CSS-Style: red | blue
Hintergrund:

x-berg.de logo
Pippi Langstrumpf

planet x-berg.de

 

xberg.de Slogan

 
 

Freitag, 22. März 2019

KEHRTWENDE IM DOLLAR-PARADIES

1. Das Territorium

Quito gilt aufgrund archäologischer Funde als die älteste Ansiedlung Südamerikas. In der vorkolumbianischen Zeit war Quito die zweitwichtigste Stadt des Inkareiches. Vor der Ankunft der Spanier wurde sie zerstört, weil sich damals bereits herumgesprochen hatte, daß die Eroberer zum Plündern gekommen waren. 1534 wurde das heutige Quito gegründet und war lange nach Lima die zweitwichtigste Stadt des spanischen Kolonialreichs in Südamerika. Von hier starteten die Expeditionen auf der Suche nach El Dorado, dem Goldland, und die Expansion nach dem Westen des Subkontinentes, so auch die Entdeckung des Amazonas durch die Spanier.

Die Vergangenheit des heutigen Gebietes von Ecuador war also weitaus bedeutender als seine Gegenwart.

Nach den Unabhängigkeitskriegen gehörte das Territorium zunächst zu Groß-Kolumbien, dem sich die Aufständischen von Quito und Guayaquil angeschlossen hatten, um erst gegen die spanischen Truppen bestehen, und dann überhaupt irgendwohin gehören zu können.
Als sich ein Caudillo aus Venezuela namens Flores und andere nicht damit abfinden wollte, bloß Provinz eines anderen Staates zu sein, lösten sich Quito und andere Städte 1830 aus dem großkolumbianischen Staat und gründeten mit viel Getöse den neuen Staat Ecuador.

Der Zerfall Groß-Kolumbiens durch die Zentrifugalkräfte der Militärs, die die Unabhängigkeit von Spanien erkämpften, beendete die politischen Pläne Simón Bolívars, der ursprünglich eine Art Vereinigte Staaten von Südamerika vorhatte, um den USA die Stirn bieten zu können. Er erkannte nämlich sofort die Bedeutung der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin für die Zukunft Lateinamerikas: Daß sich hier im Norden eine neue Macht konstituiert hatte, die Anspruch auf Unterwerfung und Benützung der Nachfolgestaaten des spanischen Kolonialreiches erhob.

Was damals, 1830, und auch lange später nicht klar war, waren die Grenzen dieses neuen Staates Ecuador. Die Geschichte Ecuadors ist seither eine der Selbstbehauptung gegen seine beiden Nachbarstaaten, und der immer wiederkehrenden Grenzkonflikte. Perú und Kolumbien betrachteten nämlich dieses zusammengewürfelte Abspaltungsprodukt als ein Gebiet, aus dem sie sich bei jeder Gelegenheit etwas abknapsen könnten. Bis heute nehmen sie die aktuellen Grenzen nicht ganz ernst, wie wiederholte Übergriffe auf ecuadorianisches Territorium zeigen.
Ecuador hingegen hat damit das Dauerproblem, seine Grenzen verteidigen zu müssen, obwohl sich in seinen Grenzgebieten Fuchs und Hase gute Nacht sagen und nur hin und wieder Schmuggler ihren Geschäften nachgehen. Ohne dieses Territorium zu benützen und ohne daß sich der ecuadorianische Staat diese militärischen Ausgaben eigentlich leisten kann, muß er dennoch Mittel und Personal für Grenzsicherung und Grenz-Kriege aufbringen, um nicht weiter zu schrumpfen.

2. Die Ökonomie: Bananen, Öl und Dollars

Lange Zeit kam Ecuador über den Export einiger Agrarprodukte nicht hinaus. Kaffee, Kakao und Bananen waren alles, was es auf dem Weltmarkt anbieten konnte. Es kamen daher auch wenig Devisen ins Land.
Das änderte sich mit der Entdeckung und Förderung des Erdöls, das in den 70-er Jahren von Texaco und Shell begonnen, seit den 90-er Jahren aber von der staatlichen Firma Petroecuador betrieben wird.
Auf die steigenden Öleinnahmen vertrauend nahm die Regierung von Sixto Durán Ballén in den frühen 90-er Jahren und in Zusammenarbeit mit dem IWF eine Liberalisierung der Wirtschaft vor, die die Verschuldung Ecuadors in die Höhe trieb. Die Banken erhielten freie Hand für internationale Kreditaufnahme und nationale Kreditvergabe. Das leicht erhältliche Geld führte auch zu hoher privater Verschuldung und Korruption der Eliten. Ecuador erlebte einen Boom mit Firmengründungen, steigenden Importen von Konsumgütern und staatlichen Investitionen in die Infrastruktur.
Als Folge von der Schuldenkrise der südostasiatischen Tigerstaaten und Rußlands in den Jahren 1997-99 kam es in Ecuador zu einem Crash, einer generellen Zahlungsunfähigkeit nach innen und außen. Die damalige Regierung Mahuad wurde 2000 gestürzt, eine Bankrottwelle erschütterte Ecuador und 2 Millionen Ecuadorianer verließen das Land, um woanders nach Überlebensmöglichkeiten zu suchen, vor allem in Spanien und den USA.
Mahuad stand bereits mit dem Rücken zur Wand, als er angesichts der völligen Entwertung der nationalen Währung, des Sucre, mit dem IWF in den letzten Tagen des Jahres 1999 die Einführung des Dollar paktierte. Der Sucre hatte sich als Zahlungsmittel praktisch in Luft aufgelöst, er war nicht einmal das Papier wert, auf dem er gedruckt wurde.
Mit Hilfe des IWF, der die Bindung an den Dollar zu diesem Zeitpunkt als ideales Mittel zur Bewältigung von Währungsturbulenzen ansah, führte Ecuador mit 1.1. 2000 den Dollar als Zahlungsmittel ein.
Mahuad wurde Anfang 2000 gestürzt, sein Nachfolger Gustavo Noboa fand die Dollar-Einführung als Tatsache vor. Allerdings geschah es erst unter seiner Regierungszeit im Herbst 2000, daß der Sucre völlig aufgegeben wurde und seither der Dollar als einziges Zahlungsmittel in Ecuador zirkuliert.
Die Politik der Dollarbindung wurde nach dem Bankrott Argentiniens 2001/2002 vom IWF aufgegeben. Ecuador war sozusagen die Vorlage, die in Argentinien abermals umgesetzt werden sollte. Aber in Argentinien kam der IWF zu spät: Der Präsident wurde gestürzt, bevor eine Dollar-Einführung durchgeführt werden konnte.

Man weiß nicht, welches Land besser gefahren ist. Argentinien und Ecuador verarmten beide in Folge dieser Währungskrisen. Argentinien war allerdings viel höher verschuldet, und war nach dem Bankrott von den internationalen Finanzmärkten abgeschnitten. Eine Dollar-Einführung wie in Ecuador wäre dort vermutlich gar nicht möglich gewesen, selbst wenn sich im Land dafür ein Vertragspartner gefunden hätte..

Zur Dollarisierung in Ecuador findet man kaum irgendwelche Literatur oder Fakten. Man findet nirgends, wie diese Schritte begründet wurden. Im Falle Mahuads ist nicht einmal klar, ob er der Einführung des Dollars vor oder nach seinem Sturz zugestimmt hat, und unter welchen Bedingungen. Nach Einzelheiten, warum Noboa den Sucre aufgab, ob es später Versuche der Wiedereinführung gab, sucht man ebenfalls vergeblich. Zumindest am Internet findet man keine öffentlich zugänglichen Analysen zu dieser Frage.
Interessanterweise gibt es auch in der Verfassung von 2008, wo sehr viel von ökonomischer Souveränität die Rede ist, keinen Hinweis auf die Fremdwährung, mit der der Geldumlauf im Land bewerkstelligt wird.

Zum Unterschied von Argentinien, das den Dollar neben dem Peso als Zahlungsmittel zugelassen hatte, und El Salvador und Panama, die den Dollar ebenfalls neben ihrer nationalen Währung bis heute zulassen, gab Ecuador 2000 seine nationale Währung vollständig auf. In dem Land zirkuliert also ein Zahlungsmittel, auf dessen Ausgabe und Wert die Regierung Ecuadors keinen Einfluß hat. Die Abhängigkeit von den USA ist daher sehr grundlegend.
In Europa sind nur Montenegro und Kosovo, Nachfolgestaaten Jugoslawiens, in dieser Situation. Sie stellt eine Art von neuem Kolonialregime dar, weil es die Souveränität dieser Staaten einer Währung unterwirft, die von einem – oder mehreren – anderen Staaten gemanagt wird.

Ecuador ist – nach einem Austritt und Wiedereintritt – Mitglied der OPEC, wo es jedoch aufgrund seiner im weltweiten Vergleich geringen Förderquote für allfällige Entscheidungen dieser Gemeinschaft praktisch bedeutungslos ist. Abgesehen davon, daß die OPEC heute von miteinander verfeindeten – für oder gegen die USA aufgestellten – Staaten besteht und zu keiner Einigkeit mehr fähig ist.

3. Die Migration

Während Ecuador lange wirtschaftlich vor sich hindümpelte und bei großem Armutsgefälle – vor allem zwischen Stadt und Land – mehr oder weniger seine Bevölkerung ernährte, kam es erst in den 80-er Jahren und dann in den Boom-Jahren der 90-er Jahre erstmals zu größerer Einwanderung aus anderen lateinamerikanischen Staaten, vor allem aus dem bürgerkriegsgeschüttelten Kolumbien.
Mit dem Crash von 1999/2000 setzte eine Emigrationswelle ein. Vor allem Spanien mit seiner damals entstehenden Immobilienspekulation wurde Zielland der ecuadorianischen Auswanderer. Die Überweisungen der ecuadorianischen Bauarbeiter und der in Pflege und Hausarbeit tätigen Frauen machten in den nächsten Jahren einen guten Teil des ecuadorianischen BIPs aus.

Als wichtige Einnahmequelle etablierte sich der Tourismus. Die Galápagos-Inseln, der Chimborasso und andere Naturwunder und eine verhältnismäßig gute Sicherheitslage, nicht zu vergessen die Währungsstabilität, spülten Devisen in die ecuadorianische Staatskasse.
Zusätzlich brachten Pensionisten Geld ins Land. Aus Europa und den USA ließen sich wohlhabende Pensionisten in dem schönen Land nieder, das in höhergelegenen Regionen über ein angenehmes Klima und ansonsten über eine verhältnismäßig gute Infrastruktur und ein für lateinamerikanische Verhältnisse gut ausgebautes Gesundheitswesen verfügt.

Unter dem Präsidenten Correa wurden großzügige Rückkehrhilfen für die Ecuadorianer eingerichtet, die aus dem krisengeschüttelten Spanien oder den USA heimkehrten. Nicht all zu viele nahmen dieses Angebot an, oder viele sind inzwischen neu emigriert. Ein Fünftel der der gebürtigen Ecuadorianer lebt heute im Ausland, davon fast eine halbe Million in den USA.

4. Das politische System Ecuadors

Die Regierungswechsel in Ecuador gestalteten sich des öfteren turbulent. So schlimm wie 1912, als eine komplette Politikermannschaft umgebracht, in Stücke gehackt und öffentlich verbrannt wurde, geht es heute nicht mehr zu, aber auch in jüngerer Vergangenheit sahen sich Präsidenten hin und wieder genötigt, mit dem Hubschrauber aus der Hauptstadt und schnellstens ins Ausland zu flüchten, oder in einer Botschaft Zuflucht zu suchen.
Ein wichtiger Machtfaktor sind hierbei die Verbände der Indigenen, sowohl derer aus dem Gebirge als auch derjenigen aus dem Amazonasbecken. Wie in guter Tradition der europäischen Bauernaufstände ließen sie sich schon mehrmals mit ihren landwirtschaftlichen Geräten bzw. darauf aufbauender Bewaffnung als Fußvolk und Manövriermasse für Militärputsche einsetzen. Auch sonst verstehen sie mit Straßenblockaden und Demos an wichtigen Stellen und zur richtigen Zeit einiges durcheinanderzubringen, wenn sie Umweltschäden durch Firmen und die Zerstörung ihres Lebensraumes anprangern und verhindern wollen.

Um hier angesichts sehr unterschiedlicher Vorstellungen, wie Staat zu machen sei, so etwas wie Kontinuität und klare Verhältnisse zu schaffen, wurde unter dem Präsidenten Rafael Correa das Projekt einer neuen Verfassung in Angriff genommen. Die daraus entstandene, sehr lange Verfassung von 2008 ist vor allem um die Wahrung von Souveränität bemüht. Sie verbietet explizit fremde Militärbasen im Land, entkriminalisiert den Drogenkonsum und verkündet für ihre Bürger sehr viele Rechte, deren Umsetzung in der Marktwirtschaft schwierig bis unmöglich ist, wie z.B. das Recht auf „gutes Leben“ und auf Ernährungssicherheit.
Diese Rechte kollidieren natürlich mit den Interessen in- und ausländischer Kapitale, die mit der inzwischen weltweit üblichen Rücksichtslosigkeit gegen Gegenden und ihre Bewohner die natürlichen Ressourcen Ecuadors ausbeuten wollen. Vor allem bei der Ölförderung prallen da Welten aufeinander, bei denen die Landbewohner regelmäßig den Kürzeren ziehen, weil die Förderung und der Export von Öl von grundlegender Bedeutung für Ecuadors Wirtschaft und Staatshaushalt sind.

Der Nachfolger Correas, Lenin Moreno, ist entgegen den in ihn gesetzten Hoffnungen nicht bereit, den von seinem Vorgänger eingeschlagenen Weg in Richtung Souveränität, Volkswohlstand und Mitbestimmung fortzusetzen. Ganz im Gegenteil. In Ecuador läuft inzwischen ein ähnliches Drehbuch zum Abbau aller Maßnahmen, die irgendwie als volksfreundlich gegolten haben, wie in Brasilien. Nur daß hier diese Wende von jemandem vollzogen wird, der aus dem gleichen Stall kommt wie sein Vorgänger und jahrelang als Mitglied der Regierung Correas alle Überzeugungen des Präsidenten geteilt und alle politischen Schritte mitgetragen hat. Viele Bewohner Ecuadors, sowohl der Eliten als auch anderer Bevölkerungsschichten, erfüllt diese Wende von Paulus zum Saulus mit Verwunderung.
Obwohl er als Kandidat der von Correa gegründeten und geleiteten Partei den Wahlkampf bestritten und die Wahlen mit hauchdünner Mehrheit gewonnen hat, sieht er sich an die Vorgaben seines Vorgängers offensichtlich nicht gebunden. Er entließ verschiedene Minister seiner Partei und besetzte die Posten mit überzeugten Anhängern der freien Marktwirtschaft, des IWF und der USA.
Die Justiz weiß er offenbar auf seiner Seite: Gegen verschiedene Mitglieder der Vorgängerregierung, so auch gegen Correa selbst, wurden unter dem Evergreen „Korruption“ Prozesse eingeleitet. Einer landete bereits im Gefängnis, Correa selbst setzte sich nach Belgien ab, weitere Verfahren sind in Vorbereitung. Den Ex-Mitgliedern seiner Partei, die ausgetreten sind und eine neue Partei gegründet haben, wurde die Registrierung verweigert, damit sie nicht zu den anstehenden Regionalwahlen antreten können.
Unter der Regierung Moreno wurde die Mitgliedschaft in der Wirtschaftsgemeinschaft ALBA und dem Staatenbündnis UNASUR gekündigt.
Mit dem IWF wurde ein umfassendes Sparprogramm vereinbart, um die Schulden Ecuadors „nachhaltiger“ zu machen.
(Der IWF und seine Betreiber und Hintermänner sind total froh, daß sie sich in Lateinamerika wieder breitmachen können. Nach dem Bankrott Argentiniens und bei hohem Ölpreis war diese ehrenwerte Institution eine Zeitlang sehr unpopulär in Südamerika. Aber inzwischen hat er fast überall wieder freie Hand.)
Im Rahmen dieses Programms werden Subventionen für Heizung und Lebensmittel gekündigt und die Entlassung Tausender Beamter in die Wege geleitet, um den „aufgeblähten“ Staatsapparat „abzuspecken“. Das wird auch als „Korruptionsbekämpfung“ verkauft – die meisten dieser Leute machten ohnehin nichts und füllten sich die Taschen.
Stolz verkündet der Finanzminister, daß seither die Investitionen in Ecuador gestiegen sind!
Business as usual ist also inzwischen in Ecuador eingekehrt.

Mit Venezuela wurden die diplomatischen Beziehungen abgebrochen, der von den USA eingesetzte Usurpator anerkannt und eine Hetzkampagne gegen venezolanische Flüchtlinge gestartet, die angeblich Ecuador überfluten.
Julian Assange wird nahegelegt, doch endlich die ecuadorianische Botschaft zu verlassen. Bald kommt auch USAID wieder ins Land, und wer weiß, vielleicht sogar eine Militärbasis.
Die Verfassung wurde bereits modifiziert, wenn nötig, kann man da auch weitermachen oder eine ganz neue erlassen.

Solche Regierungschefs wie Lenin Moreno kann sich die USA-Regierung nur wünschen. Er wird sicher bald für einen Preis vorgeschlagen, und erhält am Ende seiner Präsidentschaft einen lukrativen Job bei der OAS oder einer US-Institution.
_________

Zur Wende in Lateinamerika:

KONZESSIONIERTE SOUVERÄNITÄT UND DEREN WIRTSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN UND FOLGEN

Rollback in Lateinamerika: AUS DER TRAUM?

Dienstag, 19. März 2019

versión española

by Juan Diego González Rúa and Facundo Nahuel Martín

Introduction

Moishe Postone died last year. We have writen this article to remember this defiant and radical intellectual, perhaps the most important in engaging with Marxism in decades. Postone was an intransigent reader of Marx against the grain of our time’s dominant and common sense. His main book, Time, Labor and Social Domination, was published in 1993, when the triumphalist winds of the „end of history“ wanted to sweep away the radical critique of capitalism from the horizon of the thinkable. His abstract and sometimes difficult writing, scarcely concessive with the reader, is in itself a political gesture. Postone teaches us to transcend the dull immediacy of everyday experience in order to critically focus on the objectified social categories that organize our life, starting with value, labor and the commodity. After Postone, we cannot rethink our social world without assuming the indispensable starting point of the radical critique of capital and its mediating social categories, structured by and structuring the life of people in modern society. Many forthcomers, surely smaller in intellectual size, now face the task of developing to the manifold implications of the categorial reading of Marx and the historically determinate critique of capital. The intellectual and political debt that moves us to do is infinite.

Postone was born in 1942 in a Jewish family in Canada. In 1983 he obtained his PhD. at Goethe University in Frankfurt, and later became Professor in Chicago. His academic work revolved around problems of European intellectual history, particularly focusing on critical theory of society. He also made important contributions to the understanding and criticism of modern anti-Semitism, among other things. Next, we try to reconstruct some important points of his thought and highlight its significance in light of the context in which we live.

His theoretical project is not the „defense“ of Marxism in its traditional interpretation. On the contrary, he bequeaths us a radical and innovative categorial reinterpretation of Marx’s thought. We believe that the current „crisis of Marxism“ has several dimensions: the emergence (or renewed attention given to) „new social movements“ and the decentering of the working class as a privileged subject of social conflict and change, the critique of totalitarianism in political experiences self-described as Communist (which extends to a suspicion that perhaps totalitarianism would be inherent to Marxism as such), the questioning of Marxism as a teleological and progressive form of Eurocentrism, the criticism of Marxism as a productivist and technocratic philosophy unable to overcome the type of predatory relationship with nature that characterizes capitalist modernity. Facing these theoretical challenges, Postone’s thought offers important insights and reformulations, which allow to place Marx inspired thinking as a vital and relevant paradigm in the critical interpretation of our time. In Postone’s reading, Marx’s thought constitutes an immanent and historically determinate critique of capitalist social domination. This critique does not focus unilaterally on the economy or narrowly conceived class struggle, but analyzes the forms of social mediation that characterize the constituted modernity as such. It is not a critique of exploitation from the standpoint of the working class, based on an ontological concept of labor, but, on the contrary, a critique of capitalist labor as such. Postone’s thinking is, in short, a serious and systematic intellectual effort to formulate a global theory of modern society and its temporal form, capable of accounting for both its oppressive forms and its liberating possibilities.

Crisis of labor, forms of social mediation and the problem of the subject

A great paradox seems to cut through the debates about the role of labor in contemporary capitalism. On the one hand, labor continues to be the main social mediator of our world. To perform wage labor means to fully participate in society, to be integrated into collective life. The exchange of labor (and its products) organizes and motorizes the gigantic capitalist social apparatus. In this sense, capitalism inevitably remains as a society based on labor. However, labor as a social articulator and as the axis of social conflicts appears to be doubly in crisis. At least since the 1960s, theoretical and political progressive agendas cannot be considered as labor-centered, nor do they have their unique or privileged subject in the traditional working class. New social movements such as feminism, the LGBTIQ movement, environmentalism, anti-racist and anti-colonial struggles, the movements of the unemployed, among others, have become as important or more important than those of wage workers. The subjective concerns of people are not exclusively nor primarily defined around labor and its conditions. In this sense, there is a crisis of labor as an articulator of social demands and conflicts. At another level of analysis, the crisis of labor is related to the increasing inability of capitalism to reproduce all its social presuppositions. The labor society is out of joint with itself when technological change, driven by the very dynamic of capital, turns direct human labor less necessary for producing material wealth. In several senses, therefore, we are experiencing a crisis of the labor society, because other struggles and subjective demands appear, because more and more people are expelled from labor and because capitalist valorization faces difficulties to maintain itself.

Faced with the problems described above, Postone proposes a complex theoretical detour. He does not depart from the multiple and diverse subjects (whether to affirm the priority of the working class among them or to attempt some synthesis between their manifest agendas and demands). Instead, he begins by reconstructing the subject of the modern social totality: capital. His thinking is, above all, a critical theory of capital. But not as an „economistic“ theory that affirms that the relations of production determine politics. Nor as a technological determinism focused on the allegedly independent development of productive forces. Postone formulates a theory of capital as social subject while unraveling modern forms of social mediation. His central concern is the historical specificity of capitalist modernity.

Social relations in capitalism take the form of anonymous, abstract and objectified compulsions. Non capitalist societies have been structured by “overt” social relations, that is, manifest relations of dependence between individuals or groups. The social bond is then built upon social relations that appear as such, where tradition or other factors often openly legitimize bonds of personal dependency between groups and people. Capitalism is instead characterized by a general withdrawal of personal bonds, which are replaced by anonymous, abstract and objective social forms. People in capitalism are related through the impersonal mediation of labor. Marx’s mature critical theory, according to Postone, is not an economic theory in a restricted sense. On the contrary, it is a general theory of modern society as such, centered on the type of social mediation that characterizes capitalism.

Labor in capitalism has a dual character, correlative to the duality expressed by the commodity form. Labor generates a double form of objectification, creating at once concretely determined and abstract social forms. Capitalist labor is simultaneously individual and social. This duality is expressed as the need that each producer has, not only to produce, but to relate to the productive activities of other individuals. The labor of each one is constituted as an inescapable and reciprocal mediation with an undifferentiated social other (it is produced socially but not for a specific other person). Each individual’s production necessarily depends on the mediation of production for others. Through the mediation of labor, individuals produce privately or autonomously, and do not obtain confirmation of the social utility of their respective products but through their exchange in the market. Value-creating labor thus appears as a historically specific form of social mediation, historically circumscribed to capitalism. „The social critique of the specific character of labor in capitalism is a theory of the determinate structuring and structured forms of social practice that constitute modern society itself“ (Postone, 1993: 67).

This approach allows us to overcome the limitations of traditional Marxism. Postone places these limitations in its inability to pursue social critique in the face of more politically-regulated forms, such as welfare state capitalism. From our point of view, his theory has an even deeper meaning. Rereading Marx’s mature thought as a general analysis of the forms of social mediation makes it possible to elucidate the multiple conflicts of modern society from the standpoint of the critical theory of capital. According to this theory, capitalist modernity is traversed by a constitutive duality. On the one hand, capital undermines bonds of personal domination, which leads to pluralizing the forms of social and individual activity. However, and contradictorily, capitalist society tends to an unprecedented homogeneity. Capital stands as a global subject of social life, imposing its own blind, autonomous and self-mediating dynamics (the valorization of value) on the decisions and contingent conflicts of individuals. What constitutes capital in a form of domination is its blind self-mediating logic, autonomized from individuals.

Capitalism, for Postone, cannot be defined as a narrow „economic“ reality in a restricted sense, which we would then have to relate to culture or ideology. Postone’s concept of capitalism refers to the mutation of social forms of mediation, which tend to simultaneously pluralize (recession of personal domination) and homogenize (rise of capital as a social subject) the relations among people, multiplying the possibilities of the individual and their autonomy and at the same time submitting them all to the self-mediating movement of a blind and fetishized subject. Postone’s approach allows us to trace a theory of new social antagonisms of Marxian inspiration.

Marxism, totalitarianism and democracy

Now let us address another important aspect of Postone’s thought: his reconstruction of capital as a subject of social totality in modernity. For some decades now, the suspicion has risen that perhaps Marxism is in itself be a totalitarian form of thinking. Theoretical and political developments come together at this point. The association of Marxism with totalitarianism has an obvious origin in the historical disasters of the nominally Communist experiences built during the twentieth century. These experiences, like the old Soviet Union, were not only unable to succeed in the dispute for global power with the openly capitalist countries. It also became clear that they did not offer superior alternatives in social and political terms. Again, Postone’s thought offers some important insights to deal with this historical wound of twentieth-century Marxism.

Traditional Marxism lost its critical and explanatory capacity in the face of phenomena such as the state-administered capitalism of the Keynesian social pact or Soviet statist totalitarianism. In both cases, according to Postone, we find a tendency to regulate politically the needs of capitalist social production. The traditional Marxist critique has a unilaterally affirmative relationship with modern industrial production and proletarian labor, limited to questioning the unequal distribution of their products under the anarchy of the market. According to this critique, the overcoming of capitalism is the realization of the modern proletariat, which would then take control of social distribution, supplanting the market and defeating class exploitation by the bourgeoisie. This way of understanding capitalism (questioning it from the standpoint of the constituted proletariat) leads, according to Postone, to the quagmires of traditional post-war Marxism, incapable of formulating a historically adequate critique of state-regulated capitalism. Trying to transcend these difficulties, Postone offers a reading of Marx based on the critique of labor in capitalism, which means that labor is the object and not the subject of radical social criticism. This implies questioning the capitalist form of social production and not only the distribution of products or exploitation. This criticism is adequate to capitalism as such, encompassing both its free-trade and state regulation phases. Totalitarian experiences that suppress or regulate the market within a national framework, but maintain continuity with proletarian labor and the modern form of production, such as the Soviet Union, are therefore subject to the social critique of capitalist modernity as much as the states where the market and private property remain standing.

Regarding the problem of totalitarianism, however, we think that Postone’s thought is (again) even more important in its implications than in its explicit content. Postone not only produces a formidable critique of nominally „communist“ totalitarian states. He develops a philosophical reformulation of the concept of totality that is important for the deeper presuppositions of the debate, concerning the democratic question in Marxism. Especially amidst post-structuralissts and post-Marxists, a general diatribe has been launched against the totalizing vocation of Marxism. This current of thought (Claude Lefort can be considered as a paradigmatic example of this type of criticism) argues that Marxism would be totalitarian in the nerve of its social ontology, constituting a continuity with the metaphysics centered on the subject that characterized the philosophies of modernity. By pretending to overcome the ruptured character of social being and bring about an absolute democracy, where a society liberated from political mediations would fully realize itself in collective life, Marxism would contain the seed of totalitarian disaster. The entire project of radical social criticism, with its aspirations to realize a transparent society, surpassing all alienation and centered on a global subject that mediates itself (the proletariat or emancipated humanity), would lead to suppress the pluralistic groundings of a democratic society. Against the hybris of Marxism and its claim to realize a social totality, it would be necessary to maintain a more moderate social critique, since the project of overcoming capitalism would enclose as such totalitarian pretensions, implicit in the philosophical presuppositions of its theory of the subject and its social ontology.

Faced with this type of questioning of political philosophy to Marxism, Postone performs an indispensable intellectual operation, which can be considered as indebted to the most lucid moments in the thought of Th. W. Adorno. He reverses in the theoretical meaning of the concept of totality, passing from an affirmative concept to a critical one. Capital, according to his reading of Marx, effectively composes a social totality. Social mediation based on labor has the logical and dynamic characteristics of a self-moving „substance“. But the organization of capitalist relations as a totality is one and the same their alienated and oppressive character. That capital is the subject of social totality means that it has become independent from individuals, endowing itself with a life of its own (given by the logic of valorization) that is imposed on people and their decisions.

Capital is the only global subject that mediates itself, governed by its own laws and alien to individuals. Hence, the category of totality is critical and not affirmative: the extension of human freedom would imply the abolition, not the realization, of the social totality as mediated by capital. This places the discussion with poststructuralism on very different bases. Marx, according to Postone, does not urge us to „realize a totality“ centered on labor, the proletariat or a redeemed humanity. Instead, he provides us with a formidable critique of the totality effectively constituted by capital. Overcoming capitalism means abolishing the systematic constraints imposed on the realm of contingency and politics under the aegis of capital as the subject of totality. Contingency and the opening of the democratic horizon, the questioning of given social forms and the critical self-interrogation of society, then, must be placed as a social goal for a post-capitalist world. The „Marxism“ developed by Postone does not want to suppress the marks of difference and heterogeneity in society or to erect a subject of totality. On the contrary, it intends to abolish the existing capitalist totality in order to widen the horizon of democracy, contingency and pluralism.

Marxism, progressivism, eurocentrism

We will now broach another greater concern of the current “crisis of Marxism”. In particular from decolonial and postcolonial perspectives, the Marxist tradition has been questioned as supposedly constituting an Eurocentric philosophy of history functional to justify the colonial and neocolonial aggressions caused by the States of the global North. Again, this dimension of crisis has both theoretical and political origins. Nowadays, in theoretical terms, philosophy of history and the very idea of progress are harshly criticized, especially by post-structuralism. The awareness over cultural otherness has undermined the self-representation of Europe as the supposed forerunner of a global destiny for all societies, questioning the narrative according to which the whole world would traverse the same path of pre-established progress. Periphery states would finally repeat the same process of modernization as it occurs in central ones, only slower or later. In political terms, the 20th century was a slap in the face of the pedantic self-representations of the European and Western mentality. Once the “savage” world wars were carried out by the “most advanced” modern states, the idea that history is moved by an inner logic directed towards a progressive telos has been denied in practice. At the same time, the processes of national liberation and the construction of forms of modern political self-determination in the peripheries have questioned the central states pretension of constituting the vanguard of historical modernization. After the processes of decolonization, the very idea that the global center is “more advanced” in terms of a pre-established historical progress has fallen into a deep disrepute.

In this scenario, Marxism should not be conceived as a progressive philosophy of history, particularly as the sort of productivist technological determinism that named itself “historical materialism”. Here, again, Postone could be understood as a key “Marxist” who, far from defending the historicism of traditional Marxism, elaborates an innovative reinterpretation that radically breaks up with any philosophy of universal history. He does not depart from a concept of progress that would be valid for every society, but from a historically determinate critique of the logic of capital. Accordingly, the transformations in the forms of social mediation that gave rise to capitalism as such are contingent in their historical origin: capitalism was created from spontaneous processes and random conjunctures not determined by the development of productive forces or other pre-established logic. Marx’s thinking is not a transhistorical theory of history. However, once the social forms of capital have been instituted, they effectively possess an intrinsic and characteristic dynamism that operates as an immanent social logic. In this reading, the social categories developed by Marx are thus historically specific to capitalist society.Marx’s theory of value does not refer to labor as it is generally and transhistorically considered, but to the historical specificity of value as a form of wealth in capitalism. Abstract value and the peculiar labor that creates it are at the core of the fetishized structures constituting social domination in capitalism. In this society, the relations between persons are structured in a peculiar way: they have become something quasi-objective and autonomous with respect to individuals. “We are dealing with a new sort of interdependence, one that emerged historically in a slow, spontaneous, and contingent way” (Postone, 1993: 148). The concepts of subject and totality, but also of value, labor and commodity are historically determined by Postone. This means that “history” as a global process is in turn historically determined. Dynamic and unitary temporal structures, which make historical development a seemingly global and directional process, only exist in capitalist society. The unity of the historical process arises under the social presuppositions of capitalism, the forms of social mediation based on labor and the movement of capital as value that valorizes itself. “Such a historically specific social explanation of the existence of a historical logic rejects any notion of an immanent logic of human history as yet another projection onto history in general of capitalist society’s conditions” (Postone, 1993: 258). The Marxian notion of an intrinsic logic of historical development is neither meta-historical, nor affirmative, but eminently critical, and is circumscribed to the immanence of capitalist society. It is the historically specific deployment of capital and its mediating forms that properly constitute history as a global process that has an “objective” logic independent of individuals.

Modernity, time, technology

At this point, we are interested in highlighting Postone as a theoretician of modernity. We believe that contemporary social theory faces a debate between two kinds of one-sided perspectives on modern society: modernity is usually either regarded as a form of domination or as the result of a historical progress. The first perspective emphasizes that the modernity of capital involved the dispossession of pre-capitalist communities, the proletarization of peasant masses, the construction of new forms of violence against women, the naturalization of a new racism and a new colonialism, etc. This sort of critique seeks to undermine the claims of legitimacy of modernity, self-assumed as the precursor of historical progress, showing that it encloses forms of masked domination. In the other case, conversely, we find the insistence that modernity is effectively the result of progress inasmuch as it provides the normative frameworks (equality and freedom rooted in modern universalism) that allow criticism of all forms of domination. This debate, in turn, also concern the problem of modern technology. On the one hand, some strands of third world and evironmental activism express important suspicions towards modern technology as such, assuming that pre-capitalist forms of concrete connection with nature would be more authentic, healthier, less oppressive, etc. On the other, and this is the case of a large part of traditional Marxism, the development of productive forces is in itself regarded as a factor of historical progress and as tendentially anti-capitalist. We believe that Postone avoids all these one-sided positions. Instead, he focuses on the contradictory character of capitalist modernity in both its normative and technological dynamics. He considers capitalism at the same time as oppressive and potentially liberating. His critical theory is then reflexive in virtue of the contradiction between the emancipatory possibilities that capital creates and the structures of domination that it continuously regenerates.

The immanent temporal dynamic of capitalism, which is historically determinate, allows us to apprehend this duality of domination and emancipatory potentials. The systemic compulsions imposed by capital push rapid increases in technological development and a permanent growth of productivity. However, this does not directly translate into the production of larger amounts of value. The tendency towards productivity increases involves a continuous transformation of the temporal frame of value (a continuous transformation of socially necessary labor time). Increases in labor productivity, yet, does not translate into a modification of the temporal measure of value, which always remains identical to itself. The logic of capital generates a kind of “compression” of time by virtue of which each unit of abstract time is transformed qualitatively, becoming “denser”, concentrating higher levels of product output while remaining fixed and unalterable as measure of value (Postone, 1993: 288, 292). Capitalist temporality is dynamic in concrete historical terms (variations in the production of material wealth), given the continued pressure to reduce the average times of material production.

The dynamic of capital implies that the expenditure of direct human labor becomes less and less relevant in the production of material wealth (but not of value), which begins to depend more and more on technology, knowledge and cooperation. The generation of wealth and of value enter in contradiction. Capitalist production, which remains based on labor, thus generates the conditions for its abolition. The society of labor, today in crisis, creates in its own process of development the conditions of possibility (not the necessity) for a society not regulated by labor expenditure, where people wouldn’t be condemned to proletarian labor. Within this contradiction Postone outlines the possibility of a historical disruption that would make possible the fulfillment of the emancipatory powers constituted and denied in capitalist immanence. Despite its apparent closure and coactive character, there is a potentially progressive moment beneath the social totalization operated by the modernity of capital, a latent moment of opening towards emancipatory possibilities. The historically contingent rise of capitalism, then, means not only the emergence of a type of alienated and systemic form of domination, but also a historically unprecedented opportunity for an emancipated form of social existence.

Coda: the social individual

According to Postone, a break with capital would imply that social time, freed from the one-sided mediation of labor, would no longer be situated in an antithetical position with respect to people, but rather, on the contrary, it would become a quality of one and the same process of social and individual self-realization. Once labor ceases to be the universal social mediation, the relations between time and wealth could be transformed. Concomitant to the abolition of value-creating labor, the dominant compulsions of capitalist self-valorization would be overcome. Surplus time, converted into surplus labor by capital, could become available for social activities not conditioned by a blind logic. The time surplus would not be unilaterally framed by the productive social process (as productive “for” capital), but could be singularly appropriated by each person. The idea of a post-capitalist society would suppose therefore a radical change in the form assumed by wealth, inseparable of a transformation of time. In that context, the source of wealth would no longer be the immediate labor of human beings, but “the appropriation by people of the powers and knowledge that had been historically constituted in alienated form” (Postone, 1993: 31). Wealth would no longer defined by its abstract measure as value, but rather by the category of “disposable time”, understood as the reappropriation of superfluous time that capitalism necessarily redirected to production. At this point, the temporal reference would cease to be the society as a heteronomous moment, to be from now on the very development of what Marx calls the “social individual”, understood as the overcoming of the capitalist opposition between individual and society, expression of the possibility of every person existing as a full and richly developed being.

The overcoming of capital would imply denying its alienated logic, allowing a conscious and autonomous development of humanity. Social time would no longer be a form of alienated necessity imposed on human beings. They would then be able to reappropiate it. This would open an historical possibility of self-constitution, both for society and individuals. In that social world, the development of each person would not be limited by the narrow frameworks of production as an end in itseld. On the contrary, it would involve an open horizon where society and individuals could actualize creative potentials, just conditioned by the accumulated historical development. The difference between the form of capitalist social constitution and the emancipated social existence represents, thus, the passage from a social being structured by blind compulsions, towards an effectively dynamic and constantly transformed one.

With the abolition of the abstract form of wealth, society could integrate technology into the production process in a way not restricted by the one-sided purpose imposed by value, instead directly serving the producers. Disposable time, opened for the realization of the individual, would transform him into a different subject who, as such, would be related to the immediate process of production as its supervisor and regulator. According to Postone, progress would then not be conceived just as the one-sided development of productive forces, but as the effective realization of individuality, made possible by such development, but freed from the abstract compulsions and constraints imposed by capital. In this context, the deployment of productive forces would cease to be an end in itself to become a means, a source enhanced by capitalist development, but susceptible of being reappropriated to actualize the socio-individual potentials. In concrete terms, labor-saving technology (which in its current form reinforces capitalist control in workplaces and generates unemployment) could make it possible to minimize tortuous labor, reduce the social time devoted to gray, stultifying and meaningless activities, and achieve free time. In this way, material production and individual development could become symbiotic moments of a form of social existence not subject to capital, in which the productive process could cease to subsume human beings.

The temporal dynamics of capital, split between an abstract-homogeneous temporality (the hour of abstract labor as an always reconstituted measure) and a historical-concrete temporality (the increased density of material wealth produced per unit of time) is what enables immanent critique. This critique points towards the abolition of labor as a form of social mediation, that is, towards the end of a society governed by the blind compulsions of value production.

Flattr this!

Montag, 18. März 2019


Zur Safawidenzeit (16.-18. Jahrhundert) wurden in der Region Isfahan rund 3000 Taubentürme gebaut. 251 davon stehen noch in Chomeini-Schahr und im Gebiet Walaschan. Die Türme waren im Sommer kühl und boten im Winter Schutz vor der Kälte, weshalb sich dort Tauben ansiedelten. Ihr Kot war begehrter Dünger für die Landwirtschaft, da darin die Nährstoffe für den Boden und die Pflanzen in konzentrierter Form enthalten sind, ähnlich wie Guano, der allerdings nicht direkt der Kot von Vögeln ist, sondern aus der Reaktion von Kalkstein mit dem Kot entsteht.




https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=178504
vom 25. Esfand 1397 (16. März 2019)
°aks / borjhaye kabutarxane

Bookmark speichern oder einem Freund mailen Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ del.icio.us email

Samstag, 16. März 2019

„IN PLANUNG: EINE SCHWACHE DEUTSCHE GROSSBANK

Seit geraumer Zeit sind die privaten Großbanken in Deutschland am Boden. Das vergißt man gerne, wenn sich die Blicke auf den italienischen oder griechischen Banksektor richten.

Aber die Realität läßt sich nicht wegwischen. Seit der Großen Rezession kommen die beiden führenden deutschen Banken, Deutsche Bank und Commerzbank, nicht mehr auf die Füße. Deshalb häufen sich nun die mehr oder weniger informellen Sondierungen für ein mögliches Zusammengehen.

Die Operation wird von der Bundesregierung und ihrem Finanzminister, dem Sozialdemokraten Olaf Scholz betreut, um einen nationalen Champion zu küren, der dem internationalen Wettbewerb gewachsen ist – da sie bereits im nationalen nicht so recht vorankommen.“
(Die Wortwahl und das Bild sind schon recht frech von dem spanischen Journalisten, der es sich nicht verkneifen kann, zu zeigen: Auch in Deutschland, das uns immer als Vorbild vorgehalten wird, ist nicht alles in Ordnung!)

„Sie wird von einigen großen US-Fonds wie Cerberus – Aktionär beider Banken – unterstützt. Aber andere Geschäftspartner und Analysten haben ihre Bedenken.

Die jüngste Wende“ (eigentlich das Gegenteil einer Wende) „in der Geldpolitik der EZB, die eine Verlängerung der Ära der Zinssätze um null oder sehr niedrig vorsieht, ist ein gewisser Ansporn für die Fusion.

Die Banken im allgemeinen und vor allem die beiden vor sich hin schlingernden deutschen Flaggschiffe tun sich schwer beim Gewinnemachen, wenn der Preis der Ware, mit der sie handeln – dem Geld – sehr niedrig ist.

Der Ausgangspunkt für den Zusammenschluss von Commerz und Deutsche ist die extreme strukturelle Schwäche von beiden. Die Commerzbank musste 2009 mit einer staatlichen Beihilfe gerettet werden, die fast der von Bankia entsprach: 18.000 Millionen.“
(Der gescheiterte Börsengang von Bankia 2012 und die Rettungsaktion des Staates erschütterten den spanischen Banksektor bis in die Grundfesten.)

„In diesem Fall stammten sie jedoch aus der deutschen Staatskasse, die noch 15% ihres Kapitals hält. Die Commerzbank humpelt (sie erzielte eine niedrige Kapitalrendite von 3,4%, 8% mehr als im Vorjahr), schafft es jedoch gerade noch über die Linie.

Der Deutschen Bank geht es viel schlechter. Sie war eine der am stärksten von der Krise der gescheiterten Hypothekarkredite in den USA betroffenen Banken. Sie saß in fast allen Verfahren wegen Korruption bei großen Banken auf der Anklagebank und wurde wiederholt wegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Manipulation von Zinssätzen und dergleichen mit hohen Geldstrafen belegt. Im Jahr 2015 verlor sie satte 6.890 Millionen Euro.

Nach verschiedenen Maßnahmen wie der Entlassung von Mitarbeitern (mehr als 6.000 Stellen) und Geldspritzen (mehr als 100.000 Millionen von der EZB) wurde 2018 – erstmals seit 2014 – ein positives Ergebnis von 267 Millionen erzielt.

Es ist nicht sicher, ob die Kombination zweier solcher Bausteine eine richtige Festung hervorbringt.“

Quelle
----------

Man erinnere sich, vor Jahren wollten Unicredit und Intesa Sanpaolo fusionieren, daraus wurde dann doch nichts.

Siehe hierzu auch:

Europas Bankensektor 2016
DIE BANKENKRISE KEHRT ZURÜCK, BZW. WIRD WIEDER MANIFEST

Der Triumph des abstrakten über den konkreten Reichtum
DIE ZINSPOLITIK DER EZB

Kapitalvernichtung steht an, es fragt sich nur: wo?
PLEITEBANKEN ZUSPERREN!

 


"People demand freedom of speech as a compensation for the freedom of thought which they seldom use." (Sören Kierkegaard)

[ Top | RSS 1.0 | RSS 2.0 | FOAF | OPML | x-berg.de ]