrern erstrecken sich inzwischen über das ganze Land. Gestern, am Sonntag, den 1. März 2015, kam es zu Kundgebungen in Chorassan, Lorestan, Hormosgan, Kurdistan, Chusistan, Fars, Qaswin und anderen Städten und Regionen. Gegen Mittag versammelten sich vor dem Parlament in Teheran über 600 Lehrkräfte. Was fordern sie?


Provinz Fars

Weg mit dem Zentralismus
In einer Erklärung der Lehrkräfte wird der zentralistische Aufbau des Lehrapparats kritisiert. Alles wird von der Zentrale entschieden und kommandiert, die Lehrkräfte vor Ort werden in die Entscheidungen im Bildungssektor nicht einbezogen.


Qaswin

Bildungsbudget für Kalaschnikow und Co?
Es wird kritisiert, dass unter der Bezeichnung Bildungsausgaben auch Institutionen finanziert werden, die mit Bildung nichts zu tun haben. Ohne, dass man zusätzlich Geld auftreiben müsse, reiche es, diese Ausgaben im Schulsektor einzusetzen. Dies ist eine verhüllte Anspielung darauf, dass auch die Bassidschi-Milizen und die Pasdaran ein Budget für Bildung haben, das noch höher ist als das Budget für den Schulsektor. Mit dieser Forderung bezieht die Lehrerbewegung indirekt Stellung gegen die bewaffneten Organe des islamistischen Staates.


Hormosgan

Parlament fürs Volk
Die Lehrer fordern zudem das Parlament auf, vor allem in Gesundheit und Bildung zu investieren, das sei es, was die Bevölkerung benötige. Auch hier wird deutlich, dass der Protest zu einer politischen Bewegung wird.


Chorassan

30% mehr Lohn
Eine weitere Forderung ist die jährliche Erhöhung des Lohns um 30 Prozent für die nächsten vier Jahre. Nach Zinseszinsrechnung ergibt das das 2,85-Fache des jetzigen Lohns. Das klänge in Deutschland vermessen, aber in einem Land, wo die Inflationsrate so hoch oder noch höher liegt, ist das der bescheidene Versuch, den jetzigen Zustand zu bewahren.


Lorestan

Beamte zweiter Klasse
Während staatliche Angestellte sonst im Iran mit allen möglichen Zuschüssen rechnen dürfen, namentlich mit Wohngeld, Fahrtgeld und Essensgeld, gehen die Lehrer leer aus. Gegen diese Diskriminierung protestieren sie.
Die Diskriminierung geht sogar noch in der Rente weiter. Nach 30 Berufsjahren erhalten staatliche Angestellte ihr höchstes Gehalt als Rente, Lehrer dagegen nur zwei Gehaltsstufen niedriger, so dass sie deutlich schlechter dastehen als ihre Kollegen aus der Bürokratie.


Pawe

Nicht mehr als 25 Schüler
Die Lehrkräfte fordern zudem eine maximale Klassenstärke von 25 Schülern. Zur Zeit können 60, selbst 80 Schüler in einer Klasse sein. Das beeinträchtigt den Lehrerfolg und erzeugt zudem Konflikte, deren Resultate täglich in den iranischen Zeitungen zu lesen sind, sagen die Lehrkräfte.

Freiheit für die Kollegen
Die Protestierenden haben ihre Kollegen nicht vergessen. Sie fordern auch die Freilassung von Rassul Bodaqi (seit 5 Jahren im Gefängnis) und von Seyyed Mahmud Baqeri.

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Vor wenigen Tagen, am 20. Februar, jährte sich der Todestag von Hunter S. Thompson zum zehnten mal. In Deutschland ist er vor allem durch den Roman „Fear and Loathing in Las Vegas“ und dessen Verfilmung von Terry Gilliam bekannt geworden. Dabei lohnt es sich doch vor allem sich auch das journalistische Werk des Begründers des Gonzo-Journalismus zu vergegenwärtigen. Thompson hat bewiesen, dass es möglich ist, über politisches Tagesgeschehen oder gar über Sportereignisse zu schreiben und dabei gleichzeitig radikal, treffsicher, feindselig, witzig und unterhaltsam zu sein. Die heutigen linken Schreiberlinge könnten sich mal etwas davon abschauen. Aus diesem Grund dokumentieren wir zwei Beiträge, die an Hunter S. Thompson erinnern.

1.) The Crazy Never Die

Im Jahr 2011 hat Deutschlandradio Kultur eine Lange Nacht über Hunter S. Thompson gesendet. Das rund dreistündige Feature von Tom Noga ist ein ausführliches Portrait von Thompson, das die verschiedenen Phasen des Schriftstellers durchgeht und dabei die Hoffnungen und Wirren der 60′er Jahre und ihrer Nachwehen eindrücklich hörbar macht. Es sind zahlreiche O-Töne zu hören, sowie Interviews mit Thompson und mit einigen seiner Freunde und Zeitgenossen. Das Ganze ist mit zahlreichen Auszügen aus Thompsons eigenen Texten illustriert und mit 60′er-Jahre-Musik unterlegt.

    Download: via NDR | via Mediafire (mp3; 197.4 MB; 2:48:15 h)

2.) 10. Todestag: Gonzo-Erfinder Hunter S. Thompson

Ein kürzeres Feature wurde anlässlich des 10. Todestages von Hunter S. Thompson auf Radio RaBe gesendet. Das Feature enthält mehrere Interview-Auszüge, es geht um den Gonzo-Journalismus, um Thompsons Wahlkampf für Freak Power und vor allem wird ein Fokus auf seine politische Betätigung gelegt. Im Feature wird auch deutlich, dass Thompson gegen Ende seines Lebens zu Verschwörungstheorien neigte und die Sicherheit im politischen Urteil eher verlor (etwa beim Vergleich George W. Bushs mit Hitler) … – was auch für antideutsche Ideologiekritiker kein Grund sein sollte, die frühen Texte von Hunter S. Thompson zu verschmähen (schließlich war Thompson immer auf der Suche nach dem american dream).

Am 20. Februar 2015 jährt sich der Todestag von Hunter S. Thompson, U.S. amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Vor zehn Jahren erschoss er sich 67-jährig in seinem Haus in der Nähe von Aspen, Colorado. Berühmt wurde er für seinen verfilmten Reportage-Roman „Fear and Loathing in Las Vegas“. Mit seiner kritischen Politikberichterstattung half er unter anderem mit, das legendäre Magazin „Rolling Stone“ zu etablieren. Zudem wird ihm hoch angerechnet, dass er es mit seinem von ihm erfundenen Gonzo-Stil geschafft hatte, die Grenze zwischen Journalismus und Literatur zu verwischen. Eine Hommage an Hunter S. Thomspon von Michael Spahr. [via]

    Download: via FRN (mp3; 30 MB; 13:04 MB)
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Sonntag, 01. März 2015

Die taz berlin berichtet mal wieder über die horrenden Kosten, die Berlin auf sich nimmt, um einen Abschiebegewahrsam zu betreiben. Die taz zitiert den Landesrechnungshof: "Deshalb fielen für den Berliner Landeshaushalt 2012 umgerechnet auf jeden Insassen pro Tag Kosten von 1.821 Euro an." In der Diskussion ist daher, den Abschiebegewahrsam in Grünau zu schliessen und dafür einen neuen in der Nähe des Flughafens BER zu bauen. Der soll dann auch (wie der in Grünau)...

Eigentlich ist es eine Frage des gesunden Menschenverstandes, ein wirklich radikalfeministisches Engagement nicht in den eigenen Bewerbungsunterlagen stehen zu haben. ich meine, es schreibt ja auch niemand in den Lebenslauf "1989 129a)-Verfahren im Zusammenhang mit dem letzten RAF-Hungerstreik gehabt" oder "redaktionelle Tätigkeiten beim Angehörigen-Info, radikal und der E.Colibri". Aus einem solchen Engagement aber so etwas wie einen Rechtsanspruch auf einen Job abzuleiten (macht eine...

Samstag, 28. Februar 2015

Liebe solidarische Menschen, Bereits am Montag, dem 23.02.2015, konnte die Abschiebung der Familie C. durch den Protest vieler Menschen verhindert werden. Nun hat die Ausländerbehörde einen erneuten Abschiebebescheid für den 04.03.2015 zugestellt. Dagegen rufen wir am 04.03.2015 ab 21.00 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Lager in der Stauffenbergallee 25 in Erfurt auf. Schon bevor der offizielle Winterabschiebestopp Ende März ausläuft, werden Menschen gewaltsam von den Thüringer...

Die Polizei erschoss einen jungen Ivorer in Bad Zwischenahn. Wandelt Trauer und Wut in Aktion - kommt zur Demo am 07.03.! http://www.integration-ev.com/aktuell/

Freitag, 27. Februar 2015

Eine Etage über der Skizirkusebene kann mensch das, und es ist wunderbar.

Niemals in der gesamten Weltgeschichte hat es so viele Kriege gleichzeitig gegeben wie jetzt. Momentan sind 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Es interessiert keine Sau. Deutsche Linke und Feministinnen beschäftigen sich mit Formulierungsfragen und Hashtags. Während sich Modernisierungsverlierer aus Deutschland zur IS melden - die islamisch sozialisierte Variante der deutschen Nazi-Skins, die wiederum sich in den Neunzigern bei der kroatisch-faschistischen HOS mobilisiert hatten - gibt...

Ist ja kein Wunder: Die sind schwer! Also langsam zu transportieren. Ist daher erklärbar, oder?

Pressemitteilung des 'Bündnis gegen Naziterror und Rassismus' München, 27.02.2015 „Neonazikundgebung vor dem Münchener Oberlandesgericht ist eine ungeheure Provokation für alle Opfer des NSU und ihre Angehörigen“ Münchener Bündnis gegen Naziterror und Rassismus ruft zu Protesten gegen die Nazikundgebung am 03. März auf Unter dem Motto ‚Schluss mit dem NSU-Schauprozess – Freiheit für Ralf Wohlleben‘ ruft die Partei...

https://bersarin.wordpress.com/2015/02/26/unruhestifter-und-innig-liebender-zum-tod-des-essayisten-des-schriftstellers-und-literaturkritikers-fritz-j-raddatz/

Donnerstag, 26. Februar 2015

Wohin Identitätspolitik führen kann: Zwischen Vorhölle und Tollhaus. Es scheint ja so, dass ich mit jenem Jakobinervergleich, der den Bruch eines langjährigen Mitdiskutanten nicht nur mit mir sondern praktisch der ganzen hier kommentierenden Gemeinde auslöste tiefer und besser traf als mir das selbst damals bewusst war. Zumindest, wenn ich das hier lese: http://blogs.spectator.co.uk/brendan-oneill/2015/02/identity-politics-has-created-an-army-of-vicious-narcissists/

Nachdem ein Kind ihren Eltern, die in der Initiative Roma Thüringen aktiv sind, von der Abschiebung einer Schulfreundin erzählt hat, organisierten sich spontan Menschen, um Widerstand zu leisten. Ca. 150 Menschen fanden sich daraufhin am Montag, den 23.02.2015, gegen 21.00 Uhr vor dem Lager in der Stauffenbergallee 25 ein, um die Abschiebung der Familie K. zu verhindern. Die Abschiebung wurde abgebrochen, nachdem der Einsatzleiter der Polizei, Thomas Ziegler gegen 22:30 Uhr erklärte,...

Nachdem ein Kind ihren Eltern, die in der Initiative Roma Thüringen aktiv sind, von der Abschiebung einer Schulfreundin erzählt hat, organisierten sich spontan Menschen, um Widerstand zu leisten. Ca. 150 Menschen fanden sich daraufhin am Montag, den 23.02.2015, gegen 21.00 Uhr vor dem Lager in der Stauffenbergallee 25 ein, um die Abschiebung der Familie K. zu verhindern. Die Abschiebung wurde abgebrochen, nachdem der Einsatzleiter der Polizei, Thomas Ziegler gegen 22:30 Uhr erklärte,...

Mittwoch, 25. Februar 2015

Lesebefehl: http://kuepeli.blogsport.de/2015/02/19/kampf-um-kobane-kampf-um-die-zukunft-des-nahen-ostens/

StudierendenpfarrerInnen fordern Rücktritt von Thomas de Maizière als Mitglied des Präsidiums des Kirchentags PRESSEMITTEILUNG Hauptamtlichenkonferenz der ESG (Verband der Evangelischen Studierendengemeinden in Deutschland) fordert den Rücktritt von Thomas de Maizière aus dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages Konstanz, 25.02.2015 Thomas de Maizière hat sich mit seinen fortgesetzten Angriffen gegen die Institution des Kirchenasyls nachhaltig...

StudierendenpfarrerInnen fordern Rücktritt von Thomas de Maizière als Mitglied des Präsidiums des Kirchentags PRESSEMITTEILUNG Hauptamtlichenkonferenz der ESG (Verband der Evangelischen Studierendengemeinden in Deutschland) fordert den Rücktritt von Thomas de Maizière aus dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages Konstanz, 25.02.2015 Thomas de Maizière hat sich mit seinen fortgesetzten Angriffen gegen die Institution des Kirchenasyls nachhaltig...

Über den alten De Maiziere, den letzten DDR-Ministerpräsidenten machte man Namenswitze - De Misere wurde der genannt und, viel witziger, Lothar DM. De Maiziere der Zweite ist überhaupt nicht witzig, er verantwortet eine Asylpolitik, die an Flüchtlingsbeschränkung interessiert ist auch wenn das für die Betroffenen tödliche Folgen haben kann. Nun kritisiert ihn eine der Kaderschmieden des CDU-Nachwuchses. http://www.welt.de/politik/deutschland/article137772800/CDU-Stiftung-verteidigt-Kirchenasyl-gegen-Minister.html

Manche Dinge sind einfach sehr wahr. Netbitch bringt da einige grundlegende Tatsachen sehr unprätentiös aufgespießt auf den Punkt. http://netbitch1.twoday.net/stories/1022401563/ Beim Don gibt es sozusagen dass Gleiche genau umgekehrt: Eine Story, die sich mit etwas anderem beschäftigt, aber in diesem Punkt die gleiche Kernaussage hat. http://rebellmarkt.blogger.de/stories/2480674/#comments

Dienstag, 24. Februar 2015

Massih Alineschad hat den Spezialpreis 2015 für Frauenrechte des Genfer Gipfels für Menschenrechte und Demokratie erhalten. Die Genfer Gipfel besteht aus 20 NGOs, darunter auch zwei iranische Organisationen.


Massih Alineschad bei der Preisverleihung in Genf

Die Preisverleihung wurde damit begründet, dass diese Kampagne den Frauen, die keine Stimme haben, eine Stimme verliehen hat. Frau Alineschad meint, dass dieser Preis eine gute Gelegenheit ist, die Stimme der iranischen Frauen bei europäischen Politikern zu Gehör zu bringen.

Die Kampagne „Heimliche Freiheit der iranischen Frauen“ hat im vergangenen Frühling damit begonnen, dass Massih Alineschad ein Foto von sich selbst ohne Schleier online gestellt hat. Sie hat dann weitere Frauen im Iran aufgefordert, ebenfalls Fotos von sich ohne Schleier aufzunehmen und an ihr zu schicken, damit sie auf Facebook hochgeladen werden. Die Facebookseite bekam immer mehr Followers und immer mehr Menschen sprachen über die Aktion.

Massih Alineschad richtete in ihrer Dankesrede, das Wort an Politikerinnen, die mit Delegationen in den Iran reisen. Sie sollten noch lauter über Zwangsverschleierung reden. Das wäre für sie der nächste Schritt nach ihrer Facebookaktion.

Der Preis würde ihr die Möglichkeit geben, diese Politikerinnen zu kritisieren. Einigen hätte sie direkt geschrieben und sie hätte folgende Antworten erhalten: Im Iran sei Verschleierung gesetzlich vorgeschrieben, man wolle das Gesetzt im Iran nicht brechen und man wolle den Iran nicht isolieren und man wolle mit dem Iran im Gespräch bleiben.

Frau Alineschad sagt dazu, dass ihre Antwort darauf wie folgt sei: „Wenn ihr meint, dass Verschleierung ein Gesetz sei, muss man wissen, dass Sklaverei auch ein Gesetz gewesen ist. So lange wir nicht gegen dieses Gesetz, das sich gegen viele iranische Frauen richtet, protestieren, verletzen wir deren Rechte. Außerdem, wenn iranische Regierungsvertreter ins Ausland reisen, verlangen sie, dass kein Alkohol serviert wird und dass islamische Werte und Gesetze eingehalten werden. Die europäischen Regierungsvertreter könnten genausogut verlangen, dass auch ihre menschlichen Werte eingehalten werden und bei offiziellen Besuchen im Iran die europäischen Frauen nicht verschleiert sein müssen. Im Gespräch mit westlichen Diplomatinnen habe ich deutlich gemacht, dass sehr viele politische Gefangene im Iran aus genau solchen Gründen inhaftiert seien. Man kann dazu nicht einfach schweigen.“

In Bezug auf die Frage der Isolierung des Irans sagte sie: “ Ich habe auch mit einigen Diplomaten gesprochen und gesagt, dass wir nicht den Iran isolieren wollen, sondern diejenigen isolieren wollen, die seit 35 Jahren Frauen zum Tragen des Hijab zwingen und ihre Rechte verletzen.“

Zur Kritik an ihrer Kampagne, die Zwangsverschleierung sei nicht das gegenwärtige Hauptproblem im Iran sagte sie: „An jedem Problem, an dem ich gearbeitet habe, bekam ich zu hören, das sei gerade nicht aktuell. Fünf Jahre lang habe ich an Akten zu Todesfällen in der Folge der Wahlfälschungen von 2009 gearbeitet. Mir wurde gesagt, dass sei nun vorbei, man müsse in die Zukunft schauen, man solle die Akten beiseite legen und die Leute hätten wichtigere Probleme wie z.B. die Wirtschaftsprobleme. Wer definiert, welche Probleme wichtig sind und welche nicht? Als Journalistin sage ich nicht, dass ich ein Thema vernachlässige, wenn ich ein anderes Thema als wichtig bezeichne. Die verschiedenen Themen können sich gegenseitig ergänzen. Außerdem geht es bei der Zwangsverschleierung nicht nur um ein Stück Stoff auf dem Kopf sondern um weitere Rechte der Frauen, die verletzt werden, z.B. dass Frauen ohne Schleier nicht studieren oder arbeiten können. Diese Kampagne hat es geschafft, dass vor allem die Frauen sich gründlich mit der Frage der Zwangsverschleierung auseinandersetzen.“

Zur Frage, was diese Facebookseite überhaupt für einen Nutzen habe, meinte sie: „Durch diese Preisverleihung wird deutlich, dass hier eine Bewegung zustande gekommen ist. Ich kann nicht behaupten, dass ich eine Welle ausgelöst habe, aber diese Facebookseite gab vielen Frauen, die sich von der Regierung unterdrückt fühlten, eine Stimme und hat sie alle zusammen gebracht. Wenn sie alle nebeneinander stehen, werden sie größer. Die Seite wurde ein Medium für alle, die kein offizielles Sprachrohr besitzen. Deswegen hat die Organisation für Menschenrechte und Demokratie als Hauptgrund für diesen Preis das Motiv „Eine Stimme für die die keine Stimme haben“ genannt.“

Eine weitere Einwand zur Facebookseite war, was das Adjektiv „Heimlich“ bei der Freiheit überhaupt für eine Bedeuting haben kann. Sie sagte: „Diese Kritik hat ihre Berechtigung, für Freiheit brauchen wir kein Adjektiv. Dieser Name der Seite spiegelt nur die Situation im Iran wider. Die Frauen wollen damit deutlich machen, dass sie Freiheit wollen und nicht eine heimliche Freiheit. Und wenn laut über Dinge gesprochen wird, die die Regierung nicht erlaubt, ist das nicht mehr heimlich.“

https://fa-ir.facebook.com/page.masihalinejad

Quelle: Deutsche Welle

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Am gestrigen Montag endete eine weitere Verhandlungsrunde zwischen hochrangigen Vertretern des Irans und den USA . Es ging um einen Vorschlag, der Irans Fähigkeiten, Nuklearmaterial zu produzieren für mindestens 10 Jahre begrenzen würde. Im Gegenzug würden die gegen den Iran gerichteten Sanktionen in den letzten Jahren dieses Abkommens nach und nach aufgehoben.

Dieses Auslaufen der Sanktionen ist Teil einer größeren Anstrengung zur Besänftigung von Kritikern im Iran, wo einige Hardliner innerhalb der Regierung und des Militärs jedem Abkommen ablehnend gegenüberstehen, das den Iran zwingen würde, seine Nuklearproduktion um eine Generation aufzuschieben und von Kritikern in Washington, wo einige Kongressabgeordnete jede Einigung ablehnen würden, die mit einem Ende der Sanktionen einhergeht.

Eine kritische Frage ist die nach der Dauer des Abkommens: Präsident Obama und Staatssekretär Kerry sagten, dass sie kein Abkommen unterzeichnen würden, dass dem Iran erlaube, in weniger als einem Jahr genügend Material für eine Nuklearwaffe anzureichern. Dies ist auch ein Thema, das beide Seiten scharf voneinander trennt. Während die Vereinigten Staaten lange darauf bestanden hatten, dass ein Abkommen zur Begrenzung von Irans Nuklearprogramm länger andauern solle, was 15 Jahre oder mehr bedeuten könnte, argumentierten iranische Offizielle, dass ein derartiges Abkommen dem Iran erlaube die Zahl der Uran-Anreicherungszentrifugen weiter innerhalb der nächsten 7 Jahre weiter zu erhöhen.

(Auszug aus der New York Times vom 23.2.2015)

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Donnerstag um 19.59 Uhr fährt sein Zug ab Buchholz. Von Mailand will er versuchen nach Libyen zu kommen. Dort sieht er für sich mehr Chancen als in Italien! … Atif kam nach Europa, weil er im Sudan verfolgt wurde und in seinem ersten Fluchtland Libyen der Krieg ausbrach. 40 Nato-Raketen detonierten in der Nähe seiner Unterkunft. Er kam übers Meer nach Italien, bekam dort Schulung und Asyl – und das Drama begann erneut: Obdachlosigkeit. Als er krank wurde, bekam...

Kaum eine Debatte ist so moralisch aufgeladen wie die um Prostitution. Die Frage, ob Prostitution per se als Unterdrückung von Frauen verurteilt werden soll oder ob nicht vielmehr die Selbstorganisierung von SexarbeiterInnen ein sinnvoller Ansatz ist, zieht einen Graben auch durch feministische Zusammenhänge. Wir dokumentieren im Folgenden mehrere Beiträge, die für letztere Position argumentieren und die eine Kritik an der moralischen Verurteilung von Prostitution formulieren.

1.) 17 Grad – Prostitution ist …

In einer Themensendung von 17 Grad wurde im letzten Jahr die Prostitution behandelt. Vor allem werden Argumente von Prostitutionsgegnern unter die Lupe genommen und kritisiert. Davon ausgehend wird eine ökonomische und klassen-analytische Betrachtung der Sexarbeit entwickelt. Immer wieder wird dabei auf den Text „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ von Friedrich Engels zurückgegriffen. Die Sendung basiert auf Texten von Nichtidentisches und von Helen Ward.

„Prostitution ist nur ein besonderer Ausdruck der allgemeinen Prostitution des Arbeiters”. Dieses Zitat von Marx könnte suggerieren, dass Prostitution für unsere Hörerinnen und Hörer eine recht klare Sache ist. Stattdessen hat sie sich als wahre Herausforderung erwiesen – und die Positionen Linker erstrecken sich von der Befürwortung von Repression und Abschaffung auf der einen Seite zur Entkriminalisierung und gewerkschaftlichen Organisierung auf der anderen Seite. [via]

    Download: via Mediafire (mp3; 92.3 MB; 59:59 min)

2.) Melissa Grant – Hure spielen

Im Rahmen der Reihe „Die Untüchtigen“ war im letzten Jahr die Autorin Melissa Grant im Hamburger Golem zu Gast. Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Mithu M. Sanyal hat sie ihr Buch „Hure Spielen“ vorgestellt, das im letzten Jahr bei Edition Nautilus erschienen ist. Es geht Melissa Grant in diesem Buch darum, die Perspektive umzudrehen: nicht über SexarbeiterInnen und deren Schicksal zu sprechen, sondern über jene, die sich anmaßen, für Prostituierte zu sprechen. So lässt sich herausfinden, dass es in diesen Debatten meist nicht in erster Linie um die SexarbeiterInnen selbst geht, sondern um eine moralische Legitimation einer Reihe von Berufen: PolizistInnen, JorunalistInnen, SozialarbeiterInnen, etc. – von Melissa Grant zusammengefasst als „Mitleidsindustrie“. Auf der Veranstaltung wurde zunächst Melissa Grant vorgestellt und ein Auszug aus ihrem Buch vorgelesen. Dann beantwortet sie einige Fragen, wobei es viel um einen Vergleich der amerikanischen und europäischen Verhältnisse geht.

Buchvorstellung, Gespräch »HURE SPIELEN – DIE ARBEIT DER SEXARBEIT« mit: Melissa Grant & Mithu M. Sanyal

Während die Bundesregierung an Änderungen zum Prostitutionsgesetz arbeitet, die bis Jahresende vorgenommen werden sollen, ist es in der öffentlichen Debatte zur Prostitution stiller geworden. Doch nun meldet sich in Deutschland eine junge amerikanische Stimme zu Wort: Melissa Gira Grant – ehemals Sexarbeiterin, heute Journalistin – stellt mit ihrem Buch »Hure spielen. Die Arbeit der Sexarbeit« die Debatte vom Kopf auf die Füße und attackiert all jene, die Prostitution zum Wohle der Frauen verbieten wollen. Sie lässt Sexarbeiterinnen (und Sexarbeiter) selbst zu Wort kommen und zeigt auf, dass nicht die Arbeit der Sexarbeit eine Zumutung ist, sondern deren Kriminalisierung: entwürdigende Polizeieinsätze, Illegalität, gewalttätige Übergriffe und Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Außerdem stellt Grant eine Verknüpfung her zwischen dem Umgang mit dem Thema Sexarbeit zu einer Reproduktion klassischer Geschlechterrollen und entlarvt die Position von Alice Schwarzer & Co. als paternalistischen Willen zur Kontrolle. Grants kluge Analyse liefert eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit einem hochaufgeladenen Thema. Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin und Journalistin Mithu M. Sanyal stellt Grant ihr Buch vor und diskutiert über die Situation von Sexarbeitern in Deutschland. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 229.3 MB; 1:40:08 h)

Ein Interview mit Melissa Grant im Spiegel findet sich hier.

3.) Carolin Küppers – Diskurs über Sexarbeit und Menschenhandel während der WM in Südafrika

Interessanterweise gibt es immer wieder dann Wellen von moral panic über Prostitution, wenn internationale Sport-Events stattfinden – oft werden dabei Sexarbeit und Menschenhandel unzulässigerweise miteinander vermengt und nicht selten wird dabei rassistisch argumentiert. Im Rückblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat die Wüste Welle Tübingen ein Interview mit der Soziologin Carolin Küppers geführt, die über den Diskurs über Prostitution und Menschenhandel geforscht hat und dabei auch mit südafrikanischen SexarbeiterInnen gesprochen hat. Im Interview geht es dabei auch sehr grundlegend um den Charakter und die gesellschaftliche Bewertung von Sexarbeit sowie über unterschiedliche feministische Positionen zu diesem Thema. [Teil 1 | Teil 2]

Teil 1

    Download: via FRN (mp3; ; 15:27 min)

Teil 2

    Download: via FRN (mp3; 10 MB; 13:29 min)

Radio Dreieckland hat anlässlich ähnlicher Debatten im Vorfeld der WM in Brasilien ein hörenswertes Interview mit Friedrike Strack geführt, die lange Zeit bei Davida, einer brasilianischen Prosituiertenorganisation, gearbeitet hat. Dieses Interview kann hier gehört werden.

4.) Welche Prostitution wollen wir? Prostitutionsverbot – Problemlöser oder Populismus?

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die Welt am Donnerstag“ (ein Projekt der WOZ und der Autonomen Schule Zürich) fand am 05.02.2015 eine Gesprächsrunde mit Rebecca Angelini (Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration) und Brigitte Obrist (ehemalige Prostituierte und ehemalige Projektleiterin bei der Aidshilfe Schweiz) statt. Anlass der Diskussion sind zunehmende rechtliche Reglementierungen für SexarbeiterInnen in der Schweiz und zunehmende Stimmen, die eine Bestrafung von Freiern fordern. Beide berichten aus den Erfahrungen von SexarbeiterInnen, plädieren für eine klare Trennung zwischen Sexarbeit und Menschenhandel, fordern eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse von SexarbeiterInnen und kritisieren jegliche Verbotsforderungen und z.B. das Schwedische Modell. Rebecca Angelini macht in der Diskussion eine Sache klar, die m.E. sehr wichtig ist: Wer es für problematisch hält, dass Frauen mehr oder weniger unfreiwillig im Bereich der Sexarbeit ihr Geld verdienen, der sollte anstatt ein Verbot der Sexarbeit zu fordern, vor allem die Ursachen dafür bekämpfen, dass zahlreiche Frauen eine äußerst beschränkte Berufswahl haben – nämlich die europäische Flüchtlingspolitik.

WELCHE PROSTITUTION WOLLEN WIR? Prostitutionsverbot – Problemlöser oder Populismus?

Die Frage, ob Prostitution verboten oder legalisiert werden soll, entzweit Europas Feminist_innen. Wenn es nach Alice Schwarzer geht, ist der Fall klar: Prostitution fördert den Menschenhandel und gehört verboten, die Freier müssen bestraft werden. In der Schweiz kommt ein Expertenbericht des Bundesrats zu einem anderen Befund: Prostituierte sollen rechtlich gestärkt werden. Politische Vorstösse von links bis rechts, die von Besserstellung bis zum Verbot des Gewerbes reichen sowie der vorliegende Expertenbericht: 2015 wird das Jahr sein, in dem in der Schweiz politisch die Weichen gestellt werden, welcher Weg eingeschlagen wird. [via]

    Download: via FRN (mp3; 54 MB; 59:28 min)

Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland werden Debatten darüber geführt, Sexarbeit zu reglementieren und wichtige Errungenschaften zurückzunehmen. Hierüber hat im letzten Jahr Sonja Dolinsek ein Interview bei Radio Corax gegeben, welches hier nachgehört werden kann.

Das Ex-Magazin hat im letzten Jahr einen offenen Antwortbrief von Sascha Bergthal an Tanja Rahm veröffentlicht, die zuvor in der Welt ihrerseits einen Offenen Brief geschrieben hatte. Beiträge zum Thema im Audioarchiv findet ihr hier: Leib ohne Trieb – Von der Prostitution zur Sexarbeit | Femen und der Feminismus.

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"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

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