CSS-Style: red | blue
Hintergrund:

x-berg.de logo
Pippi Langstrumpf

planet x-berg.de

 

xberg.de Slogan

 
 

Montag, 26. September 2016


Abzweiger zum Frauengefängnis Qaritschak

Bei Kilometer 17 der Autobahn von Teheran nach Waramin zweigt eine Straße zum Frauengefängnis von Qaritschak ab. Das Gefängnis wurde seinerzeit mitten in die Wüste gebaut. Entsprechend heiß ist es dort, das Wasser aus der Leitung ist versalzen und unhygienisch.
Ursprünglich wurde das Gefängnis für Drogenabhängige gebaut. Es hat sieben Abteilungen, große Betonhallen wie für Hühnerställe, insgesamt sind im Gefängnis 2000 Frauen untergebracht, zum Teil mit ihren Kleinkindern. Im Gefängnis sind Frauen aller Altersstufen inhaftiert, eine Trennung nach der Art der Anklagepunkte wird nicht vorgenommen.

Behandlung in Haft

Die Gefangenen werden vom Personal gedemütigt und beleidigt, im Falle von Protesten wird ihnen damit gedroht, dass sie in Arrestzellen kommen, die eigentlich für psychisch Kranke gedacht sind – eine Art Gummizelle, wo die Menschen an Händen und Füßen gefesselt sind. Die Abteilungen werden so belegt, dass es zu Streit unter den Gefangenen kommt. Das führte in konkreten Fällen so weit, dass Gefangene von Mitgefangenen umgebracht wurden – vor den Augen des Gefängnispersonals, das nicht eingriff.

Kein Schutz vor Vergewaltigung
Obwohl es ein reines Frauengefängnis ist, sind auch Männer als Wachpersonal eingestellt. Diese nutzen die Situation, um gefangene Frauen zu vergewaltigen. Eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, haben sie nicht. Da sie auch nach der Tat weiter in der Hand der Wärter sind, nützen auch Beschwerden nichts.

Hygiene und Gesundheit
In jeder Abteilung sind 200-300 Gefangene untergebracht. Ihnen stehen vier Toiletten und Bäder zur Verfügung. Hautkrankheiten sind verbreitet. In 24 Stunden gibt es nur eine Stunde lang warmes Wasser – im Winter ist es in der Wüste kalt! Die medizinische Behandlung im Gefängnis ist unzulänglich. Es gibt zu wenig Medikamente, dafür aber einen mafiös organisierten Verkauf von Medikamenten zu horrenden Preisen, die einzige Möglichkeit für viele Gefangene, überhaupt Medikamente zu erhalten. Selten werden Kranke zur Behandlung außerhalb des Gefängnisses in eine Klinik verlegt.

Ernährung und Unterbringung
Die Rationen für die Gefangenen sind zu klein, das Essen ist sehr eintönig, Kartoffeln, Nudeln und Brot, die Gefangenen leiden an Vitaminmangel. Für 2000 Gefangene gibt es nur 600 Betten. Deshalb müssen 1400 der Gefangenen auf dem Betonboden schlafen.

Quelle:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/217966.php
vom 5. Mehr 1395 (26.09.2016)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email


Protest in Istanbul

Die Krankenschwester Ayşegül Terzi war in Istanbul verprügelt worden, weil sie im städtischen Bus eine kurze Hose (Short) trug. Das führte an vielen Orten zu Protesten, so wie hier vor dem Beşiktaş Kartal-Denkmal in Istanbul, wo auch die Väter aus Protest Shorts anzogen.
Die Zeitung Birgün hat einige der teilnehmenden Frauen befragt. Mucize Ayrık erklärte: „Es hieß doch immer, dass der Islam eine tolerante Religion sei. Tatsächlich wird die Religion aber missbraucht und das lässt meine Begeisterung abkühlen. Der Islam ist schließlich keine Religion, anderen etwas mit Gewalt aufzuzwingen und ihnen den Kopf abzuschneiden“, sagte sie. Sie fuhr fort: „In den heiligen Büchern sind immer die Männer an erster Stelle. Heißt das, dass die Bücher nach den Interessen der Männer geschrieben wurden? Warum soll ich mich verhüllen? Damit die Männer nicht von den Reizen verführt werden? Dann könnte ich doch als Frau auch von den Reizen eines Manns verführt werden, dann sollen sich auch die Männer verhüllen. Bin ich dann gezwungen, mich zu verhüllen, bloß weil die Männer es wollen?“

http://www.birgun.net/haber-detay/carsi-da-kadinlardan-sortlu-protesto-129332.html
Çarşı’da kadınlardan şortlu protesto
26.09.2016 08:27

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email


An drei Universitäten in Teheran, der Schahid-Beheschti-Universität, der Amir-Kabir-Universität und der Scharif-Universität fanden an am 25. September Protestkundgebungen der Studierenden statt. Die Proteste richteten sich zum einen dagegen, dass die Studierenden 1 Million Tuman bezahlen sollen, wenn sie das 5. Semester nicht erfolgreich abschließen. Ein weiterer Kritikpunkt war die Lage in den Studentenwohnheimen, die massiv überbelegt wurden. Das heißt, die Wohnungen, die noch belegt sind, werden zusätzlich an neu eintreffende Studenten vom Land vergeben, so dass diese dann de facto auf der Straße landen.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=117099
vom 4. Mehr 1395 (25. September 2016)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

Dienstag, 20. September 2016

Straßenmusiker in Kermanschah finden große Anerkenung für klassische iranische Musik

https://www.youtube.com/watch?v=f7og-9xy9Aw

Bei youtube wurde gestern ein kurzes aber interessantes Video hochgeladen, das eine Straßenszene in der iranisch-kurdischen Stadt Kermanschah zeigt: Zwei junge Musiker spielen am hellichten Tag mitten auf einer belebten Straße virtuos klassische iranische Musik und ziehen innerhalb von Sekunden die Aufmerksamkeit sämtlicher Passantinnen und Passanten auf sich.

Zu Beginn des aufgeführten Musikstücks schauen sich die Musiker noch nervös um, als wollten sie mögliche Gefahren durch Sicherheitskräfte prüfen. Nach kurzer Zeit bildet sich jedoch ein Kreis von PassantInnen um sie, die stehenbleiben und – sei es auch nur für ein paar Sekunden- den Klängen lauschen. Es dauert nicht lange, bis einzelne ZuhörerInnen auf die Musiker zugehen und ihnen den einen oder anderen Geldschein in die Hand drücken oder in die Hosen stecken. Es gibt keinen Hut und keinen Beutel, in dem das Geld gesammelt wird, was vermutlich seinen Grund darin hat, dass die Musiker schneller fliehen können, sollte eine Kontrolle auftauchen. Mit Sicherheit haben sie jedenfalls keine behördliche Erlaubnis für ihre Straßenmusik.

Auch ist die gesamte Situation eine sehr flüchtige: die Zeit drängt, die Musik hat ein hohes Tempo und vermutlich wurde das Stück dahingehend ausgewählt, dass es trotz des hohen Spieltempos gut klingt. Und es scheint so, als würde sich in der letzten Sekunde des Videos die gesamte Szenerie in Sekundenbruchteilen auflösen, so als ob die Musiker durch ein schnelles Wort gewarnt worden wären und danach schnell verschwinden.

Grundsätzlich können Musiker bei den Behörden eine Genehmigung für ihre Aufführung beantragen, z.B. für Konzerte in einem Saal etc. Allerdings werden solche Genehmigungen selten erteilt und oft dürfen Konzerte selbst mit vorhandener behördlicher Genehmigung nicht stattfinden. Wenn also Konzerte in solchem Rahmen unmöglich werden, gehen die Musiker eben auf die Straße.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

 


"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

[ Top | RSS 1.0 | RSS 2.0 | FOAF | OPML | x-berg.de ]