CSS-Style: red | blue
Hintergrund:

x-berg.de logo
Pippi Langstrumpf

planet x-berg.de

 

xberg.de Slogan

 
 

Montag, 12. November 2018

als Beispiel gesellschaftlicher Selbstorganisation und als Alternative zu kapitalistischer Warenproduktion

Vortrag und Diskussion mit Michael Beykirch

Dienstag, 11. Dezember, 20 Uhr
Bonn, Alte VHS (Kasernenstraße 50)

Seit mehr als einem Jahrzehnt schwebt die Finanzkrise als Damoklesschwert über unserer Gesellschaft. Das staatliche Krisenmanagement versucht über Sparprogramme, finanzielle Rettungsschirme und eine extreme Niedrigzinspolitik die „Große Entwertung“ (Loho./J & Trenkle) zu verhindern. Die strukturellen Zwänge des warenproduzierenden Systems und die daraus resultierenden Ursachen der Krise bleiben davon jedoch unberührt: die systematische Verdrängung der Lohnarbeit durch Informations- und Computertechnologien im Zuge der dritten industriellen Revolution hat die Grundlagen der Kapitalverwertung untergraben. Gesellschaftliche Emanzipation als Ausweg aus der Krise erfordert die Aufhebung der strukturellen Gegensätze und Zwänge der Warenproduktion durch neue Formen der Selbstorganisation und Kooperation. Welche Perspektive haben solche Formen der Kooperation und Absprache, um sich von den Zwängen des Marktes, des Geldes und des Profits zu befreien? Welche Rolle spielt dabei der uneingeschränkte Zugang zu Ressourcen und Produktionsstätten? Und wo finden sich Ansätze dafür in der gegenwärtigen Gesellschaft?

Flattr this!

Über die Ursachen der kapitalistischen Krise und die Bedingungen gesellschaftlicher Emanzipation

Vortrag und Diskussion mit Norbert Trenkle

Dienstag, 4. Dezember, 20 Uhr
Bonn, Alte VHS (Kasernenstraße 50)

Seit mehr als einem Jahrzehnt schwebt die Finanzkrise als Damoklesschwert über unserer Gesellschaft. Das staatliche Krisenmanagement versucht über Sparprogramme, finanzielle Rettungsschirme und eine extreme Niedrigzinspolitik die „Große Entwertung“ (Loho./J & Trenkle) zu verhindern. Die strukturellen Zwänge des warenproduzierenden Systems und die daraus resultierenden Ursachen der Krise bleiben davon jedoch unberührt: die systematische Verdrängung der Lohnarbeit durch Informations- und Computertechnologien im Zuge der dritten industriellen Revolution hat die Grundlagen der Kapitalverwertung untergraben. Gesellschaftliche Emanzipation als Ausweg aus der Krise erfordert die Aufhebung der strukturellen Gegensätze und Zwänge der Warenproduktion durch neue Formen der Selbstorganisation und Kooperation. Welche Perspektive haben solche Formen der Kooperation und Absprache, um sich von den Zwängen des Marktes, des Geldes und des Profits zu befreien? Welche Rolle spielt dabei der uneingeschränkte Zugang zu Ressourcen und Produktionsstätten? Und wo finden sich Ansätze dafür in der gegenwärtigen Gesellschaft?

Flattr this!

Sonntag, 11. November 2018

Im August habe ich mit Freunden innerhalb von 60 Stunden den Kurzfilm „Chronik eines Bruchs“ gemacht, den ihr hier sehen könnt.

Samstag, 10. November 2018

Rüdiger Mats hat auf seiner Webseite einen neuen Text zum Umgang mit Rechten veröffentlicht, den er so einleitet:

„Wie soll die radikale Linke mit den Rechten und ihren Erfolgen umgehen? Dazu erschienen in der konkret zwischen Ende 2017 und Anfang 2018 mehrere Artikel . Die verschiedenen Autoren waren zum weit überwiegenden Teil der Auffassung, dass es sich bei allen Rechten um Nazis handele, bei denen sich eine Frage des Umgehens gar nicht stelle. Da meine Kritik an dieser Ausrichtung in der konkret nur stark gekürzt und unter dem merkwürdigen Titel „Wir müssen reden“ veröffentlicht wurde, im Folgenden eine längere Fassung als im Heft.“

Da heißt es anfangs,

„Welchen strategischen Sinn es aber haben könnte, sich allein auf das Benennen von Nazis zu kaprizieren, war in den vielen Beiträgen nicht einmal Thema. Einzige Ausnahme: Michael Schilling, der eine Pflicht zum Nazis Benennen in konkret 1/2018 damit begründet, dass wenn die radikale Linke laut genug „Nazi!“ rufe, der bürgerliche Staat sich irgendwann erinnern werde, dass er Naziorganisationen verbieten müsse. Ob Schilling das ernst meint? Ich weiß es nicht.“

Ich schon: Sowas meinen Linke eigentlich durch die Bank ernst. Verbotsforderungen sind die kleine Münze noch so gut wie jeder Demo gegen Rechte.
Er fährt fort,

„Erstens sind nicht alle Rechten Nazis, … Zweitens wäre schon viel gewonnen, wenn nicht noch mehr Leute Nazis würden; um das zu erreichen darf man sich nicht auf diejenigen konzentrieren, die schon welche sind. … Drittens geht es auch um die Haltung derjenigen, die aus irgendwelchen ideologischen Gründen keine Nazis werden wollen – aber trotzdem rechts handeln. “
„In der konkret-Debatte wird immer wieder betont, dass es gar nicht die ganz Armen, nicht die prekär Beschäftigten, nicht die Arbeitslosen sind, die das Gros der AfD-Wähler und rechten Mitmarschierer stellen. … Trotzdem sind es Sorgen, die Bürger nach rechts treiben, nur andere als sie selbst denken. Dass Teile der radikalen Linken das leugen, liegt vermutlich daran, dass sie Nazis keine mildernden Umstände zubilligen wollen. … Existenzangst gehört notwendig zum Kapitalismus.“

Soweit so gut, aber dann schlägt das um in blankes ideologisches Abdanken:

„Wenn also die verqueren „Sorgen“ vieler Bürger eine ihnen unklare reale Grundlage haben: Könnte die Linke hier nicht argumentativ anknüpfen und die falsche Wut vom Weg nach rechts in eine begründete Kritik umlenken? Jeder, der mal versucht hat, einen Sozialdemokraten zur Kapitalismuskritik mitzuschnacken, weiß, dass das nicht nur bei Rechten nicht funktioniert. Der Schritt nach rechts ist mehr affektiv als argumentativ. Er hat eine objektive Grundlage, ist aber irrational. Sein Nutzen liegt auf der Triebebene. Deshalb hat es keinen Sinn, im verständnisvollen Gespräch logische Fehler in nicht vorhandenen Argumentationsketten aufzeigen zu wollen.“

Aber er kann/will natürlich doch was anbieten:

„Das einzige, was mehr Menschen dazu bringen könnte, sich auf die Linke einzulassen – und zwar im Vorfeld argumentativer Überzeugung –, sind politische Auseinandersetzungen, also das, was Linke manchmal martialisch „Kämpfe“ nennen. Diese Auseinandersetzungen müssten so wahrnehmbar und prägnant sein, dass sie dazu auffordern, sich zu entscheiden, und die Linke müsste in ihnen sichtbar sein als die richtige Seite. … Die linke Praxis hierzulande aber sieht anders aus. Es sind innerhalb der nichtreformistischen Linken nur kleine Minderheiten, die sich – zum Beispiel – mit der Verdichtung von Arbeitsprozessen, Hierarchien im Betrieb, politischer Herrschaft, dem Gesundheitssystem oder dem Gender-Gap bei Löhnen und Renten auseinandersetzen. Genauer: Minderheiten, die das praktisch tun, also nicht in Form von Abhandlungen für ein akademisches Publikum – sondern indem sie sich wehren.“

Sein Resümee:

„Ob das dazu führte, dass weniger Leute Nazis werden? Es wäre einen Versuch wert.“

Wie die Gewerkschaften in die Offensive kommen können. Und wie sie sich dafür verändern müssen.

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 17. Juli 2018 beim DGB-Bildungswerk in München

Stichworte wie „Industrie 4.0“ und „Digitalisierung der Arbeit“ stehen für eine Dynamik der Produktivkraftentwicklung, die unsere Gesellschaft in den kommenden beiden Jahrzehnten enorm verändern wird. Wir werden mit weniger Arbeit denn je immer größere Mengen stofflichen Reichtums schaffen können. Macht das noch mehr Menschen systemlogisch „überflüssig“, so drohen riesige soziale Verwerfungen. Doch es bieten sich auch ungeahnte Chancen. Die bisherige gewerkschaftliche Debatte wird allerdings weder der Dimension des Problems noch den neuen Möglichkeiten gerecht. Es gibt keinerlei Konzeption für den zu erwartenden Rückgang an Arbeit und Arbeitsplätzen. Lieber macht man sich vor, dass es „so schlimm schon nicht kommen wird“ und „wir in Deutschland“ schon noch genügend Arbeitsplätze behalten werden. Doch die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass die Tage des Exportweltmeisters schon bald gezählt sein könnten. Die Welt, wie wir sie kennen, verändert sich rasend schnell, alte Antworten und Rezepte taugen nichts mehr. Das Modell „Lebensunterhalt durch Erwerbsarbeit“ gerät weltweit in die Krise und diese Entwicklung macht auch um Europa keinen Bogen. Neue Wege sind angesagt. Massive Arbeitszeitverkürzungen könnten den Zugang zu einer neuen Antwort auf eine alte Frage ermöglichen: Was heißt Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum? Millionen Gewerkschaftsmitglieder wissen, wie man umweltverträglich produziert, menschenfreundlich pflegt und vernünftig verwaltet. Sie sind ExpertInnen für den stofflichen Reichtum der Gesellschaft und Fachleute für den sozial-ökologischen Umbau. Ein Riesenpotential, das die Gewerkschaften nutzen und in die Waagschale der gesellschaftlichen Auseinandersetzung werfen sollten.

Via http://emafrie.de/audio-digitalisierung-die-chance-fuer-ein-besseres-leben-ergreifen/

Flattr this!

Dienstag, 06. November 2018


Beschäftigte der Reifenfabrik Mashad Wheel Mfg. CO. (MWM) im Streik

Die Beschäftigten der Reifenfabrik Mashad Wheel Mfg. CO. streiken seit dem heutigen Dienstag. Sie fordern den ausstehenden Lohn.

Nach der Privatisierung der Fabrik vor etwa einem Jahr ging es für die Arbeiter bergab. Anfangs wurden ihre Löhne und Überstundenzuschläge noch regelmäßig ausbezahlt, dann fielen erst die Überstundenzuschläge weg, wenig später gefolgt von einer Reduktion des Grundlohns. Seit 18 Tagen wurde auch der nicht mehr ausbezahlt. 985 Beschäftigte legten nun ihre Arbeit nieder und versammelten sich auf dem Fabrikgelände, um dagegen zu protestieren.

Kommentar:

Es gibt verschiedene „Geschäftsmodelle“, wie im Iran mittels Korruption und Betrug aus einer Privatisierung Profit geschlagen werden kann. Eine Möglichkeit ist, die staatlichen Subventionen, Preisnachlässe oder günstigen Kredite zu kassieren und die Fabrik dennoch nach kurzer Zeit eingehen zu lassen. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn die Fabrik über einigen Grundbesitz verfügt, der womöglich im Immobiliensektor gewinnbringender ist als die industrielle Produktion. Ein andere Möglichkeit ist, sich mit den Krediten ins Ausland abzusetzen und die Fabrik einfach sich selbst zu überlassen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

Montag, 05. November 2018


In der Mitte Ebrahim Ra‘issi, Vorsitzender der Stiftung des Resa-Heiligtums in Maschhad, Ex-Präsidentschaftskandidat und Ex-Generalstaatsanwalt, links der Pasdar-General Ali Akbar Afrasyabi, der neu gekürte Chef der „Einheit zum Schutz der Heiligen Schwelle des Resa-Heiligtums“

Bislang hatten wir immer wieder davon berichtet, wie die Unterdrückung sprachlicher und religiöser Minderheiten im Iran – gegen Kurden, Araber, Balutschen, Aseris und Turkmenen – dazu führt, einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung des Landes von der Zentralregierung zu entfremden. Die Antwort der Regierung war bislang immer die: Militär und Verhaftungen.
Jetzt sitzt der Spaltpilz im Herzen des Regimes: Vor wenigen Tagen wurde im Iran die Bildung einer „Einheit zum Schutz der Heiligen Schwelle des Resa-Heiligtums“ (Yegane Hefasate Astane Qodse Rasawi) bekannt gegeben. Laut Berichten verfügt die Einheit über 6000 geschulte Bassidschis – einer den Pasdaran unterstellten bewaffneten Miliz, angeblich, um die Sicherheit in Maschhad zu gewährleisten.

Das Imperium von Ebrahim Ra‘issi
Der Vorsitzenden der iranischen Parlamentskommission für Nationale Sicherheit meldete in diesem Zusammenhang Zweifel an, dass die Lage in Maschhad so unsicher sei, dass dies die Bildung einer speziellen Einheit erforderlich mache. Die Bildung Einheit wurde auch nicht vom Parlament oder auf zentraler Ebene beschlossen, sondern in der Region von Maschhad.
Der Hintergrund ist der, dass Ende 2017 zwei einflussreiche Personen in Maschhad, Ebrahim Ra‘issi, der Vorsitzende der Stiftung des Resa-Heiligtums in Maschhad, eines der größten Wirtschaftsimperien des Landes, zusammen mit Ahmad Alam al-Hoda, dem Freitagsprediger von Maschhad und zugleich dem Schwiegervater von Ebrahim Ra‘issi, in Maschhad eine Kundgebung gegen Präsident Hassan Rouhani angezettelt hatten, in der Hoffnung, ihn aufgrund solcher „Volksproteste“ zum Rücktritt zu bewegen und dann selbst an die Macht zu kommen. Ra‘issi war in den letzten Wahlen Konkurrent um das Präsidentschaftsamt.

Schaffung einer regionalen Militärmacht
Damals kam es anders. Die unzufriedene Bevölkerung nutzte die von Ra‘issi angezettelten Kundgebungen und es kamen viel mehr Menschen aus ganz anderen Motiven auf die Straße als Ra‘issi und Co sich das gedacht hatten. Um die Jahreswende 2017/2018 kam es in über 100 Städten im ganzen Iran zu Protesten gegen die Islamische Regierung und das marode Wirtschaftssystem.
Ra‘issi wurde nach Teheran beordert und musste sich dort für seine Aktionen rechtfertigen. Aber das war nicht das Ende. Die Stiftung des Resa-Heiligtums, an deren Spitze er steht, verfügt über so viel Geld, dass sie zielstrebig damit beginnen konnte, Pasdaran zu beschenken und sich geneigt zu machen, um auf diesem Weg einen Teil der Machthaber, auf die sich auch der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i stützt, auf auf ihre Seite zu ziehen. Die Schaffung einer regionalen militärischen Einheit – angeblich zur Wahrung der Sicherheit in Maschhad – stellt de facto eine Militärkraft dar, die sich auch gegen das Zentralkommando der Pasdaran in Teheran zur Wehr setzen kann.

Schachzug gegen die Allianz Rouhani-Laridschani-Brüder
Es gehen Gerüchte, dass Präsident Hassan Rouhani und die Laridschani-Brüder (der eine ist Chef der Justiz, der andere Parlamentspräsident) sich geeinigt haben, dass im Falle des Todes von Ajatollah Chamene‘i der Präsident Rouhani in das Amt des Religiösen Führers gehoben wird, während einer der Laridschanis dann das Präsidentenamt erbt. In diesem Fall hätten Ra‘issi Alam al-Hoda eine schlagkräftige Antwort zu bieten. Und die ist viel kritischer für das Weiterbestehen des Irans in den heutigen Grenzen als die Protestbewegungen der Kurden, Araber oder Balutschen. So könnte die künftige Grenze des Irans eines Tages zwischen Teheran und Chorassan verlaufen, dem östlichen Teil des Irans, dessen Zentrum Maschhad ist.

http://www.pyknet.net/1397/05aban/14/page/titre.htm
vom 14. Aban 1397 (5. November 2018)
hokumate eslamiye mashhad dar barabare jomhuriye eslamiye tehran

https://en.wikipedia.org/wiki/Ebrahim_Raisi

https://en.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Alamolhoda

https://www.dw.com/fa-ir/iran/a-46119018
vom 1. November 2018
„yegane hefazate astane qodse razawi“ ta’sis mishawad

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email


Der Wächterrat hat gesprochen – wozu braucht man auch ein Parlament?

Wie schon erwartet, hat der Wächterrat gestern den Beschluss des iranischen Parlaments, der Konvention gegen die Finanzierung des Terrorismus beizutreten, abgelehnt. Der Wächterrat berief sich dabei darauf, dass dieser Beitritt angeblich gegen die Scharia verstoße und gegen das iranische Grundgesetz. Außerdem sei die Konvention zu allgemein gehalten, also zu unklar formuliert.
Damit ist das politische Scheinmanöver beendet, dass bestimmten Politikern im Ausland und der iranischen Öffentlichkeit signalisieren soll, dass Präsident Hassan Rouhani und seine Anhänger im Parlament ja das Beste wollen, aber die bösen Fundamentalisten hindern sie mal wieder daran. Auf die Art hat jeder seine Klientel bedient – Rouhani seine Wähler, der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i, der den Wächterrat in der Hand hat, seine Anhänger, und die westlichen Politiker, die gerne Geschäfte mit der iranischen Regierung machen möchten, können fachkundig darauf hinweisen, dass die Regierung ja nicht einheitlich sei und man mit dem Embargo nur die radikalen Elemente stütze…

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89719
von 13. Aban 1397 (4. November 2018)
shouraye negahban elhaqe iran be konvensyune mobareze ba tamine maliye terurism (CFT) ra radd kard

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

von Michael Beykirch

1. Die sektorenübergreifende Verdrängung der Lohnarbeit als Strukturkrise des Kapitalismus

Seit 2008/09 beherrschen Staatschulden- und Währungskrisen die europäische und internationale Medienlandschaft. Folgen wir den regierenden Parteien, dann handelt es sich bei diesen um vorübergehende Krisen. Es entsteht der Eindruck, die Politik und die nationalen WährungshüterInnen haben alles unter Kontrolle. Doch welche Perspektiven ergeben sich aus der internationalen Schuldenkrise? Was sind ihre tieferliegenden Ursachen und welche Möglichkeiten gibt es, aus dieser herauszukommen? Einen hilfreichen Ansatz zur Beantwortung dieser Fragen liefern wertkritische Krisentheorien (Lohoff 2016; Lohoff & Trenkle 2012; Kurz 2012; 2007; 1995). Diesen zufolge handelt es sich weder um vorübergehende finanzielle Schwierigkeiten einzelner Länder, noch um ein Fehlverhalten bestimmter PolitikerInnen, sondern um eine Strukturkrise des globalen warenproduzierenden Systems, kurz: der Marktwirtschaft. Der Ausgangspunkt der Strukturkrise geht bis in die 1970er Jahre zurück. Mit dem Aufkommen der dritten Industriellen Revolution, also der Einführung der Mikroelektronik, der Informations- und Computertechnologien in der Industrieproduktion, hatte die Verdrängung der lebendigen Arbeitskraft in der Herstellung von Waren historisch neue Dimensionen angenommen. „Die ‚mikroelektronische Revolution‘ eliminiert nicht nur in dieser oder jener spezifischen Produktionstechnik lebendige Arbeit in der unmittelbaren Produktion, sondern erstmals auf breiter Front und quer durch alle Produktionszweige hindurch, selbst die unproduktiven Bereiche [Handels-, Banken- und Dienstleitungssektor, eigene Anm.] erfassend. Dieser Prozeß“, so schrieb Robert Kurz bereits im Jahr 1986, „hat gerade erst angefangen und wird erst in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre richtig greifen. Vermutlich wird er noch bis zum Ende des Jahrhunderts und darüber hinaus dauern“ (Kurz 1986, Hervorhebung im Original). Während auf der einen Seite die Produktivitätspotentiale der gesellschaftlichen Produktion enorm stiegen und immer größere Warenmengen in kürzester Zeit hergestellt werden konnten, waren auf der anderen Seite immer weniger Menschen für die Herstellung der Produkte notwendig. Was vom Standpunkt der gesellschaftlichen Bedürfnisbefriedigung wie eine Befreiung vom Joch der Arbeit klingt, ist vom Standpunkt der kapitalistischen Unternehmen jedoch der Entzug der Existenzgrundlage. Denn anders als die meisten Bücher und ÖkonomInnen der konservativen Volkswirtschaftslehre es vorgeben, ist nicht die Herstellung von Gütern für die Bedürfnisbefriedigung der Menschen der übergeordnete Zweck der Produktion, sondern die Geld- und Kapitalvermehrung (Lohoff & Trenkle 2012: 22). Die Geldvermehrung aber wird in Anbetracht der Verdrängung der lebendigen Arbeitskraft durch die mikroelektronische Revolution immer schwieriger. Um zu verstehen, warum das so ist, muss der enge Bezugsrahmen der Volkswirtschaftslehre verlassen werden, demnach Geld ein neutrales und praktisches Mittel zur Steuerung der Güterproduktion und zur Erleichterung des gesellschaftlichen Austausches ist (vgl. Lohoff 2018). Gemäß der Werttheorie, die von Marx begründet wurde, ist Geld Ausdruck abstrakten Reichtums, der durch die Verausgabung menschlicher Arbeitskraft in der Herstellung von Waren entsteht.[1] Mit der zunehmenden Verdrängung der lebendigen Arbeitskraft in der Produktion durch Maschinen wird jedoch der menschliche Arbeitsaufwand immer geringer und die Quelle des abstrakten Reichtums versiegt. Praktisch ist das an den historisch sinkenden Wachstumszahlen und Profiten der kapitalistischen Unternehmen sichtbar. In der frühen Phase des Kapitalismus sowie in der Zeit der fordistischen Fließbandproduktion konnte die schrumpfende Wertmasse noch durch die Erschließung neuer Produktionszweige ausgeglichen werden. Denn die Erschließung neuer Produkte für die Massenproduktion führte zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und damit zu einer Ausweitung der Wertschöpfungsketten. Mit dem Aufkommen und der Verbreitung der „mikroelektronischen Revolution“ ist diese historische Kompensation aber nicht mehr möglich. Die Erschließung neuer Produktionszweige, also die teils gewaltsame „Globalisierung“ der Marktwirtschaft und die Integration immer neuer Produkte in die Massenproduktion, führt nicht mehr zu einem „Wiedereinsaugen vorher und anderswo ‚überflüssig gemachter‘ Arbeitsbevölkerung“, da auch die neuen Produktionszweige aufgrund der Mikroelektronik von vornherein wenig arbeitsintensiv sind. Das Verhältnis kippt um: „von nun an wird unerbitterlich mehr Arbeit eliminiert als absorbiert werden kann. Auch alle noch zu erwartenden technologischen Innovationen werden immer nur in die Richtung weiterer Eliminierung lebendiger Arbeit gehen, alle noch zu erwartenden neuen Produktionszweige werden von vornherein mit immer weniger direkter menschlicher Produktionsarbeit ins Leben treten“ (Kurz 1986).

2. Die Entfesselung der Finanzmärkte und des Kredits

Die sektorenübergreifende Verdrängung der Lohnarbeit aus den produktiven Arbeitsbereichen äußert sich nicht nur in einem Schrumpfen der Wertmasse. Sie äußert sich auch in einer zunehmenden Einengung des Marktes. Während auf der einen Seite immer mehr Waren in immer kürzerer Zeit hergestellt werden können, sind auf der anderen Seite immer weniger Menschen über die Lohnarbeit in die Warenproduktion integriert, was nichts anderes heißt, als dass auch immer weniger Menschen Zugang zu den Mitteln bekommen, um sich die produzierten Waren zu kaufen.[2] Die Einengung des Marktes konnte bisher nur dadurch abgewendet werden, dass seit dem Ende der 1970er und seit Anfang 1980er Jahre, ausgehend von der Reagan Administration in den USA und der Thatcher Administration in Großbritannien, die Finanzmärkte entfesselt und die massenhafte Vergabe von Krediten über Privat- und Zentralbanken in Gang gesetzt wurden (Lohoff 2016: 6ff.; 2014: 6; Lohoff und Trenkle 2012: 66ff., 209ff.; Kurz 2012). Globale InvestorInnen fanden im Kredit- bzw. Zinsgeschäft lukrative Anlagesphären für ihr vagabundierendes Kapital, wie sie angesichts versiegender Profitquellen in der Realwirtschaft immer weniger zu finden waren.  Finanzprodukte – wie Aktien, Anleihen, Derivate, Optionen usw. – überfluteten zunehmend die Märkte, während sich Regierungen, Unternehmen und VerbraucherInnen, allen voran in den USA, zunehmend verschulden konnten (Lohoff & Trenkle 2012: 63f., 205f., 239f.). Die „Akkumulation von Waren zweiter Ordnung“, wie Lohoff und Trenkle die Verlagerung der Kapitalakkumulation auf die Ebene von Finanzmärkten und Finanzmarktprodukten bezeichnen, drehte den Spieß um: von da an war nicht mehr das Kreditgeschäft Anhängsel der realwirtschaftlichen Kapitalakkumulation, sondern umgekehrt, die Realwirtschaft wurde zum Anhängsel der „Akkumulation von Waren zweiter Ordnung“ an den Finanzmärkten.[3] Die radikale Liberalisierung der Finanzmärkte vermochte nicht nur die strukturellen Schranken der Kapital- bzw. Wertakkumulation – also die sektorenübergreifende Verdrängung der Lohnarbeit durch Informations- und Computertechnologien – zu überwinden. Auch ermöglichte sie einen erneuten Aufschwung des globalen Kapitalismus, da die Aufblähung des internationalen Kreditgeschäfts über Zentral- und Geschäftsbanken die zahlungsfähige Konsumtionskraft der Gesellschaft erweiterte (Lohoff & Trenkle 2012: 224f.). Abgesehen von vereinzelten regionalen und sektoralen Krisenerscheinungen, hat sich so über zwei Jahrzehnte hinweg eine expansive Dynamik entfaltet, die erst nach dem Platzen der „Dotcom“ Blase Anfang der Nuller Jahre und dann nach dem Platzen der kreditfinanzierten Immobilienblase im Jahr 2008/09 in den kapitalistischen Kernländern zum Stillstand kam (Lohoff 2016: 27ff.). Im Zuge dieser Krisen drohte der über rund drei Jahrzehnte aufgetürmte Kredit- und Schuldenberg in sich zusammenzufallen. Doch in beiden Situationen schafften es die Zentralbanken durch Öffnung der Kreditschleusen einen Zusammenbruch der internationalen Finanz- und Kreditströme zu verhindern. Zwar konnte auf diese Weise die Zahlungsunfähigkeit von Geschäftsbanken, von Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen sowie die damit einhergehende Entwertung von Waren und Produktionskapazitäten abgewendet werden. Allerdings droht mit der Kreditschwemme der Zentralbanken die „Große Entwertung“ auf das Geldmedium selbst überzugreifen (Lohoff 2018: 104-107; 2016: 55f.; Konicz 2015; Lohoff & Trenkle 2012: 256ff.; Jellen 2012), welche sich über den Umweg von Staatsbankrotten und Währungsinflation bereits ankündigen.

3. Strukturelle Zwänge der kapitalistischen Warenproduktion

Um die Krise der Geldwirtschaft zu überwinden, müsste nichts weiter als das Geld selbst bzw. die Grundstruktur der kapitalistischen Produktionsweise überwunden werden. Letztere basiert auf einer Trennung der Gesellschaftsmitglieder in atomisierte WarenproduzentInnen und Lohnabhängige, die ihren gesellschaftlichen Zusammenhang über Waren- und Geldbeziehungen regeln. In der Zersplitterung der gesellschaftlichen Produktions- und Austauschbeziehungen und der Vermittlung über Waren und Geld entstehen jedoch Konkurrenzverhältnisse, die mit Interessengegensätzen und strukturellen Zwängen einhergehen. So produzieren Unternehmen nicht in Absprache mit der Gesellschaft, sondern für einen anonymen Markt und stets in Konkurrenz zu anderen Unternehmen. Die Unsicherheiten des Absatzmarktes beherrschen dabei das Denken und Handeln der ProduzentInnen. Wer nicht vom Markt verdrängt werden will, ist gezwungen finanzielle Rücklagen zu bilden, Lohnkosten einzusparen oder neue Produktionsmethoden einzuführen, um die Herstellungskosten der Waren zu verringern. Die Vermehrung des Geldes wird zum wichtigsten Hebel, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, wobei die Herstellung von Waren nur Mittel zum Zweck der Geldvermehrung ist. Ähnliches gilt für Lohnabhängige, die in ständiger Konkurrenz zu anderen Lohnabhängigen stehen und um eine begrenzte Anzahl an Arbeitsplätzen konkurrieren. Sie müssen ihre Arbeitskraft verkaufen und Geld verdienen, um Zugang zum Warenreichtum zu erhalten. Die Trennung der „atomisierten Individuen“ (Trenkle 1996: 75) und die „Konkurrenz zwischen den Unternehmen stellt die Frage nur so: selbst ruiniert werden oder andere ruinieren“, (Lenin 1974: 362). Bereits Karl Marx notierte in seinem Werk Das Kapital:

„Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation“ (Marx 1962: 618).

Neben solchen „äußeren Zwangsgesetzen“ kommen innere Zwänge für die WarenproduzentInnen, insbesondere für die große Industrie, hinzu: ihr Primat der Profitmaximierung und Kapitalverwertung gerät konstant in einen Widerspruch zu dem immanenten Drang, die neuesten Produktionsmethoden einzuführen. Denn die Einführung der neuen Produktionsmethoden, die mit der Verdrängung lebendiger Arbeitskraft einhergeht, untergräbt die Profitmaximierung und Kapitalverwertung, die auf der Ausbeutung der lebendigen Arbeitskraft und der Verwertung der durch die Arbeitskraft geschaffenen Werte basiert. Mit jeder Maschine, durch welche LohnarbeiterInnen in einem Unternehmen verdrängt werden, sinkt der Umfang des Profits, den das Unternehmen im Verhältnis zu seinen Gesamtausgaben macht. Dieser immanente Widerspruch, den Marx (1983: 251-277) im Zusammenhang des „tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt, zwingt die Unternehmen beständig den Umfang ihrer Produktion auszudehnen, um der Verringerung ihrer Profitproduktion entgegenzuwirken.[4] Dieser Kompensations- bzw. „Akkumulationstrieb“ (ebd.: 254) aus dem inneren der Kapitallogik heraus verschärft jedoch nicht nur die Konkurrenz unter den Unternehmen in diesen oder jenen Produktionssphären. Sie führt auch zu regelmäßigen Überproduktionskrisen, die durch die Überfüllung der Märkte mit Waren und überschüssigen Produktionskapazitäten zum Ausdruck kommen: „Da nicht Befriedigung der Bedürfnisse, sondern Produktion von Profit Zweck des Kapitals“, schreibt Marx im dritten Band des Kapitals, und da es diesen Zweck nur durch Methoden der Akkumulation erreicht, in der der wachsende Umfang der Maschinerie einen wachsenden Umfang des Warenausstosses zur Folge hat, „so muß beständig ein Zwiespalt eintreten zwischen den beschränkten Dimensionen der Konsumption auf kapitalistischer Basis [also der beschränkten zahlungsfähigen Nachfrage der fluktuierenden Masse an LohnarbeiterInnen, Anmerkung des Verfassers] und einer Produktion, die beständig über diese ihre immanente Schranke hinausstrebt“ (ebd.: 267).

4. Die Grenzen der Staatlichen Planwirtschaft

Eine Wirtschaft jenseits der strukturellen Zwänge der kapitalistischen Warenproduktion und Überproduktionskrisen muss schließlich die Zersplitterung der gesellschaftlichen Produktions- und Austauschverhältnisse über Waren- und Geldbeziehungen und die daraus resultierenden Konkurrenzverhältnisse überwinden. Marx und Engels forderten, die Produktionsmittel der privaten Hand zu entziehen und unter gesellschaftliche Koordination und Verwaltung zu stellen. Marxistisch inspirierte Bewegungen nahmen diese Forderung zum Anlass, um die Wirtschaft ihrer Länder zu verstaatlichen und so der privatwirtschaftlichen Konkurrenz den Boden zu entziehen. Wie die historischen Erfahrungen zum Beispiel in der Sowjetunion oder in Kuba zeigen, konnten auf diese Weise zwar die blinde Konkurrenz des Marktes sowie Überproduktionskrisen überwunden werden. Jedoch traten mit der zentralen Planung neue Probleme auf (Nelson 2011; Trenkle 1996; Kurz 1994; Stahlmann 1991). Eines dieser Probleme zeigte sich bei dem Versuch, die Arbeitsquanten aller gesellschaftlich hergestellten Produkte und Zwischenprodukte zu berechnen. Die Berechnung des „Werts“ war jedoch nicht nur wegen der gesamtwirtschaftlichen Komplexität unmöglich, sondern vor allem weil er „keine real auffindbare Größe“ sondern ein gesellschaftliches Verhältnis darstellt (Stahlmann 1991: 46). Die Planwirtschaft war dem Missverständnis unterlegen,

„dass der Wert, weil er in der Produktion entsteht, durch Verausgabung lebendiger Arbeit, auch unmittelbar durch Feststellung des Produktionsaufwands planbar sei. Zur Verwandlung lebendiger in tote Arbeit, also in Wert, bedarf es aber der gesellschaftlichen, sprich: Marktvermittlung, also der Herstellung der gesellschaftlich durchschnittlichen Arbeitszeit, die wiederum nur indirekt über den Markt gemessen werden kann.“ (ebd.: 46)[5]

Der Versuch, die Arbeitsquanten zu berechnen, war Ausdruck eines tieferliegenden Problems: Der Beibehaltung der Waren- und Geldwirtschaft. Über das kollektive Eigentum war die Trennung der Menschen zwischen Produktion und Konsum zwar juristisch aufgehoben, nicht aber in der Praxis, insofern die wirtschaftliche Basisstruktur – die Zersplitterung und Atomisierung der gesellschaftlichen Produktions- und Austauschverhältnisse über Waren- und Geldbeziehungen – unangetastet blieb. Damit einhergehend waren auch die Interessengegensätze zwischen ProduzentInnen und Lohnabhängigen nicht aufgehoben. Waren die Lohnabhängigen an guter Produktqualität und niedrigen Preisen interessiert, so wollten die ProduzentInnen dagegen ihren Arbeitseinsatz minimieren und hohe Einkommen erzielen (Trenkle 1996: 87) Anstatt der blinden Marktgesetze erhob sich nun eine zentrale Planungselite und staatliche Gewalt über die Gesellschaft, die über die Produktion und Verteilung der Produkte bestimmte und die Preise der Waren festlegte. „Ein abstrakter Zwang wird also durch einen anderen ersetzt. Den Partikularinteressen tritt an Stelle der blinden unerbittlichen Marktgesetze nun die abstrakte Allgemeinheitszumutung durch politische Institutionen gegenüber“ (ebd.: 87). Im Zusammenhang dieser hier grob skizzierten Grundprobleme war die staatliche Planwirtschaft weniger mit einer Überproduktion als mit einer Unterproduktion konfrontiert, die sich über planwirtschaftliche Unflexibilität, Mangelwirtschaft und Desinteresse der Individuen an wirtschaftlicher Effizienz und Gestaltung äußerte.

5. Dezentrale Planwirtschaft und Selbstorganisation am Beispiel der Solidarischen Landwirtschaft

Die staatliche Plan- und Kommandowirtschaft des „Realsozialismus“ ist „glücklicherweise auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet“, erklären Lohoff und Trenkle in Die Große Entwertung (Lohoff & Trenkle 2012: 292). Ob sie wirklich der Vergangenheit angehört, darf angesichts des fortschreitenden Zerfallsprozesses des globalen warenproduzierenden Systems angezweifelt werden. Denn sie stellt immer noch eine Alternative dar, um Krisen wie die gegenwärtige strukturelle Überproduktionskrise des globalen Kapitalismus unter Beibehaltung staatlicher Autorität zu überwinden. Eine andere Alternative, die auf Autonomie und Selbstbestimmung der Gesellschaftsmitglieder setzt und die Probleme staatlicher Planwirtschaft überwindet, bilden dagegen dezentrale, bedürfnisorientierte und kooperative Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation. Solche Formen existieren beispielsweise in Projekten der Solidarischen Landwirtschaft. In diesen ist die Zersplitterung und Atomisierung der gesellschaftlichen Produktions- und Austauschverhältnisse über Kooperationsverhältnisse zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen praktisch aufgehoben – unabhängig von den verschiedenen Rechtsformen der Projekte. Als Kollektive mit bis zu mehreren Hundert Mitgliedern unterhalten sie gemeinsam die Produktion und regeln über direkte Absprachen wo, was, wie und wieviel Nahrungsmittel produziert werden sollen. So entstehen lokale, transparente und basisdemokratische Produktions- und Verteilungskreisläufe als dezentrale Planwirtschaften, in denen sowohl die strukturellen Zwänge und Interessengegensätze des Marktes als auch die Herrschaft der abstrakten Allgemeinheit über die Interessen der Einzelnen aufgehoben sind. Solidarische Landwirtschaften agieren jedoch nicht vollkommen unabhängig von den Zwängen des Marktes. So sind die Projekte hochgradig abhängig von finanziellen Beiträgen der Mitglieder. Mit diesen beziehen sie Maschinen, Treibstoff, Material und Rohstoffe auf dem anonymen Markt und unterhalten ihre fest angestellten Arbeitskräfte. Diese Abhängigkeit vom Geld äußert sich in tendenziell hohen Mitgliedsbeiträgen, die für viele Menschen eine Hürde darstellen und die Solidarischen Landwirtschaften zu einem Nischendasein verurteilen. Auf der anderen Seite jedoch ermöglicht die (finanzielle) Absicherung durch das Kollektiv Planungssicherheit für die Produktion. Der Kollektivbetrieb kann für ein Jahr die Produktion dezentral planen und Anbaumethoden anwenden, die unter marktwirtschaftlichen Konkurrenzverhältnissen nicht möglich wären. Er kann auf den Einsatz von Pestiziden und Monokulturen verzichten, Bedarfsgehälter einführen und die Produktion den Bedürfnissen von Menschen und Natur anpassen. Geld spielt in Solidarischen Landwirtschaften also weiterhin eine Rolle. Allerdings ist das Geld unter den veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr der eigentliche Zweck der Produktion, sondern ein Mittel zum Zweck des Aufbaus, der Erhaltung und der Weiterentwicklung der Bedarfsproduktion des Kollektivs. An diesem Punkt stellt sich die Frage, wie diese Abhängigkeiten vom Geld bzw. von den Zwängen des Marktes verringert werden können. Eine Möglichkeit innerhalb der Solidarischen Landwirtschaften wäre, engere Kooperationsbeziehungen zwischen den bestehenden Projekten anzustreben und auf gemeinsame, vorgelagerte Maschinen- und Saatgutproduktionsstätten zurückzugreifen. Diese könnten die Solidarischen Landwirtschaften nach Bedarf mit Maschinen und Saatgut beliefern und ihre Abhängigkeiten von Märkten und Geld reduzieren. Nicht mehr das Geld oder das Kriterium der Finanzierbarkeit würde die gesellschaftlichen Produktions- und Austauschbeziehungen regieren, sondern die Absprachen zwischen den Menschen auf der Grundlage der Kooperation sowie des uneingeschränkten Zugangs zu den Produktionsmitteln und Produkten. Das würde nicht nur für Solidarische Landwirtschaften gelten sondern auch für andere Bereiche der gesellschaftlichen Reproduktion und Verteilung. Das Zusammenspiel zwischen solchen lokalen und überregionalen Kooperationsbeziehungen in einer dezentral, ohne Waren- und Geldbeziehungen organisierten Gesellschaft könnten wir uns dann „als ein gestaffeltes System aufeinanderbezogener lokaler, regionaler und überregionaler Kreisläufe vorzustellen, bildlich gesprochen vielleicht wie eine stufenförmig aufgebaute Pyramide, bei der die Dichte der stofflichen Verflechtungen mit zunehmender Höhe abnimmt“ (Trenkle 1996: 79).

6. Der Zugang zu den gesellschaftlichen Ressourcen, Produktionsstätten und Produkten

Die Projekte der Solidarischen Landwirtschaft und andere Beispiele – wie die dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien – zeigen: die Möglichkeiten sind theoretisch vorhanden, „um eine dezentrale, aber global vernetze und technisch effiziente Produktionsweise aufzubauen“ (Trenkle 2015). Eine Produktionsweise, die auf der Grundlage der Kooperation organisiert und mit dem Ziel vereinbar ist, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen und die natürlichen Grundlagen zu schützen. Praktisch stößt diese Perspektive jedoch auf unterschiedliche Hürden. Da ist zum einen die Frage der Organisation. Eine solche gesellschaftliche Produktionsweise, die nicht über Geld- und Waren-, sondern über Kooperationsbeziehungen organisiert ist, setzt komplexe Organisationsstrukturen voraus, die schrittweise aufgebaut, erprobt, eingespielt und vor Maßnahmen der Repression geschützt werden müssen. Zum anderen besteht das Problem des uneingeschränkten Zugangs zu den gesellschaftlich bereits vorhandenen Ressourcen, Produktionsmitteln und Produkten. Die wachsenden Strukturen der gesellschaftlichen Selbstorganisation – darunter auch die Solidarischen Landwirtschaften – benötigen einen solchen Zugang, wenn sie sich langfristig von ihrem Nischendasein sowie von ihrer Abhängigkeit vom Geld und den strukturellen Zwängen der kapitalistischen Warenproduktion emanzipieren wollen (Lohoff 1996; Trenkle 2015). Der Zugang zu diesen Ressourcen wird umso notwendiger, je weiter der Zerfallsprozess des warenproduzierenden Systems voranschreitet und die Menschen vom Warenreichtum und der Sicherung ihrer Grundbedürfnisse abschneidet. In diesem Punkt unterscheidet sich der selbstorganisierte Sektor von morgen von dem selbstorganisierten Sektor aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Letzterer konnte keinen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen, Produktionsmitteln und Produkten gewinnen und kam daher über einen oberflächlichen Grad der Selbstorganisation nicht hinaus. Viele dieser Organisationen wurden vom System der Geld- und Warenbeziehungen vereinnahmt oder haben die Form sozialer Armutsverwaltung im Zuge wachsender Privatisierungen angenommen (Lohoff 1996). Die Vereinnahmungen konnten nach Lohoff u.a. deshalb stattfinden, da der globale Kapitalismus trotz seiner sich anbahnenden Strukturkrise Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre über die massive Ausdehnung der Kredit- und Schuldensphäre eine erneute internationale Expansionsdynamik entfalten konnte. Diese schuldenfinanzierte Expansionsdynamik stößt nun aber mit zunehmender Geschwindigkeit an ihre Grenzen. Der Prozess der Einengung des Marktes bahnt sich unaufhaltsam seinen Weg und wird zwangsläufig gesellschaftliche Konfliktfelder erzeugen, die wiederum spontane Formen der Selbstorganisationen annehmen können. Diese neuen Formen der Selbstorganisation befinden sich dann aber in einem „gründlich veränderten Kontext“ (ebd.: 102), da eine fehlende Expansionsdynamik ihre erneute Vereinnahmung verhindert. In diesem veränderten Kontext rückt der politische Kampf um die gesellschaftlichen Ressourcen in den Mittelpunkt. Denn wenn die neuen Formen der Selbstorganisation nicht zu einer massenhaften Form der Armutsverwaltung mutieren wollen, dann müssen sie „so viele stoffliche Ressourcen (Gebäude, Produktionsmittel etc.) und Finanzen wie nur irgend möglich“ erkämpfen und die Rahmenbedingungen verbessern, damit der selbstorganisierte Sektor gestärkt und weiterentwickelt werden kann (Trenkle 2015). Das bedeutet, dass die gesellschaftlichen Emanzipationsbewegungen den uneingeschränkten Zugang zu diesen Mitteln von der Politik und dem Staat einfordern müssen, der die Kontrolle über diese verfügt. Auf der anderen Seite könnte eine linke Politik und Partei eine solche Bewegung der gesellschaftlichen Selbstorganisation auf lokaler und globaler Ebene nach allen Kräften fördern. Die strategische Zielsetzung linker, emanzipatorischer Arbeit würde sich damit grundlegend ändern: War in der traditionellen Linken, insbesondere im Leninismus noch „jede Form der Selbstorganisation dem Ziel der Eroberung der Staatsmacht untergeordnet und musste danach verschwinden oder auch gewaltsam zum Verschwinden gebracht werden“, so muss heute umgekehrt

„der Auf- und Ausbau des selbstorganisierten Sektors als Basis für die Aufhebung der kapitalistischen Produktions- und Lebensweise im Mittelpunkt des politischen Handelns stehen. […] Für Lenin und den traditionellen Marxismus war das Absterben des Staates ferne Zukunftsmusik. Hingegen hat gesellschaftliche Emanzipation heute von vornherein die sukzessive Rücknahme des Staates in die Gesellschaft zum Inhalt.“ (ebd.)

Die Landwirtschaft war das erste große Opfer in der Aufstiegsphase der kapitalistischen Produktionsweise. In der „Ursprünglichen Akkumulation des Kapitals“ (Marx 1962: 741ff.) wurden große Teile der Landbevölkerungen gewaltsam von Grund und Boden getrennt und zur Lohnsklaverei verurteilt, während die privatisierte Landwirtschaft fortan den wachsenden Bedarf an Rohstoffen in den industriellen Zentren belieferte. In den Projekten der Solidarischen Landwirtschaft dagegen entstehen heute erste Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation, die (in der Praxis) auf dem kollektiven Zugang zu Land und deren Produkte basieren und erste Ansätze einer nicht-monetären und basisdemokratischen Produktion und Verteilung aufzeigen. Eben darin liegt auch das größte Potential dieser Projekte. Sie zeigen Perspektiven auf, die über die kapitalistische Produktionsweise und ihre Kategorien Ware, Geld und Wert hinausweisen. In dieser Hinsicht nehmen die Landwirtschaftsprojekte eine Vorreiterrolle ein. Wie sich diese Projekte jedoch weiterentwickeln, hängt von noch ungeklärten Fragen ab: Werden die Menschen innerhalb der Projekte das Potential der Solidarischen Landwirtschaften als Alternative zu kapitalistischer Warenproduktion erkennen? Werden sie sich gemeinsam sowie mit anderen selbstorganisierten Gruppen für einen uneingeschränkten Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen, Produktionsmitteln und Produkten einsetzen? Mit welchen aktuellen Problemen, Widersprüchen und Grenzen sind die Projekte in der praktischen Umsetzung der Kooperationsbeziehungen konfrontiert und wie werden sie mit diesen umgehen? Und schließlich, kann die Solidarische Landwirtschaft Perspektiven eröffnen, auch andere Lebensbereiche wie zum Beispiel die Textil- und Kleidungsherstellung, die Wohnungswirtschaft, die Pflegearbeit, die Energieversorgung usw. in ein dezentrales, gestaffeltes System aufeinander bezogener lokaler, regionaler und überregionaler Produktions- und Verteilungskreisläufe zu übertragen? Könnten solche Kreisläufe über den uneingeschränkten, kooperativen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen, Produktionsstätten und Produkten von den Zwängen des Geldes und der Finanzierbarkeit entzogen und für die Gesellschaftsmitglieder zur Sicherung ihrer Grundbedürfnisse zu Verfügung gestellt werden?

 


 

Anmerkungen

[1]     In Das Kapital beschrieb Marx (1962: 49ff.), dass Waren nicht nur einen konkreten Nutzen (den Gebrauchswert) besitzen. Damit die WarenproduzentInnen ihre verschiedenen Produkte austauschen können, müssen sie von dem konkreten Inhalt ihrer Waren absehen und diese mit etwas gleichsetzen, das alle Waren verbindet. Nach Marx ist dieses Gleiche der Arbeitsaufwand bzw. die Verausgabung menschlicher Arbeitszeit, die für die Herstellung der Waren nötig ist und als Wertmaß zum gegenseitigen Austausch der Waren dient. Schuhe können gegen Mehl oder Wolle getauscht werden, da sie einen Arbeitsaufwand verkörpern, der sich im Preis widerspiegelt. Anstelle eines unmittelbaren Produktenaustauschs auf der Grundlage ihres Arbeitsaufwandes haben sich in unterschiedlichen historischen Kontexten allgemeine Waren (Geldwaren) herausgebildet, in denen der Preis der besonderen Waren ausgedrückt wurde. Diese Rolle einer allgemeinen Geldware hat in den westlichen Ländern insbesondere das Gold eingenommen. Zu den werttheoretischen Grundlagen der Geldware und ihrer Entwicklung im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts siehe Lohoff (2018; 1995).

[2]     Zwar bezieht ein wachsender Teil der Bevölkerung im Handels-, Banken und Dienstleistungssektor ebenfalls einen Lohn. In diesen Sektoren werden jedoch keine Waren im eigentlichen Sinn hergestellt, bei denen dem Gebrauchs-gegenstand durch Verausgabung produktiver Arbeit ein Tauschwert hinzufügt wird, der wiederum durch Verkauf der hergestellten Ware angeeignet werden kann – mit Ausnahme bestimmter Grauzonen im Dienstleistungssektor. Bei den meisten Arbeiten in diesen Bereichen handelt es sich nicht um Wertproduktion, sondern um Werttransfer. Die Vermehrung des Geldes im Kreditwesen entspringt aus dem Zins, dem Preis der Leihware Geld. Die Gewinne im Handel entstehen aus der Differenz zwischen Großhandelspreisen und Einzelhandelspreisen. Und die Einnahmen bei Dienstleistungen wie Verwaltung, öffentlicher Dienst, Pflegedienst, Gesundheitswesen und Bildungswesen, die für das Funktionieren der gesellschaftlichen Warenproduktion unerlässlich sind, müssen über Steuern aus der Warenproduktion finanziert werden. Je mehr aber die Wertschöpfung in der Warenproduktion versiegt, desto weni-ger Werte (Geld) können in den Handels-, Banken- und Dienstleistungssektor fließen (Lohoff & Trenkle 2012: 75ff.).

[3]     „Waren zweiter Ordnung“ sind Eigentumstitel oder Wertpapiere, die wie jede andere Ware gekauft oder verkauft werden können. Während jedoch „Waren erster Ordnung vergangene Arbeit, also bereits erzeugten Wert, repräsentieren, verkörpern die Waren zweiter Ordnung vorabkapitalisierten, künftigen Wert“ (Lohoff 2018: 97, Hervorhebung im Original). Zur näheren Erläuterung und zur ökonomischen Bedeutung von Wertpapieren bzw. von „fiktivem Kapital“ (Marx) für den Akkumultaionsprozess des Kapitals siehe Lohoff und Trenkle (2012: 128ff.) sowie Lohoff 2018 (95ff.).

[4]     An diesem Punkt setzt auch die Kritik an der Vorstellung an, wonach durch Einführung verbesserter Produktionstechnologien eine Verringerung des Ressourcenverbrauchs erzielt und damit ein Beitrag zum Klimawandel geleistet werden könnte („Grüner Kapitalismus“). Aus wertkritischer Perspektive führt der Einsatz neuester Produktionsmethoden in den Unternehmen der großen Industrie nicht zu einem verringerten, sondern im Gegenteil zu einem erhöhten Ressourcenverbrauch, da die Unternehmen versuchen, über die Steigerung ihres Produktionsausstosses und/oder durch Investitionen in neue Anlagefelder den Fall der produzierten Wertmasse zu kompensieren (Rebound-Effekt).

[5]     „Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h. er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im Einzelfall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit“ (Marx 1962: 336)

 


 

Literatur

Jellen, Reinhard (2012): „Alle Zentralbanken sind dabei, sich in Bad Banks zu verwandeln. Interview mit Ernst Lohoff und Norbert Trenkle über die Wirtschafts- und Finanzkrise – Teil I“, in: Telepolis, 01.08.2012.

Konicz, Thomas (2015): „Auf eine Neues. Wann platzt die Liquiditätsblase, in der das Weltfinanzsystem verfangen ist?“, in: Konkret, 6/2015.

Kurz, Robert (2012): Geld ohne Wert. Grundrisse zu einer Transformation der Kritik der politischen Ökonomie, Berlin: Horlemann.

Ders. (2007): „Weltmacht und Weltgeld. Die Ökonomische Funktion der US-Militärmaschine im globalen Kapitalismus und die Hintergründe der neuen Finanzkrise“, in: Widerspruch, Bd. 27, H. 53, S. 133-143.

Ders. (1995): „Die Himmelfahrt des Geldes. Strukturelle Schranken der Kapitalverwertung, Kasinokapitalismus und globale Finanzkrise“, in: Krisis, Nr. 16/17, Horlemann Verlag, S. 21-76.

Ders. (1990): Der Kollaps der Modernisierung. Vom Zusammenbruch des Kasernensozialismus zur Krise der Weltökonomie, Leipzig: Reclam.

Ders. (1986): „Die Krise des Tauschwertes. Produktivkraft Wissenschaft, produktive Arbeit und kapitalistische Reproduktion“, in: Marxistische Kritik, Nr. 1, Verlag Marxistische Kritik.

Lohoff, Ernst (2018): „Die allgemeine Ware und ihre Mysterien. Zur Bedeutung des Geldes in der Kritik der Politischen Ökonomie“, in: Projektgruppe „Gesellschaft nach dem Geld“ (Hrsg.): Postmonetär denken. Eröffnung eines Dialogs, Wiesbaden: Springer VS.

Ders. (2016): Die letzten Tage des Weltkapitals. Kapitalakkumulation und Politik im Zeitalter des fiktiven Kapitals, in:Krisis – Kritik der Warengesellschaft, 5/2016.

Ders. (2014): Kapitalakkumulation ohne Wertakkumulation. Der Fetischcharakter der Kapitalmarktwaren und sein Geheimnis, in: Krisis – Kritik der Warengesellschaft, 1/2014.

Ders. (1996): „Krise und Befreiung – Befreiung in der Krise“, in: Krisis – Kritik der Warengesellschaft, Heft 18, S. 93-132.

Ders. (1995): „Die harte Landung des Dollar. Von der währungspolitischen Pax Americana zum Weltmarkt ohne Geld“, in: Krisis, Nr. 16/17, Horlemann Verlag, S.77-126.

Lenin, Wladimir Illich (1974): „Imperialismus und Sozialismus in Italien“, in: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU (Hrsg.): W. I. Lenin: Werke, Berlin: Dietz, Bd. 21.

Lohoff, Ernst / Norbert Trenkle (2012): Die große Entwertung. Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind, Münster: UNRAST.

Marx, Karl (1962): „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals“, in: Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED (Hrsg.): Karl Marx/Friedrich Engels – Werke, Berlin: Dietz, Band 23.

Ders. (1983): „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion“, in: Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED (Hrsg.): Karl Marx/Friedrich Engels – Werke, Berlin: Dietz, Band 25.

Nelson, Anitra (2011): „Money versus socialism“, in: Anitra Nelson / Frans Timmerman (Hrsg.): Life Without Money, London: Pluto Press, S. 23-44.

Stahlmann, Johanna W. (1990): „Die Quadratur des Kreises“, in: Krisis – Kritik der Warengesellschaft, Heft 8, S. 39-70.

Trenkle, Norbert (2015): „Die Abwicklung des Kapitalismus“, in: Widerspruch. Münchner Zeitschrift für Philosophie, Nr 61/ 2015, S. 37 – 54.

Ders. (1996): „Weltgesellschaft ohne Geld. Überlegungen zu einer Perspektive jenseits der Warenform“, in: Krisis – Kritik der Warengesellschaft, Heft 18, S. 67-92.

Flattr this!

Am 30. Oktober erschien eine Erklärung des Koordinationsrats der Lehrergewerkschaften des Irans, in der gegen das Verschwindenlassen des pensionierten Lehrers und Gewerkschaftsaktivisten Haschem Chastar protestiert wurde. Wie der Koordinationsrat weiter schreibt, stellte sich dann heraus, dass er zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen wurde, was auf ein Zusammenspiel der sogenannten Sicherheitskräfte und der Justiz hindeutet.
Heute, den 5. November, haben sich eine Reihe von Lehrern und Angehörigen des Zwangspsychiatrisierten vor dem Ebne-Sina-Krankenhaus (Avicenna-Krankenhaus) von Maschhad versammelt. Es handelt sich dabei um eine psychiatrische Klinik. Haschem Chastar wird dort in einer Abteilung festgehalten, in der er keinen Besuch empfangen darf.
Angesichts des Protests wurde das Krankenhaus von sogenannten Sicherheitskräften umzingelt, mindestens acht Personen, darunter auch die Ehefrau und ein Sohn von Haschem Chastar wurden festgenommen und mit einem Polizeiauto weggebracht.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169119
vom 14. Aban 1397 (5. November 2018)
tajammo° moqabele bimarestane ebne sinaye mashhad dar e°teraz be bazdasht wa bastari kardane hashem xastar dar bande bimarestane mamnu° ol-molaqat + film

http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1033&Id=1208&pgn=
vom 8. Aban 1398 (30. Oktober 2018)
bayaniyeye shouraye hamahangiye tashkilhaye senfiye farhangiyane iran dar e°teraz be robudane mohandes hashem xastar

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

 


"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

[ Top | RSS 1.0 | RSS 2.0 | FOAF | OPML | x-berg.de ]