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Mittwoch, 23. April 2014


Schwarzer Donnerstag, den 17. April 2014, im Ewin-Gefängnis

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Nicht alle in Deutschland haben Zugang zum Gesundheitssystem. Menschen im Asylverfahren bekommen nur akut notwendige Behandlung. Menschen ohne Aufenthaltsstaus riskieren bei Ärzt_innenbesuchen erfasst und dann abgeschoben zu werden (siehe Flüchtlingsrat Berlin). Und selbst in akuten lebensbedrohlichen Situationen können Menschen im Asylverfahren / ohne festen Aufenthalt / ohne Versicherung nicht darauf vertrauen, medizinische Hilfe zu bekommen. Mitarbeitende des Aufnahmelagers Zirndorf...

Dienstag, 22. April 2014

Als Reaktion auf die vielfältige kritische Berichterstattung zum Überfall auf Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses zeigten die staatlichen Medien heute ein langes Interview mit dem Gefängnisdirektor Gholam Hossein Esmaili, die die Vorfälle herunter spielte und die schweren Verletzungen bei den Gefangenen leugnete.

Das Interview zeigt einen gut gelaunten Gefängnisdirektor, der die Darstellung der kritischen Medien weltweit rundum als Lügen abtut. Er stellt den gewaltsamen Überfall auf die Gefangenen als ganz normale und alltägliche Durchsuchung der Besitztümer der Gefangenen dar. Ziel der Durchsuchung sei die Beschlagnahme von Geräten gewesen, mit denen die Gefangenen Kontakt zu oppositionellen und staatsfeindlichen Medien hielten. Als Beweis wurden Bilder von angeblich bei der Razzia gefundener Handys, inklusive Ladegeräte und SIM-Karten gezeigt. (Anm.: Jede Kleinigkeit, die in den Besitz der Gefangenen gelangt, wird vorher durch die Gefängnisleitung ganz genau untersucht und nur dann ausgehändigt, wenn sie erlaubt ist.)

Es drängen sich Fragen auf wie: Warum befinden sich dann 30 Politische Gefangene auf der Krankenstation? Warum haben über 20 Politische Gefangenen an Präsident Rouhani geschrieben, mit der Forderung, die Vorkommnisse zu untersuchen? Und warum befinden sich seit der Razzia 12 Politische Gefangene im Hungerstreik? Die Berichte von den Angehörigen der Gefangenen, die ihre Verwandten besuchen und ihre Verletzungen sehen konnten, gegenüber den ausländischen Medien – alles nur erfunden und gelogen? Der Bericht eines Gefangenen, der Blut auf den Sitzen eines Minibusses gesehen hat, mit dem die Gefangenen ins Krankenhaus transportiert wurden, auch das soll erfunden sein?

Amnesty International hat inzwischen eine Urgent Action initiiert, die ebenfalls eine Untersuchung der Vorfälle fordert und verlangt, dass die medizinische Versorgung der Gefangenen gewährleistet ist und sie vor Folter und sämtlichen Misshandlungen geschützt werden.
https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-094-2014/gefangene-gefahr?destination=node%2F5309

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Am heutigen Montag, den 22.4.2014, versammelten sich über 150 Angehörige und weitere UnterstützerInnen der im Trakt 350 des Ewin Gefängnis überfallenen Insassen vor dem Regierungsgebäude von Präsident Rouhani. Sie forderten die Untersuchung des Überfalls und verlangten die Einsetzung einer Kommission.


Angehörige von Gefangenen versammeln sich in der Pasteurstraße, Teheran

Auf der Versammlung wurden Parolen gerufen wie „Vazir bi kefayat: estefa, estefa“ (Unfähiger Minister, zurücktreten, zurücktreten; Gemeint ist der Justizminister, Mostafa Purmohammadi, der wie üblich das Geschehen heruntergespielt hat und von nur zwei leichten Verletzungen sprach.). Es wurde Aufklärung darüber gefordert, wer die Gefangenen geschlagen, oder ihnen Arme und Beine gebrochen hat und dass diese Täter vor Gericht gestellt werden.


Plakataufschriften: „Protest gegen Überfall auf Gefangene“ und „Was wir mit eigenen Augen gesehen haben, war unglaublich“

Ein Regierungsangehöriger kam zu den Angehörigen und bot ihnen an, dass sie einige Vertreter auswählen und für ein Gespräch mit einem Repräsentanten der Regierung entsenden könnten. Die Angehörigen wählten sodann fünf Vertreter aus, die sich ins Regierungsgebäude begaben. Bis zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels (Spätnachmittag im Iran) sind die Vertreter noch nicht wieder erschienen und es gab noch keine Nachrichten über den Verlauf des Gesprächs.

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DEMONSTRATION GEGEN ABSCHIEBUNGEN *English below* Samstag 26.04.2014 15:00 Uhr August-Bebel-Platz 1, Osnabrück (Vor dem DGB-Haus) Nahe dem Hauptbahnhof Geflüchtete und ein breites Bündnis an Unterstützer*innen gehen nach einer ersten erfolgreichen Demonstration im März, am 26. April erneut und gemeinsam auf die Straße. In einem bunten und lauten Protest wollen wir die Forderungen der Betroffenen zum Ausdruck bringen; Abschiebungen in Osnabrück und bundesweit...

Ursprünglich veröffentlicht auf Exportabel:
[mit Updates am Ende des Artikels] Seit ein paar Wochen finden in vielen deutschen Städten und in Berlin sogenannte Montagsdemos statt. Dort treten teilweise recht einfach gestrickte, teilweise recht dubiose Leute auf. Einer der…

Montag, 21. April 2014

EIN FASS OHNE BODEN?

Kurz nach dem Triumphgeschrei der Medien über den Sturz der Regierung Janukowitsch und der Einsetzung der neuen Hampelmänner, die jetzt als „Regierung“ gehandelt werden, obwohl sie diesen Namen nicht verdienen, machte die Botschaft, die Ukraine sei praktisch pleite, die Runde. Sie benötige dringend einen IWF-Kredit, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.
Sofort drängen sich Fragen auf: Bei wem sind diese Zahlungsverpflichtungen aufgelaufen? Wer sind die Gläubiger der Ukraine? Wann, wie ist diese Schuld entstanden?
Man hörte dann nicht mehr viel von dem Thema.

Der IWF gewährte der Ukraine angeblich seit 1994 Kredite. Über diejenigen der 90er Jahre findet man wenig Information. Dennoch war ihre Gewährung an die „Politik des knappen Geldes“ gebunden und hatte zur Folge, daß in vielen Sektoren der Ökonomie und der Beamtenschaft jahrelang keine Gehälter gezahlt wurden, bevorzugtermaßen in den russischsprachigen Gebieten der Ukraine, wo die Identifikation mit der Regierung in Kiew von Anfang an gering bzw. inexistent war.
Ein Streik der Bergleute im Donbass 1996 für die Zahlung der ausstehenden Löhne wurde unter dem Ministerpräsidenten Lasarenko zu einem Akt des Landesverrates erklärt und durch Militäreinsatz beendet. Ebendieser Pawlo Lasarenko floh schließlich in die USA, wo er wegen Korruption und Geldwäsche zu einigen Jahren Haft verurteilt wurde. Vermutlich stehen die Vorwürfe gegen Lasarenko im Zusammenhang mit erhaltenen Krediten, die in private Taschen wanderten – ob vom IWF oder anderen Institutionen, weiß man nicht.
Überhaupt umgibt die gesamte Staatsschuld der Ukraine der Flair eines Mysteriums. Weder ihre Höhe noch ihre Herkunft ist bekannt. Generell läßt sich sagen, und das mußte auch der IWF erfahren, daß die Gelder weder widmungsgemäß verwendet, noch die Bedingungen der Vergabe eingehalten werden. Das hat mit der zerstörerischen Wirkung dieser Bedingungen sowie mit rasch wechselnden Koalitionen und Rotationen von Ministern zu tun – die jeweils nur kurzfristig tätigen Amtsinhaber sahen sich an die Verträge, die ihre Vorgänger unterschrieben hatten, nicht gebunden. Besonders augenfällig war das beim IWF-Kredit von 2008:

„2008 gewährte der IWF eine Kreditlinie über 17 Milliarden Dollar und setzte Bedingungen: Freigabe des Kurses der Landeswährung Hrywnja, Streichung von Staatsausgaben und eine Anhebung der inländischen Gaspreise. Das IWF-Geld floss, doch das Reformprogramm »lief rasch aus der Spur«, so ein IWF-Bericht. Kaum eine seiner Forderungen wurde erfüllt. Denn sie waren unpopulär: Die Freigabe der Hrywnja hätte eine deutliche Abwertung der Währung bedeutet. Importe würden dadurch teurer. Zudem hatten viele Ukrainer Kredite in Auslandswährung aufgenommen, deren Rückzahlung mit der Abwertung viel teurer würde.“ (Frankfurter Rundschau, 9.3.)

Damals waren noch die inzwischen zerstrittenen Lichtgestalten Timoschenko und Juschtschenko, die durch die „Orange Revolution“ an die Macht gekommen waren, im Amt. Die IWF-Verhandler hofften offenbar, bei einer solchen prowestlichen Führung endlich Vertragssicherheit zu haben. Aber das Gegenteil war der Fall. Zögerliche Versuche, die IWF-Bedingungen umzusetzen, hatten den Abgang beider von der politischen Bühne zur Folge, und die an die Macht gekommene Partei der Regionen sah sich an das Verelendungsprogramm, das der IWF verordnet hatte, nicht gebunden.

Jedenfalls beginnt mit dem IWF-Kredit von 2008 – nach den offiziellen Zahlen – eine rasante Verschuldung der Ukraine, weil ihr dieser Kredit die Tore zu den Finanzmärkten öffnete. Von 6,3 Milliarden € im Jahr 2007 stieg sie bis 2013 auf 43,7 Mrd. €.

Der Versuch, einen neuerlichen IWF-Kredit auszuhandeln, und die Bedingungen, die er enthielt, sollen nach Aussage des damaligen Ministerpräsidenten Mykola Azarow der letzte Tropfen gewesen sein, der das Faß zum Überlaufen brachte und die Regierung bewog, sowohl die Verhandlungen mit dem IWF abzubrechen, als auch von der Unterzeichnung des Assoziationsabkommens mit der EU zurückzutreten. (New York Times, 22.11. 2013)

Die Pleite wurde inzwischen abgewendet und die Gläubiger, die mehrheitlich im Westen sitzen, können aufatmen:

„Der IWF will der Ukraine einen Kredit zwischen 14 und 18 Milliarden Dollar (rund 10 bis 13 Milliarden Euro) gewähren. Das teilte der Währungsfonds nach tagelangen Verhandlungen mit der Kiewer Regierung mit. Eigentlich hatte die Ukraine sogar auf bis zu 20 Milliarden Dollar gehofft. Der genaue Betrag werde festgelegt, wenn die ukrainischen Behörden ihre Bedürfnisse präzisiert hätten und geklärt sei, welche anderen Hilfen das Land bekommen werde, so der IWF. Im Gegenzug muss die Regierung in Kiew umfassende Wirtschaftsreformen im Land anpacken.“ (Tagesschau, 27.3.)

Es kann jedoch den Verhandlern von IWF und auch denen der EU nicht ganz entgangen sein, daß die derzeitigen Hampelmänner in Kiew sich nicht einmal in den Straßen Kiews Respekt verschaffen können, geschweige denn im Rest des Landes, und ihre Unterschrift unter irgendwelche Verträge daher nichts wert ist.

In diesem Zusammenhang ist folgende Meldung interessant:

„Goldreserven der Ukraine wurden in die USA transportiert. Das ukrainische Nachrichtenportal Iskra-News berichtet, dass die Goldreserven der Ukraine in die USA geflogen worden seien. Laut einem Augenzeugenbericht sei entsprechende Ware am Kiewer Flughafen Borispol auf eine Frachtmaschine verladen worden … Iskra-News erklärte zudem, dass man von einem leitenden Regierungsbeamten die Information erhalten habe, dass auf Befehl der »neuen Führung« in der Ukraine, alle Goldreserven des Landes in die USA geliefert worden seien. Die Goldreserven der Ukraine werden im jüngsten Bericht des World Gold Council mit 42,3 Tonnen beziffert. Das entspricht einem aktuellen Marktwert von 1,3 Milliarden Euro.“ (Goldreporter, 10.3.)

Soweit es ging, haben sich also die maßgeblichen Autoritäten die größtmögliche Sicherheit verschafft, bevor sie irgendwelche Zusagen gegeben haben. Der Goldschatz der Ukraine wurde eingesteckt, um westliche Gläubiger zu befriedigen. Es ist sogar wahrscheinlich, daß der IWF selber zu denjenigen Gläubigern gehört, deren Schuld unbedingt bedient werden mußte, um nicht seine Glaubwürdigkeit als Garant des Kredites einzubüßen. Mit einer Pleite der Ukraine hätte das ganze Weltwährungssystem gewackelt.

Auch wenn die ukrainische Pseudoregierung stürzt, es zu Bürgerkrieg kommen sollte, das Land geteilt wird, usw. – die Schuld wird bleiben:

„Die Staatsschuld, d.h. die Veräußerung des Staats – ob despotisch, konstitutionell oder republikanisch – drückt der kapitalistischen Ära ihren Stempel auf. Der einzige Teil des sogenannten Nationalreichtums, der wirklich in den Gesamtbesitz der modernen Völker eingeht, ist – ihre Staatsschuld. Daher ganz konsequent die moderne Doktrin, daß ein Volk um so reicher wird, je tiefer es sich verschuldet. Der öffentliche Kredit wird zum Credo des Kapitals. Und mit dem Entstehen der Staatsverschuldung tritt an die Stelle der Sünde gegen den heiligen Geist, für die keine Verzeihung ist, der Treubruch an der Staatsschuld.“ (Karl Marx, Das Kapital I, 24. Kapitel, S 782-783)


Moderne Einzelzelle im Ewin-Gefängnis in Teheran

Das Foto zeigt – leere – Einzelzellen im Ewin-Gefängnis. Mehr als 30 Gefangene, die am Schwarzen Donnerstag, am 17.04.2014, aus dem Trakt 305 mit verbundenen Augen abgeführt wurden, sind jetzt in solchen Einzelzellen inhaftiert.

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Am Montag, den 21.04.2014, durften die Angehörigen (eine Person pro Familie) für fünf Minuten mit den Gefangenen im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses sprechen.
Trotz entsprechender Warnungen der Sicherheitsorgane wandten sich die Angehörigen nach dem Kurzgespräch an den BBC und berichteten dort, was sie gesehen und gehört hatten.
Während der Direktor für das Gefängniswesen im Iran, Gholamhossein Esma‘ili, erklärte, den Gefangenen sei nicht mal ein Härchen gekrümmt worden, wussten die Angehörigen anderes zu berichten.
So berichtete ein Gefangener, dass er mit Knüppeln geschlagen wurden, während man ihm Fußfesseln, Handschellen und eine Augenbinde angelegt hatte. Viele Gefangene wiesen blaue Fleckung oder Anschwellungen, auch im Gesicht auf. Die Mutter eines Gefangenen fiel sogar in Ohnmacht, als sie den Zustand ihres Sohns sah.
Einigen Gefangenen seien von den Wärtern zur Strafe die Haare geschoren worden, worauf auch andere Gefangene aus Solidarität selbst ihre Haare geschoren hätten.

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2400 Studentinnen und Studenten der Allame-Tabatabai-Hochschule haben einen Brief an den Rektor der Hochschule mit Kopie an den Kultusminister des Irans gesand.
In ihrem Brief protestieren sie gegen die Vorzensur von Studentenzeitungen, was gegen einen Beschluss des Hohen Rats der Kulturrevolution verstoße. Dieser Hohe Rot wurde nach der Revolution von 1979 gebildet und ist für die Lehrpläne zuständig.
Die Studenten fordern außerdem mehr Lehrkräfte an der Hochschule, eine Beendigung der Diskriminierung von studierenden Frauen, und sie fordern die Abschaffung der Überwachungskameras, die im Hochschulbereich installiert wurden.

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Am Sonntag haben 28 politische Gefangene des Trakts 350 des Ewin-Gefängnisses von Teheran einen Brief an den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani geschrieben und ihn gefordert, die Vorfälle vom Donnerstag zu untersuchen. Auch der Nationale Sicherheitsrat des Irans solle sich mit diesem massiven Gewaltakt befassen, dem die Gefangenen ausgesetzt waren.
Am Montag, den 21.04.2014 haben darüber hinaus 12 politische Gefangene den Hungerstreik erklärt, um gegen die beispiellose Gewalt gegen die Gefangenen zu protestieren.

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Wie berichtet, wurden am Donnerstag, den 17. April 2014, die politischen Gefangenen des Traktes 350 im Ewin-Gefängnis Opfer einer Razzia, bei der über 100 Beamte eingesetzt waren – Gefängnisbeamte, Geheimdienstbeamte und Revolutionswächter (Pasdaran). Über 30 Gefangene sollen dabei verletzt worden sein, davon 8 schwer, über 30 Gefangene wurden mit verbundenen Augen verlegt.
Am Sonntag, den 20. April 2014 versammelten sich darauf die Angehörigen der Gefangenen vor dem iranischen Parlament in Teheran, um gegen die Gewalttaten zu protestieren. Der Justizminister, Mostafa Purmohammadi, unter Ahmadineschad Innenminister, spielte wie üblich das Geschehen herunter und sprach von nur zwei leichten Verletzungen. Der Parlamentsabgeordnete Ali Mottahari versprach den Angehörigen, sich um die Sache zu kümmern. Eine Gruppe von Abgeordneten hat den Vorsitzenden der Parlamentskommission für Nationale Sicherheit und Außenpolitik aufgefordert, den Gefängnisdirektor von Ewin sowie den Direktor für das Gefängniswesen ins Parlament vorzuladen, damit sie Rede und Antwort zu den Ereignissen stehen.

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Schwarzer Donnerstag im Ewin-Gefängnis

Am Donnerstag, den 17. April 2014, stürmten etwa 100 Beamte drei verschiedener staatlicher Institutionen – der Gefängnisverwaltung, des Geheimdienstes und der Pasdaran – Zellen des Trakts 350 im Ewin-Gefängnis. In diesem Trakt sind politische Gefangene inhaftiert. Etwa 25 der Beamten waren vermummt, durch Masken oder Sonnenbrillen. Zum Zeitpunkt der Razzia befand sich ein Teil der Gefangenen im Gefängnishof, ein Teil war in den Zellen geblieben, weil sie die Zerstörung ihrer Habe durch die Beamten befürchteten. Zum Zeitpunkt der Razzia war es im Trakt 350 ruhig, was die Beamten anhand der an verschiedenen Stellen positionierten Videokameras sehen konnten.
Während der Razzia in den Zellen 1 und 3 des Trakts 350 begannen die Beamten die Gefangenen zu schlagen. Durch die lauten Schreie wurden ihre Mitgefangenen unten im Hof alarmiert, die darauf Parolen gegen die Razzia riefen und versuchten, die Hoftür aufzubrechen, um ihren Kollegen zu Hilfe zu kommen. Die Beamten filmten darauf die protestierenden Gefangenen und die Versuche, die Tür aufzubrechen. Die Kamera wurde nicht eingeschaltet, wo es zu Misshandlungen gegen die Gefangenen kam. Einige derer, die in den Zellen geblieben waren, berichteten später, dass die Beamten eine Gasse gebildet hätten, durch die die Gefangenen durch mussten. Sie wurden dabei massiv mit Knüppeln geschlagen. Acht Gefangene erlitten schwere Verletzungen – Knochenbrüche an Fuß und Schulter, einem wurden sogar die Zähne ausgetreten. Ein Gefangener erlitt einen Herzinfarkt. Insgesamt sollen über 30 Gefangene verletzt worden sein, über 30 wurden mit verbundenen Augen wegverlegt.

Die Rolle des Gefängnisarztes
Dr. Madschid Resasade, der Gefängnisarzt, der für die Krankenstation des Gefängnisses verantwortlich ist, legte in Zusammenhang mit diesen Vorfällen ein merkwürdiges Verhalten an den Tag. Er ließ zwei Gefangene, die auf dem Weg zu einem externen Krankenhaus waren, noch vor Erreichen des Krankenhauses wieder zurückbringen und fesselte sie beide persönlich ans Krankenbett der Krankenstation des Gefängnisses. Einen weiteren Gefangenen, der im Krankenhaus Schohada-ye Tadschrisch eingewiesen war und nach Überzeugung der Fachärzte zur Operation als Notfall dabehalten werden sollte, holte er eigenhändig ab und brachte ihn ohne Operation ins Krankenhaus zurück.

Vernichten von Beweismitteln
Das vorrangige Bemühen des Gefängnisarztes Dr. Madschid Resasade scheint vor allem darin bestanden zu haben, jegliche Beweise für die Gewalt, die den Gefangenen zugefügt wurde, zu beseitigen. So beschlagnahmte er die extern gemachten Computer-Tomographie-Aufnahmen des Gefangenen Akbar Amini, und es ist anzunehmen, dass der Rückruf der beiden anderen Gefangenen vor allem von dem Wunsch beseelt war, das Entstehen unabhängiger Beweise für die Gewaltorgie im Gefängnis zu unterbinden. So ist es kein Wunder, dass er die Herausgabe von Röntgenbildern von Knochenbrüchen, die in der Krankenstation gemacht wurden, an die Gefangenen oder außenstehende Ärzte verweigerte.
Sein Handeln steht in Einklang mit dem Filmteam der Razzia, das auch nur die für künftige Anklagen genehmen Szenen filmte und alles andere ausblendete.

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Im Jahre 2011 war der Kurde Samku Chorschidi auf einer Autobahn bei Teheran von den sogenannten Sicherheitskräften verhaftet worden. Bei der Verhaftung machten die Beamten von ihrer Schusswaffe Gebrauch und schossen ihm in den Arm. Dem Kurden wurde Mitgliedschaft in einer bewaffneten kurdischen Organisation zur Last gelegt. Unter diesem Vorwurf wurde er 2012 zur Hinrichtung verurteilt.
Jetzt, am 17. April 2014, wurde die Hinrichtung im Gefängnis von Diesel-Abad (Stadtteil von Kermanschah) vollstreckt.
In den vergangenen sechs Monaten sind weitere Hinrichtungen politisch aktiver Kurden bekannt geworden:
Habibollah Golparipur, Resa Esma‘ili Mamdi und Schirku Mo‘arefi sind die Namen von drei weiteren Opfern der Todesstrafe im Iran.

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Sonntag, 20. April 2014

Ohne zu bedenken welches Datum wir haben schaltete ich das Radio ein und landete mitten in einem katholischen Ostergottesdienst. Ich fand die Liturgie grauenhaft, und im eigenen Kopf ersetzte ich den Choral durch "Eiapopeia, der Papst segnet die Eier" und den Singsang des Priesters "Wir danken Jesus Christus, unserem Herrn, der durch sein Opfer uns das ewige Leben geschenkt hat! Gelobt sei unsere heilige katholische Kirche!" durch "Wir danken Gautama Buddha, der das Rad der Widergeburten überwunden...

Samstag, 19. April 2014

Der Züricher Soziologe Rohit Jain hat dem Tagesanzeiger ein Interview über indische Secondos gegeben und schliesst mit: "Ehrlich gesagt: Ich mache mir schon Sorgen um die Schweiz, ihre Modernität und vor allem um ihre Demokratie. Denn es ist auch meine Schweiz, mein Zuhause."

Freitag, 18. April 2014

Eine neue Fraktion des Neofaschismus formiert sich wieder einmal: http://exportabel.wordpress.com/2014/04/16/montagsdemos-rechte-menschenfanger/ Drauf! Gebt denen bei den Ostermärschen keinen Auftritt, prügelt sie weg!

Es gibt Hinweise darauf, dass die Evangelien des Thomas und der Maria Magdalena älter sind als als die des Markus, Lukas, Matthäus und Johannes. Sind sie auch echter? In der Konsequenz laufen die auf ein gnostisches Christentum hinaus, mit einer Aussage, die sich etwa so zusammenfassen ließe: "Jeder Mensch ist Sohn oder Tochter Gottes, erkenne Dich selbst und Du wirst im Geist erwachen, Du selbst kannst Dich im Kontakt zu Gott erlösen." Das wäre dann eine Religion ohne Priester...

Donnerstag, 17. April 2014

Eine Abschiebung reißt eine Lücke in ein vorbildliches Integrationsprojekt. Sie sind schwarz und weiß, jung und alt, haben ausländische Wurzeln oder nicht – in der Musikgruppe „Trokiwa“ trommelt man gemeinsam, egal welcher Herkunft. Die Bewerbung beim diesjährigen Niedersächsischen Integrationspreis des Landes lag nahe. Denn wenn das keine Integration ist, was dann? Die 18 Musiker und Tänzer, die aus Niedersachsen stammen, treffen sich regelmäßig in...

http://video.de.msn.com/watch/video/sprachenwunder-diese-frau-versteht-niemand/5o22xhi1?cpkey=f5230d3a-db1b-41f5-a705-b46ecd9e8c95%257c%257c%257c%257c

 


"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

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