CSS-Style: red | blue
Hintergrund:

x-berg.de logo
Pippi Langstrumpf

planet x-berg.de

 

xberg.de Slogan

 
 

Freitag, 27. Februar 2015

Pressemitteilung des 'Bündnis gegen Naziterror und Rassismus' München, 27.02.2015 „Neonazikundgebung vor dem Münchener Oberlandesgericht ist eine ungeheure Provokation für alle Opfer des NSU und ihre Angehörigen“ Münchener Bündnis gegen Naziterror und Rassismus ruft zu Protesten gegen die Nazikundgebung am 03. März auf Unter dem Motto ‚Schluss mit dem NSU-Schauprozess – Freiheit für Ralf Wohlleben‘ ruft die Partei...

https://bersarin.wordpress.com/2015/02/26/unruhestifter-und-innig-liebender-zum-tod-des-essayisten-des-schriftstellers-und-literaturkritikers-fritz-j-raddatz/

Donnerstag, 26. Februar 2015

Wohin Identitätspolitik führen kann: Zwischen Vorhölle und Tollhaus. Es scheint ja so, dass ich mit jenem Jakobinervergleich, der den Bruch eines langjährigen Mitdiskutanten nicht nur mit mir sondern praktisch der ganzen hier kommentierenden Gemeinde auslöste tiefer und besser traf als mir das selbst damals bewusst war. Zumindest, wenn ich das hier lese: http://blogs.spectator.co.uk/brendan-oneill/2015/02/identity-politics-has-created-an-army-of-vicious-narcissists/

Nachdem ein Kind ihren Eltern, die in der Initiative Roma Thüringen aktiv sind, von der Abschiebung einer Schulfreundin erzählt hat, organisierten sich spontan Menschen, um Widerstand zu leisten. Ca. 150 Menschen fanden sich daraufhin am Montag, den 23.02.2015, gegen 21.00 Uhr vor dem Lager in der Stauffenbergallee 25 ein, um die Abschiebung der Familie K. zu verhindern. Die Abschiebung wurde abgebrochen, nachdem der Einsatzleiter der Polizei, Thomas Ziegler gegen 22:30 Uhr erklärte,...

Mittwoch, 25. Februar 2015

Lesebefehl: http://kuepeli.blogsport.de/2015/02/19/kampf-um-kobane-kampf-um-die-zukunft-des-nahen-ostens/

StudierendenpfarrerInnen fordern Rücktritt von Thomas de Maizière als Mitglied des Präsidiums des Kirchentags PRESSEMITTEILUNG Hauptamtlichenkonferenz der ESG (Verband der Evangelischen Studierendengemeinden in Deutschland) fordert den Rücktritt von Thomas de Maizière aus dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages Konstanz, 25.02.2015 Thomas de Maizière hat sich mit seinen fortgesetzten Angriffen gegen die Institution des Kirchenasyls nachhaltig...

Über den alten De Maiziere, den letzten DDR-Ministerpräsidenten machte man Namenswitze - De Misere wurde der genannt und, viel witziger, Lothar DM. De Maiziere der Zweite ist überhaupt nicht witzig, er verantwortet eine Asylpolitik, die an Flüchtlingsbeschränkung interessiert ist auch wenn das für die Betroffenen tödliche Folgen haben kann. Nun kritisiert ihn eine der Kaderschmieden des CDU-Nachwuchses. http://www.welt.de/politik/deutschland/article137772800/CDU-Stiftung-verteidigt-Kirchenasyl-gegen-Minister.html

Manche Dinge sind einfach sehr wahr. Netbitch bringt da einige grundlegende Tatsachen sehr unprätentiös aufgespießt auf den Punkt. http://netbitch1.twoday.net/stories/1022401563/ Beim Don gibt es sozusagen dass Gleiche genau umgekehrt: Eine Story, die sich mit etwas anderem beschäftigt, aber in diesem Punkt die gleiche Kernaussage hat. http://rebellmarkt.blogger.de/stories/2480674/#comments

Dienstag, 24. Februar 2015

Massih Alineschad hat den Spezialpreis 2015 für Frauenrechte des Genfer Gipfels für Menschenrechte und Demokratie erhalten. Die Genfer Gipfel besteht aus 20 NGOs, darunter auch zwei iranische Organisationen.


Massih Alineschad bei der Preisverleihung in Genf

Die Preisverleihung wurde damit begründet, dass diese Kampagne den Frauen, die keine Stimme haben, eine Stimme verliehen hat. Frau Alineschad meint, dass dieser Preis eine gute Gelegenheit ist, die Stimme der iranischen Frauen bei europäischen Politikern zu Gehör zu bringen.

Die Kampagne „Heimliche Freiheit der iranischen Frauen“ hat im vergangenen Frühling damit begonnen, dass Massih Alineschad ein Foto von sich selbst ohne Schleier online gestellt hat. Sie hat dann weitere Frauen im Iran aufgefordert, ebenfalls Fotos von sich ohne Schleier aufzunehmen und an ihr zu schicken, damit sie auf Facebook hochgeladen werden. Die Facebookseite bekam immer mehr Followers und immer mehr Menschen sprachen über die Aktion.

Massih Alineschad richtete in ihrer Dankesrede, das Wort an Politikerinnen, die mit Delegationen in den Iran reisen. Sie sollten noch lauter über Zwangsverschleierung reden. Das wäre für sie der nächste Schritt nach ihrer Facebookaktion.

Der Preis würde ihr die Möglichkeit geben, diese Politikerinnen zu kritisieren. Einigen hätte sie direkt geschrieben und sie hätte folgende Antworten erhalten: Im Iran sei Verschleierung gesetzlich vorgeschrieben, man wolle das Gesetzt im Iran nicht brechen und man wolle den Iran nicht isolieren und man wolle mit dem Iran im Gespräch bleiben.

Frau Alineschad sagt dazu, dass ihre Antwort darauf wie folgt sei: „Wenn ihr meint, dass Verschleierung ein Gesetz sei, muss man wissen, dass Sklaverei auch ein Gesetz gewesen ist. So lange wir nicht gegen dieses Gesetz, das sich gegen viele iranische Frauen richtet, protestieren, verletzen wir deren Rechte. Außerdem, wenn iranische Regierungsvertreter ins Ausland reisen, verlangen sie, dass kein Alkohol serviert wird und dass islamische Werte und Gesetze eingehalten werden. Die europäischen Regierungsvertreter könnten genausogut verlangen, dass auch ihre menschlichen Werte eingehalten werden und bei offiziellen Besuchen im Iran die europäischen Frauen nicht verschleiert sein müssen. Im Gespräch mit westlichen Diplomatinnen habe ich deutlich gemacht, dass sehr viele politische Gefangene im Iran aus genau solchen Gründen inhaftiert seien. Man kann dazu nicht einfach schweigen.“

In Bezug auf die Frage der Isolierung des Irans sagte sie: “ Ich habe auch mit einigen Diplomaten gesprochen und gesagt, dass wir nicht den Iran isolieren wollen, sondern diejenigen isolieren wollen, die seit 35 Jahren Frauen zum Tragen des Hijab zwingen und ihre Rechte verletzen.“

Zur Kritik an ihrer Kampagne, die Zwangsverschleierung sei nicht das gegenwärtige Hauptproblem im Iran sagte sie: „An jedem Problem, an dem ich gearbeitet habe, bekam ich zu hören, das sei gerade nicht aktuell. Fünf Jahre lang habe ich an Akten zu Todesfällen in der Folge der Wahlfälschungen von 2009 gearbeitet. Mir wurde gesagt, dass sei nun vorbei, man müsse in die Zukunft schauen, man solle die Akten beiseite legen und die Leute hätten wichtigere Probleme wie z.B. die Wirtschaftsprobleme. Wer definiert, welche Probleme wichtig sind und welche nicht? Als Journalistin sage ich nicht, dass ich ein Thema vernachlässige, wenn ich ein anderes Thema als wichtig bezeichne. Die verschiedenen Themen können sich gegenseitig ergänzen. Außerdem geht es bei der Zwangsverschleierung nicht nur um ein Stück Stoff auf dem Kopf sondern um weitere Rechte der Frauen, die verletzt werden, z.B. dass Frauen ohne Schleier nicht studieren oder arbeiten können. Diese Kampagne hat es geschafft, dass vor allem die Frauen sich gründlich mit der Frage der Zwangsverschleierung auseinandersetzen.“

Zur Frage, was diese Facebookseite überhaupt für einen Nutzen habe, meinte sie: „Durch diese Preisverleihung wird deutlich, dass hier eine Bewegung zustande gekommen ist. Ich kann nicht behaupten, dass ich eine Welle ausgelöst habe, aber diese Facebookseite gab vielen Frauen, die sich von der Regierung unterdrückt fühlten, eine Stimme und hat sie alle zusammen gebracht. Wenn sie alle nebeneinander stehen, werden sie größer. Die Seite wurde ein Medium für alle, die kein offizielles Sprachrohr besitzen. Deswegen hat die Organisation für Menschenrechte und Demokratie als Hauptgrund für diesen Preis das Motiv „Eine Stimme für die die keine Stimme haben“ genannt.“

Eine weitere Einwand zur Facebookseite war, was das Adjektiv „Heimlich“ bei der Freiheit überhaupt für eine Bedeuting haben kann. Sie sagte: „Diese Kritik hat ihre Berechtigung, für Freiheit brauchen wir kein Adjektiv. Dieser Name der Seite spiegelt nur die Situation im Iran wider. Die Frauen wollen damit deutlich machen, dass sie Freiheit wollen und nicht eine heimliche Freiheit. Und wenn laut über Dinge gesprochen wird, die die Regierung nicht erlaubt, ist das nicht mehr heimlich.“

https://fa-ir.facebook.com/page.masihalinejad

Quelle: Deutsche Welle

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

Am gestrigen Montag endete eine weitere Verhandlungsrunde zwischen hochrangigen Vertretern des Irans und den USA . Es ging um einen Vorschlag, der Irans Fähigkeiten, Nuklearmaterial zu produzieren für mindestens 10 Jahre begrenzen würde. Im Gegenzug würden die gegen den Iran gerichteten Sanktionen in den letzten Jahren dieses Abkommens nach und nach aufgehoben.

Dieses Auslaufen der Sanktionen ist Teil einer größeren Anstrengung zur Besänftigung von Kritikern im Iran, wo einige Hardliner innerhalb der Regierung und des Militärs jedem Abkommen ablehnend gegenüberstehen, das den Iran zwingen würde, seine Nuklearproduktion um eine Generation aufzuschieben und von Kritikern in Washington, wo einige Kongressabgeordnete jede Einigung ablehnen würden, die mit einem Ende der Sanktionen einhergeht.

Eine kritische Frage ist die nach der Dauer des Abkommens: Präsident Obama und Staatssekretär Kerry sagten, dass sie kein Abkommen unterzeichnen würden, dass dem Iran erlaube, in weniger als einem Jahr genügend Material für eine Nuklearwaffe anzureichern. Dies ist auch ein Thema, das beide Seiten scharf voneinander trennt. Während die Vereinigten Staaten lange darauf bestanden hatten, dass ein Abkommen zur Begrenzung von Irans Nuklearprogramm länger andauern solle, was 15 Jahre oder mehr bedeuten könnte, argumentierten iranische Offizielle, dass ein derartiges Abkommen dem Iran erlaube die Zahl der Uran-Anreicherungszentrifugen weiter innerhalb der nächsten 7 Jahre weiter zu erhöhen.

(Auszug aus der New York Times vom 23.2.2015)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

Donnerstag um 19.59 Uhr fährt sein Zug ab Buchholz. Von Mailand will er versuchen nach Libyen zu kommen. Dort sieht er für sich mehr Chancen als in Italien! … Atif kam nach Europa, weil er im Sudan verfolgt wurde und in seinem ersten Fluchtland Libyen der Krieg ausbrach. 40 Nato-Raketen detonierten in der Nähe seiner Unterkunft. Er kam übers Meer nach Italien, bekam dort Schulung und Asyl – und das Drama begann erneut: Obdachlosigkeit. Als er krank wurde, bekam...

Kaum eine Debatte ist so moralisch aufgeladen wie die um Prostitution. Die Frage, ob Prostitution per se als Unterdrückung von Frauen verurteilt werden soll oder ob nicht vielmehr die Selbstorganisierung von SexarbeiterInnen ein sinnvoller Ansatz ist, zieht einen Graben auch durch feministische Zusammenhänge. Wir dokumentieren im Folgenden mehrere Beiträge, die für letztere Position argumentieren und die eine Kritik an der moralischen Verurteilung von Prostitution formulieren.

1.) 17 Grad – Prostitution ist …

In einer Themensendung von 17 Grad wurde im letzten Jahr die Prostitution behandelt. Vor allem werden Argumente von Prostitutionsgegnern unter die Lupe genommen und kritisiert. Davon ausgehend wird eine ökonomische und klassen-analytische Betrachtung der Sexarbeit entwickelt. Immer wieder wird dabei auf den Text „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ von Friedrich Engels zurückgegriffen. Die Sendung basiert auf Texten von Nichtidentisches und von Helen Ward.

„Prostitution ist nur ein besonderer Ausdruck der allgemeinen Prostitution des Arbeiters”. Dieses Zitat von Marx könnte suggerieren, dass Prostitution für unsere Hörerinnen und Hörer eine recht klare Sache ist. Stattdessen hat sie sich als wahre Herausforderung erwiesen – und die Positionen Linker erstrecken sich von der Befürwortung von Repression und Abschaffung auf der einen Seite zur Entkriminalisierung und gewerkschaftlichen Organisierung auf der anderen Seite. [via]

    Download: via Mediafire (mp3; 92.3 MB; 59:59 min)

2.) Melissa Grant – Hure spielen

Im Rahmen der Reihe „Die Untüchtigen“ war im letzten Jahr die Autorin Melissa Grant im Hamburger Golem zu Gast. Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Mithu M. Sanyal hat sie ihr Buch „Hure Spielen“ vorgestellt, das im letzten Jahr bei Edition Nautilus erschienen ist. Es geht Melissa Grant in diesem Buch darum, die Perspektive umzudrehen: nicht über SexarbeiterInnen und deren Schicksal zu sprechen, sondern über jene, die sich anmaßen, für Prostituierte zu sprechen. So lässt sich herausfinden, dass es in diesen Debatten meist nicht in erster Linie um die SexarbeiterInnen selbst geht, sondern um eine moralische Legitimation einer Reihe von Berufen: PolizistInnen, JorunalistInnen, SozialarbeiterInnen, etc. – von Melissa Grant zusammengefasst als „Mitleidsindustrie“. Auf der Veranstaltung wurde zunächst Melissa Grant vorgestellt und ein Auszug aus ihrem Buch vorgelesen. Dann beantwortet sie einige Fragen, wobei es viel um einen Vergleich der amerikanischen und europäischen Verhältnisse geht.

Buchvorstellung, Gespräch »HURE SPIELEN – DIE ARBEIT DER SEXARBEIT« mit: Melissa Grant & Mithu M. Sanyal

Während die Bundesregierung an Änderungen zum Prostitutionsgesetz arbeitet, die bis Jahresende vorgenommen werden sollen, ist es in der öffentlichen Debatte zur Prostitution stiller geworden. Doch nun meldet sich in Deutschland eine junge amerikanische Stimme zu Wort: Melissa Gira Grant – ehemals Sexarbeiterin, heute Journalistin – stellt mit ihrem Buch »Hure spielen. Die Arbeit der Sexarbeit« die Debatte vom Kopf auf die Füße und attackiert all jene, die Prostitution zum Wohle der Frauen verbieten wollen. Sie lässt Sexarbeiterinnen (und Sexarbeiter) selbst zu Wort kommen und zeigt auf, dass nicht die Arbeit der Sexarbeit eine Zumutung ist, sondern deren Kriminalisierung: entwürdigende Polizeieinsätze, Illegalität, gewalttätige Übergriffe und Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Außerdem stellt Grant eine Verknüpfung her zwischen dem Umgang mit dem Thema Sexarbeit zu einer Reproduktion klassischer Geschlechterrollen und entlarvt die Position von Alice Schwarzer & Co. als paternalistischen Willen zur Kontrolle. Grants kluge Analyse liefert eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit einem hochaufgeladenen Thema. Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin und Journalistin Mithu M. Sanyal stellt Grant ihr Buch vor und diskutiert über die Situation von Sexarbeitern in Deutschland. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 229.3 MB; 1:40:08 h)

Ein Interview mit Melissa Grant im Spiegel findet sich hier.

3.) Carolin Küppers – Diskurs über Sexarbeit und Menschenhandel während der WM in Südafrika

Interessanterweise gibt es immer wieder dann Wellen von moral panic über Prostitution, wenn internationale Sport-Events stattfinden – oft werden dabei Sexarbeit und Menschenhandel unzulässigerweise miteinander vermengt und nicht selten wird dabei rassistisch argumentiert. Im Rückblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat die Wüste Welle Tübingen ein Interview mit der Soziologin Carolin Küppers geführt, die über den Diskurs über Prostitution und Menschenhandel geforscht hat und dabei auch mit südafrikanischen SexarbeiterInnen gesprochen hat. Im Interview geht es dabei auch sehr grundlegend um den Charakter und die gesellschaftliche Bewertung von Sexarbeit sowie über unterschiedliche feministische Positionen zu diesem Thema. [Teil 1 | Teil 2]

Teil 1

    Download: via FRN (mp3; ; 15:27 min)

Teil 2

    Download: via FRN (mp3; 10 MB; 13:29 min)

Radio Dreieckland hat anlässlich ähnlicher Debatten im Vorfeld der WM in Brasilien ein hörenswertes Interview mit Friedrike Strack geführt, die lange Zeit bei Davida, einer brasilianischen Prosituiertenorganisation, gearbeitet hat. Dieses Interview kann hier gehört werden.

4.) Welche Prostitution wollen wir? Prostitutionsverbot – Problemlöser oder Populismus?

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die Welt am Donnerstag“ (ein Projekt der WOZ und der Autonomen Schule Zürich) fand am 05.02.2015 eine Gesprächsrunde mit Rebecca Angelini (Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration) und Brigitte Obrist (ehemalige Prostituierte und ehemalige Projektleiterin bei der Aidshilfe Schweiz) statt. Anlass der Diskussion sind zunehmende rechtliche Reglementierungen für SexarbeiterInnen in der Schweiz und zunehmende Stimmen, die eine Bestrafung von Freiern fordern. Beide berichten aus den Erfahrungen von SexarbeiterInnen, plädieren für eine klare Trennung zwischen Sexarbeit und Menschenhandel, fordern eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse von SexarbeiterInnen und kritisieren jegliche Verbotsforderungen und z.B. das Schwedische Modell. Rebecca Angelini macht in der Diskussion eine Sache klar, die m.E. sehr wichtig ist: Wer es für problematisch hält, dass Frauen mehr oder weniger unfreiwillig im Bereich der Sexarbeit ihr Geld verdienen, der sollte anstatt ein Verbot der Sexarbeit zu fordern, vor allem die Ursachen dafür bekämpfen, dass zahlreiche Frauen eine äußerst beschränkte Berufswahl haben – nämlich die europäische Flüchtlingspolitik.

WELCHE PROSTITUTION WOLLEN WIR? Prostitutionsverbot – Problemlöser oder Populismus?

Die Frage, ob Prostitution verboten oder legalisiert werden soll, entzweit Europas Feminist_innen. Wenn es nach Alice Schwarzer geht, ist der Fall klar: Prostitution fördert den Menschenhandel und gehört verboten, die Freier müssen bestraft werden. In der Schweiz kommt ein Expertenbericht des Bundesrats zu einem anderen Befund: Prostituierte sollen rechtlich gestärkt werden. Politische Vorstösse von links bis rechts, die von Besserstellung bis zum Verbot des Gewerbes reichen sowie der vorliegende Expertenbericht: 2015 wird das Jahr sein, in dem in der Schweiz politisch die Weichen gestellt werden, welcher Weg eingeschlagen wird. [via]

    Download: via FRN (mp3; 54 MB; 59:28 min)

Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland werden Debatten darüber geführt, Sexarbeit zu reglementieren und wichtige Errungenschaften zurückzunehmen. Hierüber hat im letzten Jahr Sonja Dolinsek ein Interview bei Radio Corax gegeben, welches hier nachgehört werden kann.

Das Ex-Magazin hat im letzten Jahr einen offenen Antwortbrief von Sascha Bergthal an Tanja Rahm veröffentlicht, die zuvor in der Welt ihrerseits einen Offenen Brief geschrieben hatte. Beiträge zum Thema im Audioarchiv findet ihr hier: Leib ohne Trieb – Von der Prostitution zur Sexarbeit | Femen und der Feminismus.

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Montag, 23. Februar 2015

Im Kontext von Diskussionen der Böll-Stiftung habe ich sehr viele ergiebige und sinnvolle Debatten erlebt, aber nicht nur Solche, sondern auch solche, die nahelegen, inwieweit das grüne Umfeld halt auch ein Feld ist, in dem es darum geht, bestimmte Lebensstile zu wahren. Neben der Aufarbeitung linker Vergangenheiten und Theoriekontexte - KB, FAU, Verhältnis westlicher Linker zur PLO usw. - spielten da immer auch die Bereiche alternativer Gegenkultur eine Rolle, die eher dem lebensreformerischen...

Weitere Meldungen von Hinrichtungen trafen aus dem Zentralgefängnis von Urumije ein. Dort wurden im Trakt 12 mindestens 6 Gefangene hingerichtet, darunter auch zwei Brüder, die bei den kurdischen Peschmerga (Guerrilla-Kämpfer) der Komele mitgearbeitet hatten. Einer der Hingerichteten gehörte der kurdischen Gruppe Pezhak an. Ein weiterer gehörte der Derwisch-Gruppe Yarsan an. Das Datum der Hinrichtung ist nicht bekannt.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

Etwa 700 Grubenarbeiter der Kohlegrube „Semestan yurt“ im Nordwesten des Landes (14 km von Asadschahr entfernt, Kreis Golestan) haben heute morgen den Eingang zur Grube versperrt.
Sie fordern die Auszahlung der ausstehenden vier Monatslöhne. Auch sei ihnen bis heute noch nicht das Neujahrsgeld ausgezahlt worden (iranische Entsprechung für das Weihnachtsgeld, das Neujahr beginnt am 21. März), und auch das sonst übliche Kleidergeld hätten sie bislang nicht erhalten.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

Im Zentralgefängnis der iranischen Hafenstadt Bandar-Abbas fanden gestern, den 22.02.2015, am frühen Morgen acht Hinrichtungen statt. Sieben der Gehenkten waren unter dem Vorwurf von Drogendelikten, einer wegen außerehelicher sexueller Beziehungen zum Tode verurteilt worden. Von einem der Hingerichteten ist nicht einmal der Name bekannt. Die tatsächlichen Gründe für die Hinrichtungen sind angesichts der Geheimniskrämerei der Behörden ohnehin nicht festzustellen. Der Iran gehört nach wie vor zu einem der führenden Staaten weltweit, die die Todesstrafe vollstrecken. Zumindest darin kann er mit den USA und der Volksrepublik China konkurrieren.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

Gestern kam es in der Region Sistan und Balutschistan zu heftigen Regenfällen, die zum Einsturz mehrerer Gebäude führten. In der Regionalhauptstadt Sahedan kam dabei ein Mensch ums Leben. Ein verantwortlicher Beamter in Nikschahr kam ebenfalls ums Leben, als er die Schäden in seiner Gegend besichtigen wollte. Die Tatsache, dass nur aus der Regionalhauptstadt und von einem toten Beamten die Rede ist, spricht dafür, dass aus weiten Teilen des Gebiets noch gar keine zuverlässigen Nachrichten vorliegen. Dass nicht einmal Bilder aus der Region vorliegen, macht deutlich, dass auch das iranische Nachrichtennetz in dieser Region dünn geknüpft ist. Sistan und Balutschistan ist auch in dieser Hinsicht Entwicklungsland, das vom Zentrum vernachlässigt wird.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

Elias Naderan, Mitglied des Parlamentsausschusses für Budgetplanung, hat heute, am 23.02.2015, in einer Anfrage an den Staatspräsidenten darauf hingewiesen, dass Gelder, die im Rahmen der Reduzierung der Sanktionen gegen den Iran frei geworden sind, inzwischen den Iran wieder verlassen. So wurden ganze Koffer mit ausländischer Währung mit Bestätigung der Iranischen Zentralbank ins Ausland verschafft, einer davon fiel der iranischen Staatsanwaltschaft in die Hände und führte zur Einleitung eines Verfahrens.
Wie man sieht, ist die Vorstellung, dass die iranische Wirtschaft in Gang kommt, wenn nur die Sanktionen aufgehoben werden, völlig irrig. Die Gründe für die Kapitalflucht bleiben nämlich bestehen, solange der Staat – und namentlich die Pasdaran – die Wirtschaft im Würgegriff haben und keinen freien Wettbewerb zulassen. Wer Geld hat, bringt es dorthin, wo es sicher ist, zum Beispiel in die Schweiz, aber bestimmt nicht in den Iran!

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email


Im ganzen Iran haben am Sonntag, den 22.02.2015, Lehrerinnen und Lehrer gestreikt, das heißt, sie haben keinen Unterricht erteilt – Sonntag ist im Iran ein Arbeitstag. Die Aktion war über Internet und ähnliche Medien vorbereitet worden und fand in Städten des ganzen Landes Unterstützter. Über die Gesamtzahl der Teilnehmenden ist bislang nichts bekannt. Auch hier steht im Zentrum der Forderungen eine Lohnerhöhung.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email


Am Sonntag, den 22. Februar 2015, versammelten sich anfänglich erst 1000, im Laufe der Zeit an die 2000 Krankenpfleger und Krankenschwester vor der nördlichen Eingangstür des iranischen Parlaments. Sie protestierten dagegen, dass zwar ein Gesetz über Lohnerhöhungen für Ärzte und Pflegepersonal verabschiedet wurde, aber nur der Teil sofort umgesetzt wurde, der die Ärzte betrifft. Die Pflegekräfte gingen dagegen bis jetzt leer aus. Darauf erschien der Vorsitzende des Sozialausschusses und meinte, sie seien an der falschen Adresse, das Parlament sei nur für die Verabschiedung der Gesetze zuständig, mehr nicht. Die Protestierenden waren empört, auch kritisierten einige, dass nicht der Sozialausschuss, sondern der Gesundheitsausschuss zuständig sei, und statt der Ausschuss-Vorsitzenden sollte eigentlich der Minister Rede und Antwort stehen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

20.02.2015 Pressemitteilung der DGB-Studierendengruppe Hannover Für den 23.02. hat der hannoversche Ableger der Pegida-Bewegung eine Demonstration angekündigt. Seitdem hat sich ein breiter Widerstand aus allen Teilen der Gesellschaft formiert. Hinter dem Protest von „Hagida“ steckt Hass gegen Geflüchtete und Migrant_innen im Allgemeinen und Rassismus gegen Muslim_innen im Besonderen. Dass seit dem Jahr 1990 etwa 23.000 Menschen auf ihrer Flucht vor Krieg, Armut und Unterdrückung...

Sonntag, 22. Februar 2015

Eine alte Freundin teilte mir mit, dass zur Zeit feministische Journalistinnen massivst durch Anrufe mit Morddrohungen und übelsten Beschimpfungen sowie Beleidigungen die ich hier nicht widergeben möchte angegangen würden und Einige schon deswegen ihr gesellschaftspolitisches Engagement geschmissen hätten. Was ja auch Ziel der Sache ist. Brrrrrrr. Solchen Schweinen auf die Fresse. Telefon scannen und Adresse ermittteln (geht mit Neo Trace) und dann Hausbesuch, Möbel geraderücken.

Bereits im letzten Sommer hatten dieFrauenbeauftragten des öffentlichen Dienstsgegen den Entwurf des Gleichstellungsgesetzes protestiert. Es sah vor, dass wenn Männer in Berufsgruppen unterrepräsentiert sind (wie bei Sekretär_innen, Putzkräften und anderen unattraktiven Tätigkeiten), sie gefördert werden müssen. Wie die taz jetzt berichtet, hat der Protest noch nicht gefruchtet und wird jetzt noch mal lauter formuliert: "„Wenn wir uns aber darum kümmern...

Wie die FAZ berichtet, wird Deutschland mal wieder gerügt, weil es internationale Vereinbarungen, Gerichtsurteile, etc. nicht ausreichend umsetzt. Diesmal geht es um die verpflichtenden Sprachtests für nachziehende türkische Ehepartner_innen: "Die Europäische Kommission habe der Bundesregierung am 13. Januar mitgeteilt, dass sie die Umsetzung eines EuGH-Urteils in der Sache für unzureichend halte, heißt es in der Antwort des Innenministeriums auf eine Frage der Linke-Abgeordneten...

Samstag, 21. Februar 2015

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann
Sonntag, 1. März, 19.00 Uhr, Hamburg

Mehr unter
http://emafrie.de/zinsen-zocker-zionisten-4/

 

flattr this!

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann
Donnerstag 5. März, 20 Uhr, Duisburg

Mehr unter
http://emafrie.de/antifaschismus-in-zeiten-von-djihadismus-und-pegida/

 

flattr this!

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann
Dienstag, 10. März, 19.30 Uhr, Heidelberg

Mehr unter
http://emafrie.de/antiba-der-barbarei-entgegentreten-ueber-antifaschismus-in-zeiten-von-djihadismus-und-pegida-2/

 

flattr this!

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann
Samstag, 14. März 2015, 15.00 Uhr,
Evangelische Akademie Bad Boll

Mehr unter
http://emafrie.de/alte-klischees-im-neuen-gewande-antisemitismus-und-antikapitalismus/

 

flattr this!

Im „Radiokolleg“ auf FSK hat kürzlich eine Sendereihe begonnen, die sich in je einstündigen Sendungen und im Gespräch mit Georg Fülberth einer Einführung in die marxistische Theorie widmet. Für Leute, die sich einen Überblick über Aspekte marxistischer Gesellschaftskritik verschaffen möchten, seien diese hörenswerten und einfach verständlichen Sendungen empfohlen.

Sendung I

Die erste Sendung beginnt mit der Frage, wer Marx gewesen ist und zeichnet die Entwicklung des historischen Materialismus nach. Ausgehend von Hegel, über Feuerbach, bis zum Studium der Nationalökonomie werden die Etappen des theoretischen Werdegangs Marxens nachgezeichnet. Dann gibt Fülberth kurze Inhaltsangaben der drei Bände des Kapitals und geht zuletzt auf den Revolutionszyklus seit 1789 und die damit verbundenen Revolutionserwartungen ein, die auch Marx und Engels teilten und die ihre politische Betätigung prägten.

    Download: via AArchiv | via FRN (mp3; 48.4 MB; 52:49 min)

Sendung II

In der zweiten Sendung unternimmt Fülberth noch einmal den Versuch einer Kurzdarstellung der Marx’schen Herangehensweise an die begriffliche Durchdringung der kapitalistischen Produktionsweise. Dafür wirft er einen ausführlicheren Blick in die drei Bände des „Kapitals“. Im Zentrum steht die Frage „Woher kommt der Profit?“ und gestreift werden die Kategorien der Ware, des Lohns, der Arbeitskraft und es geht um den Kampf um die Länge des Arbeitstags bzw. der Arbeitswoche. Außerdem geht es um den Begriff der Akkumulation und um die ursprüngliche Akkumulation. Zuletzt widmet sich Fülberth dem Verhältnis von Produktionsmittelsektor und Konsumgütersektor und dem damit verbundenen Krisenpotential und stellt zuletzt einige Überlegungen zu Entwicklungstendenzen des Kapitalismus an.

    Download: via AArchiv | via FRN (mp3; 48.7 MB; 53:12 min)

In beiden Sendungen gibt Fülberth am Schluss einführende Literaturhinweise. So empfiehlt er das Einführungsbändchen von Michael Heinrich sowie seine eigene Einführung, »Das Kapital« kompakt. Als Einstieg empfiehlt er außerdem Marxens Broschüre „Lohn, Preis und Profit“.

Die Sendereihe wird nach Angabe der Sendungsmacher bis Mitte 2015 fortgesetzt. Dabei soll es dann auch um Rosa Luxemburg, Lenin und die Geschichte der Sowjetunion gehen. Wir werden diese Folgen zu gegebener Zeit an dieser Stelle dokumentieren.

Tags: , , , , , , , , , , , , , ,

 


"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

[ Top | RSS 1.0 | RSS 2.0 | FOAF | OPML | x-berg.de ]