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Donnerstag, 19. April 2018

Dienstag, 17. April 2018

Die Proteste gegen die Schließung der irakisch-iranischen Grenze durch die Sicherheitsorgane weiten sich aus.


Fotos von geschlossenen Basar-Läden und zum Protest auf der Straße ausgebreiteten Tischtüchern

Wir hatten berichtet, dass es in den Städten Bane und Dschawandud zu Protesten kam, nachdem den vielen am Grenzhandel Beschäftigten die Lebensgrundlage entzogen worden war. Die Proteste weiteten sich heute auf die Städte Marivan und Zaghes aus.


Versammlung von Protestierenden in Marivan

Durch die Grenzschließung können tausende Menschen, die die Ware regelmäßig über die Grenze transportieren sowie die Basarhändler, die die Waren in ihren Geschäften anbieten, ihrem Lebensunterhalt nicht mehr nachgehen.

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Heute wurde bekannt, dass es einen Angriff auf einen Posten der Grenzpolizei an der iranisch-pakistanischen Grenze gegeben hat, bei dem es mindestens 7 Tote gab.


Mirjaveh, an der iranisch-pakistanischen Grenze

Laut Nachrichtenagentur ISNA fand der Angriff in Mirjaveh statt, das etwa 75 km südöstlich von Sahedan liegt. Die Angreifer töteten zwei Grenzpolizisten sowie zwei Bassidschi. Es gab darüberhinaus auch mehrere Verletzte.

Angeblich sollen auch die Angreifer drei Verluste zu beklagen haben. Es heisst, die Angreifer seien Wahabiten, einem Zweig der Sunniten, und würden von Saudi-Arabien unterstützt.

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Montag, 16. April 2018


Tulpen in Karadsch (bei Teheran), 16. April 2018

Neujahrsanfang ist im Iran der Frühlingsbeginn. Eigentlich. Die Bauern bangen immer bis Anfang Mai, ob nicht noch Frost oder Schnee kommt, damit die Blüte der Obstbäume nicht erfriert. Dieses Jahr haben sie kein Glück. Hier sieht man Tulpen im Schnee, aber der Schaden bei den Obstbäumen dürfte viel größer sein.

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Wenn es um die Ausbeutung von Arbeitskräften geht, können die westlichen Kapitalisten noch manches aus dem islamischen Paradies auf Erden lernen. So hat das iranische Kultusministerium inzwischen 10.000 Lehrer nicht direkt eingestellt, sondern als Leiharbeiter angestellt, die es jederzeit entlassen kann. Diese Lehrer bekommen 700.000 Tuman im Monat als Lohn, was unter dem Mindestlohn des Ministeriums liegt. Und es ist nicht gesagt, dass sie den Lohn auch wirklich ausgezahlt bekommen. Hinzu kommt, dass sie auch keine vollständige Sozialversicherung haben, wie direkt angestellte Lehrer. Aus diesem Grund haben am gestrigen Sonntag diese Leihlehrkräfte vor den Filialen des Kultusministeriums in verschiedenen Städten wie Qaswin und Kerman protestiert.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=86026
vom 26. Farwardin 1397 (15. April 2018)
tajammo°e mo°allemane xaride xadamate amuzeshi dar shahr-haye moxtalef

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leeres Tischtuch…

Aus Protest gegen die Schließung der iranisch-irakischen Grenze und gegen die Erhöhung der Zölle haben die Basarhändler von Bane und Dschawanrud vergangenen Samstag ihre Läden geschlossen und ein leeres Tischtuch auf der Straße ausgebreitet. Der Protestzug der Händler wurde von Sicherheitskräften auseinander getrieben. Die Staatskräfte gaben dabei Schüsse in die Luft ab. Die Proteste gingen am Montag weiter: diesmal versammelten sich die Händler vor dem Sitz des Verwaltungschefs von Bane.

http://news.gooya.com/2018/04/post-13852.php
vom 15. April 2018
e°tesabe bazaryane bane wa jawanrud w pahn kardane sofreye xali dar xiyaban

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Das vom iranischen Fernsehen zensierte römische Wappentier – mit bissigen Kommentaren von Iranern

Im Zusammenhang mit den Fußballmeisterschaften in Rom berichtete auch das iranische Fernsehen über Rom und den dortigen Fußballclub AS Rom. Das Problem begann beim Wappen. Die Wölfin, die zwei Kinder säugt. Dem iranischen Fernsehen, das fest in der Hand der islamischen Fundamentalisten ist, war das zu viel. Der Kopf wurde noch gezeigt, der Rest des Körpers mit den beiden Säuglingen wurde mit Zensurnebel verhüllt. Für die Iraner ein willkommenes Fressen. Der Humor hat ein neues Spielfeld gefunden.
Hier ein paar Kostproben von dem, was im Iran dazu kursiert:


Hier trägt die Wölfin ein Kopftuch, hat natürlich keine Brüste zu zeigen und gibt den Kindern die Flasche..

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Wie durch eine Bemerkung des Justizsprechers Mohsen Esche‘i bekannt wurde, ist Sa‘id Mortasawi, einer der Hauptverwantwortlichen für die Folterungen in Kahrisak, der auf Betreiben der Angehörigen des dabei verstorbenen Sohns von Abdolhossein Ruh ol-Amini zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, noch immer in Freiheit. Der Rechtsanwalt der Familie Ruh ol-Amini hat darauf hingewiesen, dass Sa‘id Mortasawi vor Gericht stets in Begleitung dreier Leibwächter aufgetreten ist, die vom Staat gestellt wurden. In einer 8-Stunden-Schicht macht das mindestens 9 Leibwächter. Der Anwalt hielt es für befremdlich, dass die Leibwächter, die ja vom Staat bezahlt werden, nicht wissen sollen, wo sich ihr Schützling befindet…

https://www.radiofarda.com/a/latest-on-mortazavi-case/29170098.html
vom 27. Farwardin 1397 (16. April 2018)
wakile xanewadeye ruhol-amini: parwandeye mortazawi dar extiyare zabetane qaza‘i ast

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Die derzeit inhaftierte iranische Menschenrechtlerin und ausgebildete Physikerin Narges Mohammadi hat dieses Jahr den Sacharow-Preis erhalten – zusammen mit Ravi Kuchimanchi aus Indien.
Der Preis wird jährlich von der US-Physiker-Vereinigung vergeben.
Aufgrund ihrer Haft konnte sie den Preis nicht entgegen nehmen. Aufgrund der Repressalien des US-Präsidenten Trump gegen Iraner konnte auch ihr Bruder den Preis nicht entgegen nehmen. Er erhielt kein Einreisevisum.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/74316/
vom 27. Farwardin 1397 (16. April 2018)
jayezeye fizike saxarow be narges mohammadi e°ta shod

https://www.aps.org/programs/honors/prizes/prizerecipient.cfm?last_nm=Mohammadi&first_nm=Narges&year=2018

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Nach den Protesten der arabischsprachigen Bevölkerung in Ahwas gegen eine staatliche Fernsehsendung haben die Staatsorgane rund 500 Menschen verhaftet. Heute haben Angehörige der Verhafteten vor der Provinzverwaltung vor der Provinzverwaltung der Provinz Chusestan und vor dem Sitz zweier Parlamentsabgeordneter aus Ahwas im Parlament in Teheran protestiert. Die Angehörigen weisen darauf hin, dass die Verhaftung wegen friedlicher Kundgebungen im Rahmen der Gesetze jeglicher Grundlage entbehrt. Ihr Versuch, mit dem zuständigen Richter der 12. Kammer des Revolutionstribunals Kontakt aufzunehmen, scheiterten an der Verweigerungshaltung des Gerichts.
Die arabische Bevölkerung von Ahwas protestiert gegen die Leugnung ihrer Identität durch den iranischen Staat und fordert auch das Recht auf Unterricht in der Muttersprache, also auf Arabisch.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=86052
vom 27. Farwardin 1397 (16. April 2018)
tajammo°e xanewadehaye bazdashtshodegane ahwaz dar moqabele nehadhaye hokumati

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Samstag, 14. April 2018

IM VORZIMMER ZU WELTKRIEG III

Ich eröffne hier einmal eine neue Update und Diskussionplattform zum Thema Syrienkrieg – USA-Russland-Konfrontation – verrückte Politiker in der EU – und sonstiger Größenwahnsinn und Zerstörungswut rund um den nahen Osten.

Bitte hierher posten, was bisher unter „Entenproduktion“ lief, weil dort ist der Diskussionsthread schon ziemlich lang und deshalb schwerfällig.

Freitag, 13. April 2018

HANDELSKRIEG UND KONFRONTATION – SCHLECHT FÜRS G’SCHÄFT

Seit einiger Zeit hören wir, daß es in Europa wieder aufwärts geht: Wachstum stellt sich ein!

Das ist darauf zurückzuführen, daß das Kreditkarussell wieder in Gang gesetzt wurde: die Staaten haben Kredit aufgrund des EZB-Aufkaufs-Programms, und die Banken vergeben vermehrt Kredite an Konsumenten, was den Konsum anregt. Sie haben offensichtlich Garantien von der Politik bekommen, daß sie notfalls wieder gerettet werden, wenn die Konsumenten großflächig zahlungsunfähig werden, wie bei Subprime 2007 ff.

Gleichzeitig schränken Sanktionen, Strafzahlungen – von Banken, Autofirmen und Sanktionsbrechern – und Protektionismus das Geschäft weltweit ein.

Die Schuldenberge wachsen also, während die Gewinne, die sie eigentlich beglaubigen sollen, sich verringern.

Schon warnt Christine Lagarde, daß das nicht gut gehen wird:

„IWF-Chefin Christine Lagarde sieht zunehmende Gefahren für den globalen Konjunkturaufschwung. Ihren Worten zufolge brauen sich „dunkle Wolken“ über der Weltwirtschaft zusammen, etwa durch den von US-Präsident Donald Trump befeuerten Handelsstreit sowie andere Risiken.
Die Länder müssten die momentan guten Zeiten nutzen, um sich widerstandsfähiger gegen Krisen zu machen, sagte Lagarde am Mittwoch in Hongkong.“ (Luzerner Zeitung, 11.4.)

Ja, wenn das nur so einfach ginge! Wie nach dem Stein der Weisen suchen die guten Leute von IWF, Weltbank und ähnlichen Institutionen heute nach der ultimativen Anti-Krisen-Strategie.

Dazu kommt noch, daß ihre Prognosen immer möglichst positiv sein müssen, um nicht das zarte Pflänzchen des Wachstums „krankzureden“. Im Jahr darauf wird dann eingestanden, man sei etwas zu „optimistisch“ gewesen.

In der EZB sind sich nicht alle einig, was zu tun sei. Während die einen meinen, inzwischen sei doch alles in Ordnung und man könnte doch die Geldpolitik ändern –

„EZB-Ratsmitglied Nowotny drängt auf Geldpolitikwende der EZB (…)
Um die Konjunktur und die Inflation anzuheizen, pumpen die Währungshüter seit drei Jahren über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren riesige Summen in das Finanzsystem. Die Geschäfte sollen noch bis mindestens Ende September fortgesetzt werden. Die meisten Experten gehen inzwischen davon aus, dass sie noch heuer gestoppt werden. Nowotny sagte, der nächste Schritt müsse es sein, die Zukäufe zu beenden und damit die aufgeblähte EZB-Bilanz zurückzufahren.“ (Finanzen.at, 10.4.)

– sehen das andere keineswegs so:

„Die EZB hat sich in einem ungewöhnlichen Schritt von ihrem eigenen Ratsmitglied Nowotny distanziert. Dieser hatte Hoffnungen auf eine baldige Wende in der Geldpolitik geweckt. … Dies seien die Ansichten von Gouverneur Nowotny, erklärte ein EZB-Sprecher am Dienstag allerdings kurz nach Veröffentlichung des Interviews. Sie repräsentierten nicht die Sicht des EZB-Rats. … Nowotny hatte Reuters unter anderem gesagt, die EZB werde wohl ihr billionenschweres Anleihen-Kaufprogramm bis zum Jahresende auslaufen lassen.“ (DWN, 10.4.)

Nur: wenn das Aufkauf-Programm eingestellt wird, sind die Länder Südeuropas wieder pleite, und die Eurokrise kehrt zurück.
Der Streit in der EZB hat daher ein Nord-Süd-Gefälle. Die Länder mit guten Kredit-Aussichten wollen ein Ende des Aufkauf-Programms, die in Südeuropa, vor allem der EZB-Chef Draghi, wollen davon nichts wissen. So ist die Staatsverschuldung Italiens inzwischen auf 2,266 Billionen Euro gewachsen, Tendenz steigend. Das macht 134 % von Italiens BIP aus. Erdbebenschäden, Bankenrettungen und ein völliges Abschiffen des Südens machen weitere Schuldenaufnahme notwendig. Daran spießt sich auch das Zustandekommen einer neuen Regierung in Italien, und nicht nur an den schillernden Persönlichkeiten der Wahlsieger.
Und auch wenn Weidmann, Novotny und andere meinen, jetzt sei doch genug mit der Subventionierung der südeuropäischen Staaten durch die EZB: Sie hängen alle im gleichen Euro und können sich schwerlich eine neue Eurokrise leisten.

Die USA haben 21,13 Billionen Dollar (17,133 Billionen Euro) Schulden, was 105 % ihrer Wirtschaftsleistung ausmacht. (DWN, 12.4.) In den USA ist eine Anhebung des Leitzinses geplant, was den Schuldendienst und damit auch die Gesamtschuld weiter ansteigen lassen würde. Ebenso würde eine Erhöhung des gesamten nationalen Zinsniveaus die Konsumentenkredite verteuern, was auch wieder zu einem Crash führen könnte. Subprime läßt grüßen! Diesmal sind es allerdings nicht die Hypothekarkredite, sondern Auto- und Bildungskredite, die die Schuldner überfordern könnten.

Sollte aber die Fed die Zinsen erhöhen und die EZB nicht, so könnte sich viel Finanzkapital in die Dollar-Anleihen verlagern und den Eurobondmarkt verlassen, weshalb die EZB noch stärker in den Eurobondmarkt hineinbuttern müßte.

Das Pyramidenspiel setzt sich also fort.

 


"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

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